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Auto: Reparatur-Horror – daran erkennen Sie eine gute Auto-Werkstatt

Kein Fahrer fährt gern in die Werkstatt. Oftmals werden die Besuche dort sehr teuer. Wie verraten Ihnen, woran Sie erkennen, ob Sie in der Werkstatt abgezogen werden.


Vertragswerkstätten sind schon im Stundensatz teurer. Sie sind auch keine Garantie für beste Qualität, wie zahlreiche Tests beweisen.  Aber eines sollten Sie nicht vergessen: Auf Kulanz-Leistungen, die über die Pflichten aus Garantie und Gewährleistungen hinausgehen, können Sie nur hoffen, wenn Sie immer in einer Vertragswerkstatt arbeiten lassen.

Vertragswerkstätten sind schon im Stundensatz teurer. Sie sind auch keine Garantie für beste Qualität, wie zahlreiche Tests beweisen.

Aber eines sollten Sie nicht vergessen: Auf Kulanz-Leistungen, die über die Pflichten aus Garantie und Gewährleistungen hinausgehen, können Sie nur hoffen, wenn Sie immer in einer Vertragswerkstatt arbeiten lassen.

Getty Images

Jeder Autofahrer kennt das Gefühl: Da "vorne" quietscht und klappert etwas, oder die Warnlämpchen fangen an zu leuchten. Man fährt in die Werkstatt und der Mechaniker macht ein besorgtes Gesicht. Man selbst versteht gar nichts, nur eins ist sonnenklar: Das wird jetzt teuer.

Da ist es wieder: Das Gefühl, ausgeliefert zu sein. Eine gewisse Wehrlosigkeit, weil man überhaupt nicht versteht, was die Mechaniker da machen.

Wenn man sich nicht selbst zum Fachmann emporbilden will, bleibt einem nichts anderes übrig, als eine Vertrauensbeziehung zur Werkstatt aufzubauen. Nur zu welcher?

Werkstatt-Rat von der Fach-Frau

Sind freie Werkstätten schlechter als die Vertragswerkstätten mit ihren Showrooms und Glaspalästen? "Pauschal lässt sich die Frage nicht beantworten", bedauert Annette Bender-Napp, Werkstattexpertin bei Deutschlands renommiertester Autozeitschrift, der "auto motor und sport".

"Jeder hat unterschiedliche Erwartungen an seine Werkstatt. Manch einer legt Wert darauf, in einem großen, hellen Gebäude empfangen und zuvorkommend bedient zu werden, anderen dagegen genügt es zu wissen, dass der Mechaniker sein Handwerk versteht."

Tatsächlich fühlen sich manche Kunden in großen Werkstatt mit eine Wartelounge und italienischem Kaffee wohl, andere denken misstrauisch – aber nicht zu Unrecht – dass sie diesen ganzen Aufwand am Ende mitfinanzieren dürfen. Einige beruhigt die Qualitätssicherung der Großkonzerne. Man kann aber auch genervt sein, wenn nach einem simplen Service die Qualitätssicherung aus Ingolstadt zweimal anruft und detailliert nachprüft, ob die Werkstatt alles richtig gemacht hat.

 

Glaspaläste kein Garant für Qualität

Annette Bender-Napp weiß, dass große Glaspaläste kein Garant für Qualität sind. "Das Äußere einer Werkstatt gibt nur selten Aufschluss über deren Kompetenz. Auch die Bezeichnung „Vertragswerkstatt“ (für eine bestimmte Marke) ist kein Garant für eine gute Werkstatt, wie wir in unseren Tests immer wieder feststellen mussten."

Natürlich sollte eine Werkstatt nicht wirklich verdreckt sein. Aber in kleineren freien Werkstätten ist es häufig nicht so aufgeräumt wie in den großen Anlagen einer Werksniederlassung. Dafür spricht man aber auch mit einem Meister, der selbst noch Hand anlegt, und nicht mit einem Kundenberater mit weißem Hemd und Krawatte.

Tipps von Bekannten und Bewertungen studieren

Der Tipp von Bender-Napp: "Wer eine neue Werkstatt sucht, fragt am besten im Bekanntenkreis nach Erfahrungen. Grundsätzlich ist es auch nie verkehrt, einfach bei der Werkstatt vorbeizuschauen und Fragen direkt persönlich zu besprechen." Bewertungen im Internet können auch helfen, vor allem wenn es viele Einträge gibt. Wenige positive Einträge können dagegen leicht, von Bekannten des Besitzers stammen. Umgekehrt, können auch wenige unzufriedene eine ganze Werkstatt runterziehen.

Wichtig ist nicht zuletzt das Bauchgefühl. Wenn Sie sich unwohl fühlen, sollten Sie eine andere Werkstatt suchen. Autoreparatur ist Vertrauenssache und mit einem schlechten Gefühl lässt die sich nicht aufbauen.

Dazu gelten die Standardregeln: "Wenn man sein Fahrzeug zur Reparatur oder Inspektion abgibt, sollte eine so genannte Direktannahme stattfinden. Sprich, man schaut sich den Wagen gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Werkstatt an, um den Umfang der Reparatur und offene Fragen besprechen zu können."

Kein Auftrag ohne Kostenvoranschlag

Vorsicht bei Blanko-Aufträgen, wie "TÜV fertigmachen" und mündlichen Absprachen. "Nur ein schriftlicher Kostenvoranschlag gibt Sicherheit. Vor zusätzlichen Arbeiten sollte die Werkstatt dann Rücksprache halten, das vereinbart man am besten bei der Abgabe des Wagens."

Bei der Abholung müssen alle Arbeiten und die Rechnung erklärt werden können. Nach einer Inspektion sollte zudem die Wartungsliste ausgehändigt werden, auf der zu sehen ist, welche Arbeiten durchgeführt wurden.

Gerade bei Inspektionen wird gern geschummelt, wie Test gezeigt haben. Werkstätten führen die notwendigen Service-Arbeiten durch, wie den Wechsel von Luftfilter und Ölen, aber bei dem Sicherheitscheck von Lampen und Ähnlichem wird gespart. Das wird nicht gemacht, aber die Zeitwerte finden sich dennoch auf der Rechnung.

Gut ist nicht unbedingt billig

Eines sollten Sie noch bedenken: Eine gute Werkstatt ist nicht unbedingt eine billige Werkstatt. Eine Vertragswerkstatt und auch viele freie Werkstätten führen Reparaturen und Wartung strikt nach Herstellervorgaben durch – das bedeutet dann auch, dass teure Originalteile verwandt werden. Am Ende des Lebenszyklus eines Autos kann es sich aber durchaus lohnen, auf weit günstigere Quellen auszuweichen: Anstelle des Ersatzteils im Original-Karton, kann es ein baugleiches Teil direkt vom Zulieferer sein oder gar die Alternative eines Drittherstellers.

Wenn das aus Kostengründen für Sie wichtig ist, bleiben nur freie Werkstätten. Sie müssen aber damit rechnen, auf die Garantie zu verzichten, wenn sie andere als die Originalteile verwenden wollen.

Denken Sie auch daran, dass Ihre Werkstatt nicht für jeden Autofrust verantwortlich ist. Die Frage, ob sich eine teure Reparatur bei einem alten Wagen noch lohnt, kann niemand hundertprozentig beantworten. Auch wenn das Fahrzeug noch Substanz hat, kann es Ihnen durchaus passieren, dass Sie in einem Monat den Turbolader reparieren lassen und im nächsten die Lichtmaschine ausfällt.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.