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24 h Rennen Nürburgring 2014: Vollgas in der grünen Hölle

Noch nie waren die Boliden so schnell wie in diesem Jahr. Doch für Fans und Hobby-Fahrer muss dringend was getan werden, sonst wird der Kult zur Werbeveranstaltung.

Der Audi R8 des Teams Abt Racing beim Boxenstop.

Der Audi R8 des Teams Abt Racing beim Boxenstop.

Einfach war ein Sieg bei den 24 Stunden am Nürburgring noch nie. Da gab es einst Dauertriumphe von Porsche-Mann Olaf Manthey, zum Jahrtausendwechsel die unvergessene Zakspeed-Viper und Glückstreffer wie der Überraschungssieg des Opel Astra V8 im Jahre 2003. Das Rennen selbst ist eines der härtesten Rennen der Welt. Wer im Ziel ankommt, kann sich unabhängig vom Ergebnis als Sieger fühlen.

Motorsportlich ist der Klassiker seit ein paar Jahren allerdings nicht wieder zu erkennen. Immer mehr Teams starten beim 24-Stunden-Rennen mit finanz- und personalreicher Werksunterstützung und nahezu einjähriger Vorbereitung durch die VLN-Rennserie. Ingenieure mit Notebooks stürzen auf den Mercedes SLS zu, als dieser zum Boxenstopp einfährt. Die neusten Daten werden ausgelesen, Spoiler verstellt, die Reifentemperatur gemessen. F1-Niveau? Fast. Bei Herstellern wie BMW, Aston Martin, Nissan, McLaren, Porsche und Audi sieht es kaum anders aus. Dazu kommt eine schier unüberschaubar große Zahl von Privatteams, die mit ihren Boliden den Rahmen bilden.

24 h Rennen Nürburgring 2014: Ringe-Festival
24 h Rennen am Nürburgring 2014

24 h Rennen am Nürburgring 2014

Sieg hat große symbolische Bedeutung

Am Ring zu gewinnen ist ein laut vernehmbares Ausrufezeichen, das volumenreich durch die gesamte Motorsportszene donnert. In Japan wird das Rennen dabei genauso gebannt verfolgt wie in den USA oder Südamerika - selbst während der diesjährigen Fußball-WM. Die Fans lieben das Ereignis, das dieses Jahr zum 42. Mal Leben in die hinterweltlerische Eifel brachte. Tausende von Zuschauern kommen eine knappe Woche an die Nürburg, um eine Mischung aus Motorsport, Brumm-Brumm-Happening, lautstarker Grillorgie und wildem Markenbekenntnis im Kreise von Gleichgesinnten zu erleben.

Mehr Industrie weniger Fans

Die einzelnen Teams investieren längst Millionen, um am Ring zu glänzen. Doch die Fans halten sich zunehmend zurück. Man muss nicht einmal genau hinschauen, um zu sehen, dass die kunterbunten Fanhügel in den legendären Streckenbereichen Breitscheid, Karussell, Metzgesfeld oder Quiddelbacher Höhe mittlerweile etwas luftiger befüllt sind als vor ein paar Jahren. Während das 24 Stunden von Le Mans immer neue Besucherrekorde vermeldet und die Aufmerksamkeit in vielen Bereichen längst der Formel-1 den Rang abgelaufen hat, dümpelt der Nürburgring mit dem größten Breiten-Motorsportevent der Welt vor sich hin. Dabei kommt man nirgends so nah wie hier in die Boxen, kann Technikern beim Reifenwechsel zuschauen oder beäugen, wie der Lexus LF-A wieder rennfit gemacht wird oder der BMW Z4 GT3 zu seiner Aufholjagd aufbricht.

Fan-Party am Streckenabschnitt "Brünnchen"

Fan-Party am Streckenabschnitt "Brünnchen"

Bei aller anhaltenden Begeisterung ist der Event selbst in die Jahre gekommen und er bedarf einer grundlegenden Überarbeitung. Mit einem wortreichen Streckenfunk, der gerade einmal bis 22 Uhr Informationen aus den Lautsprechern rund um den 25 Kilometer langen Kurs dudelt, kann es heute nicht getan sein.

Was fehlt, sind informative Großdisplays, die an zentralen Stellen das Renngeschehen zu den Fans in ihren skurrilen Zeltstätten bringen. Dazu Ergebnisse, Analysen und Interviews - eben nicht nur per Radio 87,7. Dem erhöhten Professionalisierungsgrad der Teams mit Material, Hightech, Monteuren und Technikern ist auch die Boxengasse längst nicht mehr gewachsen. So mehren sich auch an den Streckenabschnitten Wehrseifen oder Brünnchen immer mehr kritische Stimmen, dass der Event eines der Motorsporthöhepunktes des Jahres bleibe, aber langsam einmal etwas für die Fans getan werden müsse; sonst wäre man vor dem heimischen Fernseher besser aufgehoben.

Agresssiver Fahrstil

Die Fahrer stört dies erst einmal wenig. Sie sind sich insbesondere in den Topteams dem gestiegenen Imagewert des Großereignisses bewusst. Entsprechend sind die Rundenzeiten, die BMW Z4, Audi R8, Mercedes SLS, McLaren MC12 oder Aston Martin Vantage bereits kurz nach dem Start in das Eifelgeschlängel brennen. Immer mehr Piloten sind über die Gangart im Rennen verärgert. "Das wird in Lücken gefahren und überholt, wo es keine Möglichkeit gibt", grummelt einer der Audi-TT-Piloten als er seinen Boliden vor der Nacht an den Teamkollegen übergibt und die wortreichen Kommentare der Streckensprecher gefühlt zum 1000. Mal den Begriff Sprintrennen bemühen - wie jedes Jahr.

Letztlich sicherte sich Audi nach den 24 Stunden von Le Mans den zweiten 24-Stunden-Sieg innerhalb von einer Woche. Denn auch auf dem diesmal sonnigen Eifelgeschlängel konnte sich eines der Audi-Teams gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Der Audi R8 LMS Ultra siegte mit der Besetzung Haase/Mamerow/Rast/Winkelhock mit 159 Rennrunden vor dem Mercedes-SLS-Doppelpack mit den Piloten Bleekemolen/Simonsen/Menzel/Arnold und Zehe/Hohenadel/Bastian/Engel. Erstmals legte ein Team während der 24 Stunden mehr als 4.000 Kilometer zurück. Während sich der einzige konkurrenzfähige Porsche des Falken-Teams (Henzler/Dumbreck/Ragginger/Imperatori) noch auf Platz vier vorkämpfen konnte, fiel der letzte im Rennen verbliebene BMW Z4 GT3 (Klingmann/Baumann/Hürtgen/Tomczyk) sogar noch auf Platz sechs hinter den Aston Martin Vantage in der Besetzung Mücke/Turner/Lamy zurück. Die furiose Trainingsbestzeit von Kevin Estre auf dem McLaren MP4-12C GT3 mit der Startnummer 66 in 8,10 Minuten verpuffte am Renntag in Wohlgefallen. Beide McLaren fielen im Rennen früh aus.

Fest steht nach der 42. Auflage, dass auch im Reglement etwas passieren muss, denn die Leistungsunterschiede der Topteams, in denen Spitzen- / Werksfahrer aus DTM, Le-Mans-Serie oder anderen internationalen Tourenwagenserien in ihren über 500 PS starken Boliden unterwegs sind, und denen, die auf eigene Kappe im kleinen Privatteam einen Renault Clio oder Mazda MX-5 bewegen, sind zu groß. "Die ersten 30 im Klassensegment fahren nicht, wenn die anderen hundert nicht auch fahren", bringt ein Pilot es auf den Punkt. Mal abwarten wie es 2015 läuft - dann erstmals unter der Aufsicht des neuen Rennstreckeninhabers Capricorn.

Press-Inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.