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Zeitsoldat greift ein Autofahrer bremst Pkw mit bewusstloser Frau aus

Unfall Warndreieck
Der Vorfall ereignete sich auf der A4 zwischen den Anschlusssstellen Gotha und Wandersleben (Symbolbild)
© trendobjects / Getty Images
Geistesgegenwärtig erkannte ein Autofahrer auf der A4, dass die Frau im Fahrzeug neben ihm das Bewusstsein verloren hatte. Der Zeitsoldat handelte schnell – und genau richtig.

Denis Gebhardt handelte ganz intuitiv und reflexhaft: Der 29-Jährige bemerkte am Mittwoch auf der A4 zwischen den Anschlusssstellen Gotha und Wandersleben beim Überholen eines anderen Wagens, dass dessen Fahrerin bewusstlos wurde. Geistesgegenwärtig setzte er sich mit seinem Pkw vor das andere Auto und bremste dieses durch eine leichte Kollision langsam ab, teilte die Autobahnpolizei mit. Damit verhinderte Gebhardt Schlimmeres: einen schweren Unfall, möglicherweise sogar mit Todesfolge.

"Ich drängte den Opel zurück auf die rechte Spur, überholte ihn und setzte mich davor. Dann bremste ich ihn von 80 km/h herunter, bis der Motor ausging", beschrieb der Zeitsoldat aus Weimar der "Bild" den Vorgang. Nachdem das Fahrzeug zum Stehen gekommen war, holte Gebhardt die bewusstlose 22-jährige Frau aus dem Auto und leistete Erste Hilfe. Die Fahrerin war offenbar dehydriert gewesen und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Ein siebenjähriger Junge, der ebenfalls im Auto saß, kam nicht zu Schaden.

50 bis 100 Fahrer halfen nicht

Um seine Rettungstat macht Gebhardt nicht viel Aufhebens, dem MDR sagte er: "Es ist selbstverständlich für mich, dass so etwas gemacht werden muss: Wenn jemand Hilfe braucht, kriegt er Hilfe." Doch so einfach ist das nicht – die Erfahrung musste er auch selbst machen. "Bestimmt 50 bis 100 Fahrzeuge" seien an dem Auto vorbeigefahren, ohne zu handeln. "Und keiner war in der Lage, sein Telefon rauszuholen und den Notruf zu wählen."

Der Bundeswehr-Oberstabsgefreite Gebhardt war auf das Auto aufmerksam geworden, weil an diesem die Warnblinklichtanlage angeschaltet war – trotzdem machte das Fahrzeug keine Anstalten, rechts ranzufahren. Wie sich später herausstellte, hatte der siebenjährige Beifahrer das Warnblinklicht eingeschaltet und somit ebenfalls seinen Teil zur Rettung beigetragen. 

Quellen: "Bild" / MDR / DPA / Thüringer Polizei

epp

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