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VW Golf R: Der Wolf im Golf

Der Golf GTI ist eine rasante Sportskanone. Doch es geht noch mehr. Wer einmal den allradgetriebenen Golf R gefahren hat, mag keinen GTI mehr.

Seit elf Jahren ist der Golf mit dem Buchstaben "R" das Maß der Dinge bei VW. Die alte Sport-Ikone GTI hat er entthront. 2003 leistete der Golf IV R32 241 PS. Mittlerweile treiben 59 PS mehr den neuen R an. So gesehen hat sich in dem guten Jahrzehnt kaum etwas getan: Aber bei einem aktuellen sportlichen Auto geht es mehr um Agilität und Gewichtsreduktion. Weniger Speck auf den Hüften kommt ja auch einer PS-Erhöhung gleich. Deswegen ist der neue Golf R mit 1.476 Kilogramm 45 kg leichter als sein Vorgänger.

In 5,1 Sekunden erreicht der Kraftbolzen aus Wolfsburg die 100-km/h-Marke. Der Fahreindruck bestätigt das Datenblatt: Der aufgeladene Vierzylinder hängt bissig am Gas und untermalt seine Leistung mit einem voluminösen Grollen. Das echte Erlebnis ist aber das Zusammenspiel aus Allradantrieb und den 300 PS, deren maximales Drehmoment von 380 Newtonmetern schon ab 1.800 U/min bereitsteht. Denn grundsätzlich bleibt auch der Golf R ein Fronttriebler. Nur bei Bedarf, also wenn Schlupf auftritt, packt die Hinterachse mit an. Das reduziert den Verbrauch. Die Kombination aus neuem Motor, verbesserter Aerodynamik, Gewichtsreduzierung und verschiedene technische Kniffe führen zu einem Normverbrauch von 7,1 l/100 km. Beim Vorgänger waren es noch 1,4 Liter mehr.

Agiler durch intelligte Steuerung

Stärke ist eine Sache. Agilität eine andere. Beim Golf R setzt VW auf einen Haldex-5-Allradantrieb, der im Extremfall in Sekundenbruchteilen annähernd bis zu 100 Prozent der Kraft auf eine Achse bringt. Auch die Software ist weiterentwickelt. Geht es um die Ecke, bremst das XDS+ genenannte System die kurveninneren Räder früher und nicht mehr ganz so abrupt ab, wie bisher. Außerdem greift dieses elektronische Drehmomentsverteilung nun ohne Bremseingriffe ein. Das macht den schnellsten aller Gölfe dynamischer und kontrollierbarer.

Selbst bei deaktiviertem ESP bleibt der Über-Golf leicht beherrschbar. Das Heck reagiert sofort auf Gasstöße, kündigt aber frühzeitig an, wenn aus einem Drift ein unfreiwilliger Kreisel zu werden droht. Je mehr man einlenkt, umso mehr Kraft gibt der Allradantrieb auf die Hinterachse. Selbst auf zugefrorenen schwedischen Seen mit extrem wenig Schlupf lässt sich der Golf R mit einer Kombination aus Gasstößen und Lenkbewegungen souverän um jedes Hindernis zirkeln. Dass diese Dynamik nicht mit einem übertrieben harten Fahrwerk erkauft wird, macht aus dem Golf R auch einen potenten Alltagssportler.

Preise auf Premiumniveau

Von außen macht der Golf R einen auf dicke Hose. Es ist der erste R mit vier Endrohren links und rechts vom Diffusor. Trotz der auffälligen Auspuffanlage macht der Golf R nicht auf Krawallsportler. Das würde der Klientel, die in der Regel über 35 Jahre alt ist, nicht gefallen. Im Vergleich zum Golf liegt der R 20 Millimeter tiefer, im Vergleich zum GTI sind es noch einmal fünf Millimeter. Daher steht die R-Version satter auf der Straße und wirkt harmonischer als der etwas hochbeinige Normal-Golf.

Ein Raser zerlegte bei einer sinnlosen Angeberaktion einen seltenen "La Ferrari", von denen nur rund 500 Exemplare existieren.

Die optische Zurückhaltung setzt sich im Innenraum fort. Die Farbe "blau" steht für R und findet sich in der Innenraumbeleuchtung, den illuminierten Einstiegsleuchten und den blauen Zeigern wieder. Die serienmäßigen Sportsitze sorgen für sehr guten Seitenhalt. Auf Wunsch gibt es noch verschiedene Fahrprofile von Eco bis sportlich, variable Dämpfer oder ein noch sportlicheres Fahrwerk. Wer sich den Dynamik-Golf gönnen will, muss aber mindestens 38.350 Euro auf den Tisch legen. Damit ist der R lediglich.

Press-Inform / pressinform
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