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Autopreis "Gelber Engel": ADAC soll schon früher manipuliert haben

Dem ADAC droht eine tiefe Vertrauenskrise: Nachdem der Autoclub Manipulationen bei der Verleihung des Gelben Engels einräumen musste und die Autobranche Aufklärung verlangt, tauchen neue Vorwürfe auf.

Der ADAC schlittert nach Manipulationen bei der Verleihung des "Gelben Engels" auf eine schwere Vertrauenskrise zu. Die Vorwürfe gegen den Münchner Club werfen nach Ansicht des Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen auch ein Schlaglicht auf andere Tests und Statistiken des ADAC. "Auch die Pannen- und Tunnelstatistik müsste man jetzt untersuchen", sagte Dudenhöffer am Sonntag. In der Öffentlichkeit genießen diese Tests ein hohes Ansehen und Vertrauen. "Wenn sie beim 'Gelben Engel' lügen, könne man das auch für die anderen Bereiche nicht ausschließen", betonte Dudenhöffer. Im System des ADAC laufe grundsätzlich etwas falsch.

Der Autoexperte führt dies vor allem auf fehlende Kontrollmechanismen in dem Verband und einer fehlenden Corporate Governance, also Regeln für eine gute Unternehmensführung, zurück. Für die Autohersteller sei jetzt der Werbewert des Auto-Rankings beim "Gelben Engel" negativ, meinte Dudenhöffer.

Dieser Gedanke beschäftigt offenbar auch Europas größten Autobauer Volkswagen: Die Frage sei, was der Preis "Lieblingsauto" für den Golf bei den Begleitumständen überhaupt noch wert sei, erklärte ein Konzernsprecher. Man werde aber nicht vorschnell handeln. "Wir müssen denen natürlich auch eine Chance geben, die Sache aufzuklären", sagte der Sprecher. Erst dann werde entschieden, wie weiter vorzugehen ist.

"Nur Blendwerk und Selbstinszenierung"

ADAC-Kommunikationschef und "Motorwelt"-Chefredakteur Michael Ramstetter hatte zuvor Manipulationen beim Mobilitätspreis "Gelber Engel" eingeräumt und war von sämtlichen Posten beim Autoclub zurückgetreten. Laut ADAC wurde die Zahl der abgegebenen Stimmen in der Preiskategorie "Lieblingsauto der Deutschen", zu dem der VW Golf gewählt wurde, "geschönt". Die Rangfolge der Ergebnisse sei dabei aber nicht verändert worden, hieß es. Zudem sei von allen neun Preiskategorien lediglich das durch Leserwahl ermittelte "Lieblingsauto" von den Vorgängen betroffen.

Nach eigener Aussage waren weder die Geschäftsführung noch das Präsidium des ADAC über die Unregelmäßigkeiten bei der Leserwahl informiert. Der Club versprach, für die Abstimmung zum "Lieblingsauto" im nächsten Jahr ein notariell überwachtes Verfahren zu entwickeln, das über jeden Zweifel erhaben sei und alle Vorwürfe lückenlos aufzuklären.

Verdacht auf frühere Manipulationen

Bei ihrer Untersuchung sollte die Innenrevision auch die Wettbewerbe der vorhergehenden Jahre genau ins Visier nehmen. Laut "Süddeutscher Zeitung" liegen mindestens die Zahlen für den "Gelben Engel" im Jahr 2013 erheblich niedriger als vom ADAC bekanntgegeben. Der Verein habe stets von ungefähr 290.000 Stimmen gesprochen, schreibt das Blatt, tatsächlich seien es aber nur ungefähr 76.000 gewesen. Auffallend sei, dass auch bei den "Gelben Engeln" 2012 und 2011 das Siegerauto jeweils ungefähr 30.000 Stimmen bekommen habe - wie auch in den Jahren 2014 und 2013, in denen diese Zahlen offenbar manipuliert waren.

Für den Auto Club Europa (ACE) gibt es nur eine Konsequenz aus dem Skandal. Nach Ansicht des ACE sollten Auszeichnungen in der Automobilbranche generell abgeschaft werden. Wer wirklich wissen wolle, welche Wagen am beliebtesten seien, solle auf die fälschungssicheren Zulassungszahlen des Kraftfahrtbundesamtes schauen, teilte der Verein in Stuttgart mit. "Demgegenüber ist alles andere offenbar nur Blendwerk und aufgeblasene Selbstinszenierung", hieß es in der Stellungnahme. Es sei erklärungsbedürftig, warum Repräsentanten namhafter Autohersteller sich diese "peinliche Farce" weiter antun wollen.

mad/DPA / DPA

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.