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4. Eifel Classic: Nummer vier lebt

Sie ist gerade erst vier Jahre alt und trotzdem gehört sie zu den besten Klassikrallyes, die man in Europa fahren kann: die Eifel Classic.

Die grüne Eifel hat nicht allzu viel an echten Höhepunkten zu bieten. Das Wetter ist selten besser als mäßig, Städte sind kaum vorhanden und Sehenswürdigkeiten rar gesät - zumindest wann man den automobilen Evergreen Nürburgring außen vor lässt. Abgesehen von den großen Rennveranstaltungen, die rund um die historische Nürburg über das ganze Jahr stattfinden, hat sich die Eifel Classic innerhalb von wenigen Jahren zu einer der anspruchsvollsten Oldtimerrallyes gemausert. Die kurvig-schönen Strecken in der hügeligen Eifel sind ebenso einzigartig wie ungezählt. Kleine verwundene Hohlstraßen, sattgrüne Alleen und dazu der unvergleichliche Charme des Nürburgrings - deshalb kommen die Teilnehmer zur Eifel Classic. Auch weil die Klassikrallye sich selbst treu bleibt und nicht versucht den historischen Charakter durch fadenscheinige Elektroklassen zu verwässern. Ein großer Pluspunkt war die Terminverschiebung in den Juni zusammen mit dem Eifelrennen, das zeitgleich am Nürburgring stattfand.

Die Fahrzeuge auf der Eifel Classic waren auch bei der 2012er Auflage sehenswerter denn je. Wo ist in freier Wildbahn sonst schon einmal ein grandioser Intermeccanica Indra zu bestaunen? Besitzer Robert Hehn hat jahrelang nach dem ungewöhnlichen Sportler auf Basis des Opel Diplomats Ausschau gehalten und ihn schließlich gefunden. Sein offener Zweisitzer war im Feld der 120 Starter ebenso ein Geheimtipp wie der Lancia Flaminia GT von 1961 oder der Autobianchi A112 Abarth von Ute Goeser und Norbert Stecher aus dem Jahre 1984. Grandios der elegante Jaguar XK 120 in klassischem schwarz oder der sich diesmal viel zu früh verabschiedende BMW 3.0 CSL.

Jaguar setzte der vierten Eifel Classic die Krone auf und holte zum 60. Thronjubiläum von Queen Elisabeth seine Kronjuwelen aus dem königlichen Fuhrpark. So pilotierte Schauspieler Jürgen Vogel mit Hightech-Rallyeausstattung den grünen Jaguar XJ-SC Targa, mit dem einst Lady Diana ihre beiden Söhne William und Harry zur Schule fuhr. "Ist schon ein Ding, dass Lady Di den Wagen früher gefahren hat. Gibt einem gleich etwas Königliches", so der rallyeerfahrene Jürgen Vogel mit einem Schmunzeln. Noch standesgemäßer präsentierte sich dem kargen Publikum am Streckenrand der über 700 Kilometer langen Rallye der schmucke Jaguar XJ von Queen Mum. Der dunkelrote Zwölfzylinder mit langem Radstand, dunkler Heckscheibe und hellgrauem Lederinterieur kam 1973 in den königlich britischen Fuhrpark und war dort fast 20 Jahre das Lieblingsauto der Königin Mutter. Deutlich rustikaler präsentiert sich da der Range Rover 300 tdi von Prinz Charles. Ebenso wie seine Mutter Queen Elisabeth konnte sich der Königssohn noch nie für edle Ledersitze erwärmen. Kein Wunder, dass sein dunkelgrüner Range Rover mit gerade einmal 46.000 Meilen auf dem Tacho über eine Komplettausstattung verfügt, jedoch mit schnöden Velourssitzen ausgestattet ist.

Weniger Aufsehen erregend als vielmehr hausbacken präsentierte sich im dreitägigen Rennverlauf das Siegerauto von Wolfgang Stracke und Fabian Mohr. Der 185 PS starke Mercedes 280 CE in Silber mit schwarzen Rallyestreifen sah nicht nur schnell aus - er ließ der Konkurrenz auf der Eifel Classic kaum eine Chance und gewann deutlich vor dem lässigeren Doppelpack aus Jürgen Jost und Jürgen Möller auf einem exzellent vorbereiteten Alfa Romeo GTV 1750 und der tschechischen Paarung Petr Fiala und Sohn Thomas auf einem Austin Healey 100 /4 von 1956. Sieger Wolfgang Stracke über seinen 280er: "Ich dachte, so langsam bin ich in so einem Alter, dass ich mich in so ein Sofa reinsetze." Jürgen Jost und Jürgen Möller freuten sich über Platz zwei mehr als über jeden Sieg: "Diesmal haben wir es eben mit einem Alfa versucht. Besonders die Rennstrecken-Etappen liegen uns", so Jürgen Jost, "wir kennen uns nun schon seit 35 Jahren."

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.