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Hintergrund: Das plant Lexus bei der Elektromobilität Imageträchtige Speerspitze

Lexus Electrified Sport Concept
Lexus Electrified Sport Concept
© press-inform - das Pressebuero
Toyota gibt bei den Elektroautos mächtig Strom und will bis zum Ende des Jahrzehnts 30 Modelle auf den Markt bringen. Die Speerspitze bildet Lexus mit besonderen Fahrzeugen, darunter einen reinrassigen Sportwagen und einem SUV mit zukunftsweisender Steer-by-Wire-Lenkung.

Toyota und die Elektromobilität. Das ist eine interessante Geschichte. Zunächst überrumpelten die Japaner mit ihren Prius Hybrid vor 25 Jahren die Automobilindustrie, nur um sich von Tesla, VW und anderen bei der vollständigen Elektrifizierung der Automobile die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Die vermeintliche Zögerlichkeit der Japaner hat gute Gründe: Ähnlich wie BMW wollen sie nicht vorschnell alles auf die Stromer- Karte setzen, sondern den Kunden die Wahlmöglichkeit lassen. Also schmeißt CEO Akio Toyoda den Verbrennungsmotor noch lange nicht auf den Schrottplatz und treibt auch den Wasserstoff-Antrieb voran.

Allerdings ist auch den japanischen Managern klar, dass an der vollelektrischen Mobilität kein Weg mehr vorbeiführt. Bis 2030 wollen die Japaner 30 elektrische Modelle auf den Markt bringen und lässt sich diese Elektrifizierung rund 31 Milliarden Euro kosten. Der Vorreiter bei der Elektrifizierung ist Lexus, denn die Premiummarke soll bis 2030 weitgehend vollelektrisch unterwegs sein. „Lexus und Toyota meinen es mit den elektrischen Modellen ernst“, verdeutlicht Vinay Shahani Vice President of Lexus Marketing in den USA und verrät auch gleich einen wichtigen Grund der EV-Offensive. „Für uns sind die vollelektrischen Modelle eine Möglichkeit, Kunden von anderen Marken zu gewinnen.“ Jetzt sollen also die Stromer Lexus im Kreis der Premium- Autobauer etablieren und somit das schaffen, was den Modellen mit Verbrennungsmotor zumindest in Deutschland bislang nur bedingt gelungen ist.

Ein ambitioniertes Ziel. Schließlich wurden die asiatischen Modelle in München, Stuttgart und Ingolstadt zwar respektvoll registriert, aber nie als echte Bedrohung wahrgenommen. Zu ausgefallen das Design zu konservativ die Technik. Das ändert sich mit dem durchgängigen Stromschlag. Das vollelektrische SUV Lexus RZ 450e wird eine Steer-by-Wire-Lenkung bekommen und damit ein Formel-1-ähnliches Lenkrad mit zwei Griffhörnern. Apropos Sport: Die Zeichen stehen gut, dass nach dem SUV die ansehnliche Sportwagen-Studie Lexus Electrified Sport Realität wird. Schließlich haben die Japaner den dynamischen Stromer mit dem Goodwood Festival of Speed und der Monterrey Car Week bei zwei der wichtigsten Veranstaltungen des Jahres unter dem Titel „The Next Chapter of Lexus“ (Das nächste Lexus-Kapitel) präsentiert. Ein solcher Renner passt auch in die Ein-Auto-Muss-Spaß- Machen-Diktion des Konzernchefs Akio Toyoda, die nach wie vor gültig ist.

Dass bei diesen beiden Events kaufkräftiges Klientel die Autos in Augenschein nimmt, macht die Realisierung nur wahrscheinlicher. „Ich wünsche mir, dass das Lexus Electrified Sport Concept der nächste LFA EV wird, die Resonanz auf die Studie ist immens. Gerade von jungen Menschen“, sagt Vinay Shahani. Zumindest bei dem Konzept machen die Japaner keine halben Sachen. Denn die lange „Schnauze“ und das knackige Heck verströmen klassisches Sportwagen-Feeling, bei dem Fahrer und Co-Pilot fast auf der Hinterachse sitzen. Die Fahrleistungen sind dementsprechend: Dank der Feststoffbatterien soll der Prototyp den Standardsprint von null auf 100 km/h in weniger als drei Sekunden absolvieren und rund 700 Kilometer weit kommen.

Ob das Serienmodell mit diesen Akkus bestückt wird, steht noch in den Sternen. Bis zur Serienreife der Feststoffbatterie ist es noch ein wenig hin und Toyota beziehungsweise Lexus steht nicht unter Reichweiten- Handlungsdruck. Denn Toyotas Elektro-Plattform e-TNGA, auf der auch die Stromer der Premium-Tochter basieren, ermöglicht Reichweiten bis zu 600 Kilometern. Um diesen Wert zu erreichen, müssen aber große und schwere Batterien in den Unterboden gepackt werden. Das widerspricht dem Gedanken eines Sportwagens, aber durch leistungsfähigere Energiezellen werden die Pakete leichter und schaffen dennoch eine akzeptable Reichweite.

Bei den nächsten Elektroautomobilen, die die Japaner im Köcher haben, werden sich viele Autofahrer wiederfinden. Wenn man den Studien glauben darf, die Konzernchef Akio Toyoda unlängst präsentiert hat, könnten eine klassische Limousine und ein großes SUV das Lexus-Elektroportfolio vervollständigen. Ausgehend von diesen Autos sind noch Derivate wie ein Cabrio oder ein Shooting-Brake oder Kombi denkbar. Die Architektur gibt diese Fahrzeugvarianten auf alle Fälle her und wenn man sich die Elektropläne des Mutter-Konzerns Toyota vor Augen führt, sind auch kleiner Fahrzeuge oder ein brachialer Pick-up denkbar, aber da muss die Strategieklinge mit feiner Hand geführt werden, um Kannibalisierungen zu vermeiden.

Bei den Antrieben sind die Rollen klar verteilt. Toyota konzentriert sich aktuell mehr auf Wasserstoff, als das Lexus tut. Das bedeutet nicht, dass der Premiumableger keine Brennstoffzellenmodelle bekommt, wie der Prototyp Lexus Wasserstoff Buggy Studie ROV Concept ROV Recreational Off Highway Vehicle zeigt. Allerdings lässt die Ausrichtung der Marke lässt darauf schließen, dass dieses Antriebskonzept erst dann in die Autos kommt, wenn es massentauglich ist. Vinay Shahani hält Wasserstoffantriebe für eine „fantastische Lösung“. Gut möglich, dass die Japaner den Rest der Automobilwelt dann wieder einen Schritt voraus sind.

pressinform

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