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Die wichtigsten W-Fragen: Was die Ergebnisse des Diesel-Gipfels für Autofahrer bedeuten

Politik und Autoindustrie haben auf dem Diesel-Gipfel Entschlüsse gefasst, die Fahrverbote verhindern soll. Die Konzerne sagten Software-Updates für Millionen Dieselautos zu. Was Autofahrer wissen müssen.

Was die Ergebnisse des Diesel-Gipfels für Autofahrer bedeuten

Beim Diesel-Gipfel in Berlin (Foto) wurden umfassende Maßnahmen beschlossen - nur: Was kommt nun auf Autofahrer zu?

Welche Marken sind betroffen?

Die meisten Dieselfahrzeuge, die eine aktualisierte Software bekommen, entfallen auf den Volkswagen-Konzern mit seinen Marken VW, Audi und Porsche. Auch Dieselautos von Daimler, BMW und Opel sollen durch ein Update weniger Schadstoffe ausstoßen. Allerdings spiegeln die Zusagen der Unternehmen größtenteils bereits angekündigte Nachrüstungen wider. So sind in der Zahl die rund 2,5 Millionen Autos enthalten, die VW wegen des Abgasskandals schon seit Anfang 2016 in Deutschland nachrüstet.

Ausländische Hersteller beteiligen sich nicht an der Aktion. Auch die deutsche Ford-Tochter mit Sitz in Köln bietet keine Software-Updates an. Das Unternehmen erklärt, dass seine Dieselmotoren dies nicht benötigten, um die Grenzwerte einzuhalten.

Wie finde ich die Schadstoffklasse meines Autos heraus?

Dafür genügt ein Blick in die Zulassungsbescheinigung. Die Schadstoffklasse ist dort in Feld 14 angegeben.

Wie bekomme ich das Software-Update?

Die Hersteller werden sich wie bei Rückrufaktionen typisch in einem Brief an die Halter wenden. In einer Werkstatt kann dann die aktualisierte Software aufgespielt werden, dies dauert nach Angaben von Daimler-Chef Dieter Zetsche "maximal eine Stunde". Die Nachrüstungen sind für die Kunden kostenlos und sollen bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Werden die Autos durch die Nachrüstung wirklich sauberer?

Nach Angaben der Autobauer soll das Software-Update den Stickoxid-Ausstoß der Dieselfahrzeuge um durchschnittlich 25 bis 30 Prozent senken. Der ADAC erwartet von den Herstellern allerdings klare Zusagen, dass die zugesicherten Werte im realen Betrieb tatsächlich eingehalten werden. Alle betroffenen Autobesitzer sollten eine "rechtsverbindliche Garantie von 24 Monaten" bekommen, fordert der Autoklub.

Greenpeace moniert jedoch, dass die Updates zunächst nichts an der Luftbelastung in den Städten ändern. Selbst moderne Euro-6-Diesel überschritten die Stickoxid-Grenzwerte noch um ein Vielfaches. Auch der Umwelthilfe zufolge würden sich die Stickoxid-Werte auf der Straße nicht ändern, sie spricht daher von einem Ablenkungsmanöver.

Sind auch weitergehende Nachrüstungen möglich?

Die Autoindustrie lehnt technische Umrüstungen wie etwa den Einbau größerer Harnstofftanks zur Abgasreinigung ab. Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) macht dagegen deutlich, dass weitergehende Maßnahmen zur Luftreinhaltung diskutiert werden müssten. Der ADAC fordert eine verpflichtende technische Nachrüstung mit Bauteilen "wo es technisch machbar und finanziell angemessen ist". Damit ließen sich bei modernen Dieselfahrzeugen der Euro-Klassen 5 und 6 Emissionen "nachweislich um bis zu 90 Prozent reduzieren".

Muss ich mein Fahrzeug nachrüsten lassen?

Das hängt davon ab, ob es sich um einen freiwilligen oder einen behördlich angeordneten Rückruf handelt. In letzterem Fall kann der Verlust der Zulassung drohen, wenn das Fahrzeug nicht bis zu einer Frist auf den geforderten Stand gebracht wird. Die von der deutschen Autoindustrie zugesagten Software-Updates sind vor allem freiwillige Maßnahmen. Bei einigen VW-Dieselautos, die mit einer illegalen Software ausgestattet sind, hat das Kraftfahrtbundesamt allerdings eine verpflichtende Nachrüstung angeordnet.

Was können Fahrer von älteren Dieselmodellen machen?

Ein Software-Update ist für ältere Dieselautos mit den Abgasgrenzwerten Euro 4 und niedriger nicht vorgesehen - obwohl diese mehr als 40 Prozent des Fahrzeugbestandes in Deutschland ausmachen. Der Verbraucherzentrale Bundesverband spricht von einer "verlorenen Kundengruppe". Allerdings sei fraglich, ob die Kosten einer Nachrüstung bei älteren Modellen überhaupt im Verhältnis zum Nutzen stünden, da ein einfaches Software-Update hier wohl kaum ausreichen würde. Die Hersteller bieten den Haltern dieser Fahrzeuge unterschiedliche Kaufanreize für einen Umstieg auf ein umweltfreundlicheres Auto an.

fs / AFP

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.