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30 Jahre VW California: Als die Freiheit fahren lernte

Vor 30 Jahren rollte der erste VW California auf die Straße. Was liegt da näher, als ihn heute durch genau den US-Bundesstaat zu pilotieren, dem er seinen Namen verdankt?

Ob T6 oder T3 - die California-Modellreihe hat viele Fans.

Ob T6 oder T3 - die California-Modellreihe hat viele Fans.

Die Temperaturen liegen rund um den Gefrierpunkt. Keine Wolke am Himmel. Die Sterne funkeln um die Wette. Einzig ein leises Brummen ist zu vernehmen. Nein, hier erwacht kein Bär aus seinem Winterschlaf. Es ist vielmehr die Standheizung des VW California, welche die Außentemperaturen aussperrt und den dank Hubdach vergrößerten Innenraum auf wohlige 20 Grad erwärmt. Und nein, der California parkt nicht im hohen Norden unter grün schimmerndem Nordlicht. Er steht genau dort, wo er laut seines Namens hingehört: Mitten im US-Bundesstaat Kalifornien. Genauer gesagt auf der Songdog Ranch am Rande des Los Padres National Forest wenige Autostunden nördlich von Los Angeles. Für Camper-Fans oder auch einfach nur California-Liebhaber bietet so eine Nacht zwischen Kojoten und Sandstürmen ein perfektes Umfeld, um die Liebe zu ihrem mindestens 43.221 Euro teuren Hobby-Mobil zu vertiefen. Schnell das Bett machen, Lichter löschen und durch die großen Seitenfenster die Sternschnuppen zählen, was kann schöner sein?

Als die Freiheit fahren lernte
Ob T6 oder T3 - die California-Modellreihe hat viele Fans.

Ob T6 oder T3 - die California-Modellreihe hat viele Fans.

Das denken sich auch die zahllosen Amerikaner, die dem weißen Allradler mit rotem Hubdach für rund 80.000 Euro hinterherschauen. Und wo könnte der VW California wohl schneller für strahlende Augen sorgen, als dort, wo seine Talente am meisten gefragt sind? Richtig, auf den Parkplätzen vor den Sandstränden Malibus oder Venice Beach. Zwei Stunden gen Pazifikküste später ist klar, nicht nur gutaussehende Surfer-Boys fahren voll auf den "Bully" ab. Er ist ein Uni-Sex-Magnet. Schneller als mit einer kleinen Mischlingsdame an der Leine oder einem schlafenden Baby im Arm beginnen die Small-Talk-Arien mit den Einheimischen. "So einen hatte ich auch mal als ich noch bei Army in Deutschland war", schwärmt Angler Bobby Thornton. Verkäuferin Emmy Miller erinnert sich leicht errötend: "In einem California habe ich meine Unschuld verloren. Ist aber schon ein paar Jahrzehnte her."

Mehr als drei können es aber immerhin nicht gewesen sein. Denn der erste der bislang 157.500 verkauften VW California feiert im Spätsommer 1988 auf dem Caravan Salon in Essen seine Premiere. "Da war doch der Schauspieler unser Präsident… ja genau, Ronald Reagan", entfährt es Bobby beim Stichwort 1988. In Deutschland ist zu diesem Zeitpunkt Helmut Kohl an der Macht und in den Radios der ersten California-Exemplare säuselt Whitney Houston ihren neuesten Hit "One moment in time". Der damalige T3 kostet 39.900 DM und überzeugt in drei Jahren 22.000 Käufer. Noch im August 1990 findet bereits der Wechsel vom T3 zum T4 statt, was nicht nur eine Veränderung der Außenhaut, sondern vor allem des Antriebs mit sich führt. Der Motor kommt von hinten nach vorn und die angetriebene Achse gleich mit. Bis zum Jahr 2003 verkauft VW 39.000 Exemplare des T4 California. Vom Nachfolgemodell auf Basis des T5 rollen rund 55.000 Fahrzeuge bis 2015 zu ihren neuen Besitzern. Es folgt das aktuelle Modell, der T6, der im vergangenen Jahr mit 15.155 Zulassungen den Jahresrekord der Modellreihe bricht. Und es hätten noch mehr werden können, wenn Volkswagen nicht von den bis heute anhaltenden Auslieferungsschwierigkeiten heimgesucht worden wäre.

Doch was ist Besonders an der aktuellen Version und warum lebt der Mythos in ihr weiter? Eine Antwort darauf geben die eigenen Augen. Denn erstmals seit Jahrzehnten gibt es wieder Zweifarblackierungen - eine Hommage an den T1. Statt aus Baumwolle besteht der Faltenbalg nun zudem aus einem synthetischen Stoff (statt Baumwolle), der wasserdichter und widerstandsfähiger ist. Gleichzeitig erhielten kleine Verbesserungen bei den Führungen der Rollos und der Schiebetüren sowie eine kleine Magnettaschenlampe im Sockel des Beifahrersitzes Einzug ins Innere des T6 California - von den zahlreichen Assistenzsystemen einmal ganz zu schweigen. Was selbstverständlich auch im neuesten California nicht fehlen darf, ist die Küchenzeile mit weiteren Ablagen, neuer Handtuchstange und einer nun drei- statt zweigeteilten Glasarbeitsfläche über Kühlschrank, Gaskocher und Spüle. Was, wie schon seine Vorgänger, noch immer vorhanden ist, ist die Handbremse. Und nein, selbst im aktuellsten Modell ist dieses für viele T-Fans störende Objekt zwischen den drehbaren Sitzen noch immer nicht in elektrischer Form erhältlich. "Zwischen die beiden Vordersitze würde perfekt eine Kühltruhe passen, wenn da nicht diese Handbremse wäre. Das ist schon sehr ärgerlich", heißt es daher nicht selten in California-Foren. Daran schließt sich in vielen Fällen der Vorwurf an, dass zudem auch keine modernen Fahrzeugschlüssel im Angebot zu finden sind. Dem Legendenstatus werden diese Schönheitsfehler aber natürlich nichts anhaben können. Lediglich die Preispolitik sorgt für ein paar Kratzer. Denn wer heutzutage Freiheit erfahren möchte, muss zuvor erst einmal ins Hamsterrad und Geld verdienen. Viel Geld.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.