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Auf den Straßen von Nepal: Entrücktes Chaos im Paradies

Es ist schwül, es ist heiß und es ist dreckig. Auf den Straßen von Nepal ist nichts so wie in Europa oder den meisten asiatischen Staaten. Hier regiert das Chaos - und dabei passiert überraschend wenig.

Fahrspuren sucht man auf den Hauptstraßen der nepalesischen Metropole Kathmandu vergeblich. Wieso auch, niemand würde sich an sie halten. Selbst auf Straßen mit nur einer Fahrspur drängen sich drei Autos nebeneinander. Während ein knapper halber Meter weiter im Dreck strahlend weiße Hemden zweifelhafter Qualität feilgeboten und verstaubte Wasserflaschen angeboten werden, versuchen sich Motorräder wild hupend einen Weg durch das automobile Wollknäuel zu bahnen. Auf den völlig überfüllten Straßen von Kathmandu herrscht ab den frühen Morgenstunden das schiere Chaos. Eine Ordnung sucht man vergeblich, obwohl diese im Unterbewusstsein der meisten Verkehrsteilnehmer zu existieren scheint. Der Polizist, von einem vergrauten Mundschutz nur unzureichend gegen den Schmutz der Umgebung geschützt, erscheint wie ein Dirigent, dessen Taktstock keinerlei Bedeutung zu haben scheint. Seine Hand- und Armbewegungen verpuffen im Getöse von ratternden Lastwagen, klappernden Mofas und hupenden Bussen. Seinen Leidensgenossen in Städten wie Pokhara, Bharatpur oder heruntergekommenen Grenzstädten namens Siddharthanagar oder Nepalgunj geht es nicht anders. Schön ist hier kaum etwas.

Als ob zerborstene Mahindra-Geländewagen, dreirädrige Sammeltaxis oder bunt bemalte Lastwagen nicht schon genug wären, nehmen Tiere im nepalesischen Straßenverkehr eine nicht zu unterschätzende Rolle ein. Klapperige Wasserbüffel werden durch die heruntergekommenen Ortschaften und Straßendörfer getrieben, die man nur Slums nennen kann. Dazu hat das Land ein ernst zu nehmendes Hundeproblem, das längst zur Plage geworden ist. Die heiligen Kühe sitzen derweil irgendwo im chaotischen Straßenverkehr herum; sich ihrer herausragenden Rolle in der lokalen Hierarchie mehr als bewusst. Da hat es die Vielzahl getöteter Hühner schon schwerer, die im doppelten Dutzend auf wild bepackten Mopeds baumelnd von einem namenlosen Hüttendorf zum nächsten transportiert werden.

Die kleine Schar weißer, verdreckter Geländewagen fällt zwischen den zahlreichen Achttausendern, die sich entlang der Schiene Kathmandu - Pokhara publikumswirksam in den Himmel recken, kaum nennenswert auf. Zumindest nimmt von der Handvoll Range Rover Evoque und Land Rover Discovery trotz deren auffälliger Beklebungen in den überfüllten Städten kaum jemand nennenswert Notiz. In 50 Tagen bahnen sich Autoabenteurer auf der Seidenstraße ihren Weg von Berlin nach Mumbai / Indien - elf Länder, über 16.000 Kilometer in kunterbunten Klimazonen und mit Höhen von über 5.000 Metern - die Teilnehmer haben sich in aufwendigen Ausscheidungen unter 30.000 Interessierten gefunden. Sie saugen Land, Leute und Chaos Tag für Tag in sich auf und finden durch ihre Erlebnisse ebenso wenig Ruhe wie durch Hotels, die hygienischen Maßstäben nicht gerecht werden. So sehen Abenteuertouren im dritten Jahrtausend aus. Die Land Rover Experience Tour findet nach Durchquerungen von Bolivien, Namibia oder Island mittlerweile zum zehnten Mal statt. Das Interesse von Abenteuerlustigen Teamplayern ist als Fortsetzungsgeschichte von Camel Trophy und G4-Challenge größer denn je.

In Kathmandu, der schmuddeligen Millionen-Metropole im Osten von Nepal, ist einer der zahlreichen Höhepunkte der Asiendurchfahrt. Anfang Oktober beginnt hier in Nepal die Hauptsaison. Dann fallen tausende von mindestens ebenso abenteuerlustigen Bergvögeln und Klettermaxen aus Deutschland, Frankreich, Österreich und den USA im Himalaya ein, um ihre ganz persönliche Begegnung mit dem Mount Everest zu zelebrieren. Einige versuchen es per Pedes, andere mit einem beweiskräftigen Foto-Rundflug. Nepal ist dabei alles andere als günstig. Die Einwohner verdienen durch den Verkauf von Getränken und Snacks meist nur ein paar Cent und der Liter Kraftstoff kostet trotzdem umgerechnet 80 Cent. Autos - für die meisten unbezahlbarer Luxus. So lässt man sich zu viert auf einem Motorrad oder in Sammelbus mitnehmen. Wohin es gehen soll, weiß hier nicht jeder. "Wer es geschafft hat und einen guten Job hat", erzählt der Reiseguide Radjis, "der kauft sich ein chinesisches Motorrad. Das kostet mit umgerechnet 1.000 Euro nur ein Viertel von denen aus Japan." Die billigsten Autos beginnen bei 8.000 Euro und kommen meist von Maruti-Suzuki oder Tata, die auch den Lastwagenmarkt weitgehend unter sich aufteilen.

Nepal ist ein armes Land, das vom Tourismus lebt. Auf den Straßen rappeln heruntergekommene Klappenkisten dicht an dicht im Schneckentempo und nicht selten muss im staubigen Straßenrand geflickt werden. Zerborstene Reifen, kochende Kühler oder zerrissene Schläuche sind keine Seltenheit. Vom über 1.600 Meter hoch gelegenen Kathmandu geht es in flotter Fahrt in fünf Stunden über den ambitioniert benannten Prithvi Highway nach Pokhara. Auf der bisweilen zerborstenen Route nördlich des Royal Chitwan Nationalparks geht es entlang namenloser Bäche und unscheinbarer Agglomerationen, die ihren Namen kaum verdienen, zwischen hunderten von Lastwagen und Kleinbussen mit Himalaya-Jüngern drunter und drüber. Immer wieder wird die kurvenreiche Strecke von liegengebliebenen Lastern oder Schulkindern auf dem Heimweg versperrt. Das wilde Hupen stört hier nicht einmal die scheinbar durchweg tauben Hunde, die auf und neben der Fahrbahn mehr tot als lebendig liegen. Auf den kunterbunt angemalten Schwerlastern stehen Sprüche wie "I\'m looking for a girlfriend", "Rock ‚n‘ Roll" oder "freedom forever". An Steigungen geht es oft nur im Schritttempo voran und wenn ein paar verwahrloste Büffel auf der Straße campieren, gibt es die nächste Zwangspause. Jeder Überholvorgang in dem 190 PS starken Range Rover Evoque ist ein Spiel mit dem Schicksal und bei Dunkelheit ist das nicht selten ein kaum kalkulierbares Risiko.

Ein Raser zerlegte bei einer sinnlosen Angeberaktion einen seltenen "La Ferrari", von denen nur rund 500 Exemplare existieren.

Die zahllosen weißen Kleinbusse von Toyota sind ähnlich wie die meisten Lastwagen munter mit Botschaften und Werbehinweisen verziert. Gefährlicher als die kleinen Gucklöcher in Front- und Heckscheiben sind die Beladungszustände. Kanus, Überlandkoffer und lebende Tiere werden gerne einmal auf dem Dach transportiert. Am Straßenrand reihen sich in den dünnen Zivilisationsspuren kleine Verkaufsstände aneinander, wo es Wasser, Cola und Chips zu kaufen gibt. Gleich nebenan und kaum weniger farbenprächtig gibt es Richtung Pokhara und dem sehenswerten Phewa-See immer wieder kleine Schreine und Mini-Tempelanlagen.

Bei Dunkelheit wird es auf den Straßen von Nepal gespenstisch. Die Einheimischen denken gar nicht daran, ihre Beleuchtungsanlagen zu nutzen. "Sie wissen ja, wo es hingeht", lächelt Radjis, "macht keiner." Wenn die gleißend hellen Hochleistungsstrahler der Range Rover Evoque eingeschaltet werden, reißen die Ortseinwohner erstmals die Augen hoch, als sei zum zweiten Mal die Sonne aufgegangen oder ein Ufo aus einer fernen Galaxie gelandet. In Sekundenrhythmus geht es nicht nur in Grenzstädten wie Nepalgunj Zentimeter an heiligen Kühen, sterbenden Hunden, scheinbar lebensmüden Bewohnern und unbeleuchteten Autos vorbei. Dass den Straßen regelmäßig ein paar Meter Asphaltfläche fehlen, macht das Ganze zu einem echten Abenteuer, denn schließlich soll die Schaar Expeditions-Evoque nach 50 Tagen wohlbehalten in Mumbai ankommen. Im nächsten Frühjahr geht die Land Rover Experience Tour zwischen März und Mai von Mumbai zurück nach Deutschland. Der spannende Abenteuerurlaub der modernen Art kostet pro Etappe ab 2.725 Euro. Abenteuer und grandiose Landschaften inklusive.

Press-Inform / pressinform

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