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Alpina D3 Biturbo: Drückerkolonne

Steht BMW drauf - ist Alpina drin. Der Alpina D3 Biturbo ist die größte Versuchung einen 3er BMW zu fahren.

257 kW / 350 PS und 700 Nm - bei diesen Eckdaten fährt einem der Schrecken in die Glieder. Wem die exzellente Dreier-Reihe aus dem Hause BMW zu zahm ist, der schaut einfach 70 Kilometer weiter südwestlich in Buchloe am Tor zum Allgäu vorbei. Einsteigen, starten, verlieben - so einfach ist das hier auf dem Land. Alpina baut die Geschosse, die sich der Plattformgeber BMW nicht traut zu bauen. Ein Dreier BMW mit Doppelturbo-Diesel und 350 PS? Gibt es nur bei Alpina mit der derart viel Dampf und in einem derart grandiosen Paket. "Gerade viele unserer europäischen Kunden sind auf Langstrecken mit dem eigenen Auto unterwegs", erzählt Firmen-Chef Andreas Bovensiepen, "sie verzichten aufs Flugzeug und nehmen lieber den eigenen Wagen. 50.000, 70.000 oder noch mehr Kilometer im Jahr." Dabei soll es sportlichster Vortrieb sein, sonst kann man sich die Fahrt nach Buchloe sparen.

Wer einen Diesel-Kraftmeier wie den 4,63 Meter langen Alpina D3 in der Garage hat, muss nicht zum Flughafen Franz-Josef-Strauß, um in einen Jet zu steigen. Der ganz eigene Jetstream beginnt in der eigenen Einfahrt. 0 auf Tempo 100 in 4,6 Sekunden - 278 km/h Spitze. Das soll ein Diesel sein? Ist es - und war für einer. 700 Nm maximales Drehmoment stetig zwischen 1.500 und 3.000 U/min hört sich nach viel an. Wie es sich in der Realität anfühlt, spürt der Pilot am ehesten, wenn man auf der Autobahn so locker und flockig bei 150 km/h auf der mittleren Fahrspur cruist. Ein Tritt auf Gas und es gibt saures - und zwar für die Umgebung. Der 1,6 Tonnen schwere D3 schiebt an wie ein trampelnder Stier, der Lust auf jede Menge Mehr hat. Fahrzeuge im näheren Umfeld werden zu scheinbar stehenden Statisten, die bei guter Führung allenfalls noch den vier Endrohren hinterherstaunen können. Der Sound des Kraftprotzes könnte jedoch gerne noch etwas bulliger sein. Alpina verspricht einen Normverbrauch von 5,3 Litern. Wer mit Dampf und entsprechendem Engagement unterwegs ist, verbraucht acht, neun oder vielleicht zehn Liter Diesel - hat jedoch dann auch niemanden mehr vor sich, denn auch oberhalb von 250 km/h bläst der doppelt aufgeladene Sechszylinder-Selbstzünder noch zum Angriff und macht die linke Fahrspur bis zur 280er-Marke frei.

In der kalten Jahreszeit ist das so eine Sache, denn die hinterradgetriebene Limousinenvariante des Alpina D3 Biturbo kommt mit Winterreifen und kühlen Temperaturen allzu schnell an ihre Grenzen. "Den Touring bieten wir auch mit Allradantrieb an", erklärt Andreas Bovensiepen, "waren es beim Vorgänger so rund 50 Prozent, entscheiden sich mittlerweile 70 Prozent von den D3 Biturbo Touring Allrad." Langsamer wird es dann auch nicht, sondern nur eine Spur souveräner. Großen Anteil am großen Reisekomfort hat die perfekt abgestimmte Achtgang-Automatik aus dem Hause ZF. Im Vergleich zum Serien-Getriebe verstärkt, hat sie nie Mühe, die 350 PS und 700 Nm in die rechten Bahnen zu leiten. Manuell schalten? Kann man über die gewöhnungsbedürftigen Drucktaster hinten am griffigen Steuer. Und das kann man sich getrost sparen.

Von außen unterscheidet sich der Alpina D3 Biturbo durch markige Schriftzüge auf Frontschürze und Heckdeckel vom Top-Dreier-Diesel aus dem Hause BMW, der aktuell 313 PS und 630 Nm leistet. Wer auf die Allgäuer Buchstabenorgie am Heckdeckel verzichten möchte, dürfte seinem sportlichen Gedankengut auch durch die vier Endrohre, die klassischen Alpina-Leichtmetallfelgen und sportliche Schürzen genug Ausdruck verleihen können. Und wieso nicht gleich die BMW-Logos an Front und Heck gleich gegen das sehenswerte Alpina-Signet austauschen?

Auch im Innern bietet der verdieselte Einstiegs-Alpina Ledersportsitze, Fußmatten und Leisten mit den hauseigenen Logos. Mehr Individualisierung gibt es auf Wunsch - und den Wünschen des Kunden sind kaum Grenzen gesetzt. Der für eine Mittelklasse-Limousine stattliche Reisekomfort wird durch die bekannten Annehmlichkeiten eines BMW 3er nochmals verstärkt. So können sich auch Insassen im ausreichend dimensionierten Fond ein Bild vom Tatendrang des Sportlers machen, während im 480 Liter großen Laderaum allerhand Gepäck seinen Platz findet. So viel Tatendrang und Exklusivität hat seinen Preis. In der Basisausstattung kostet der Alpina D3 Biturbo 55.900 Euro. Der vergleichbare 335d xDrive mit Sportautomatik von der BMW-Stange kostet ähnlich ausgestattet 52.150 Euro - ist jedoch nur mit dem sinnvollen Allradantrieb zu bekommen. Somit liegt der Aufpreis für deutlich mehr Sportlichkeit und exklusiver Dynamik allradbereinigt bei rund 5.000 Euro. Das sollte es einem Wert sein. Auch Allradantrieb; den ordert man am besten bei Alpina gleich mit.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.