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Autozukunft auf der CES: Google will ans Steuer

Google hat den Autobauern die Schau auf der CES gestohlen. Der Internetgigant will sein Betriebssystem Android ins Auto bringen und wird sich dabei nicht mit der Beifahrerrolle begnügen.

Von Gernot Kramper

Smartphones und Internet kontrolliert Google bereits. Nun verlässt der Technikgigant die virtuellen Welt des WWW, um endlich die reale Welt zu erobern. Dazu nutzt Google das Auto - und das Unvermögen der Autohersteller, die nicht in der Lage sind eine konkurrenzfähige Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik für ihre Fahrzeuge zu entwickeln. Damit Android im Auto genauso mächtig wird wie bei den Smartphones, benötigt Google starke Partner und die wurden gefunden. Die Autohersteller im Google-Bündnis heißen Audi, General Motors, Honda und Hyundai. Denkt man sich zu Audi noch den Volkswagenkonzern im Hintergrund und zu Hyundai die Schwestermarke Kia hinzu, wird deutlich, wie breit Google das Bündnis aufgestellt hat.

Mit Android hat Google eine unheimliche Erfolgsstory hingelegt. 2007 wurde es als Nachzügler zu Apples iOS gestartet, inzwischen ist es auf mehr als 80 Prozent aller Smartphones installiert. Ein Erfolg, den Google nun beim Auto wiederholen will. Schon das Grundrezept klingt ähnlich: Das Bündnis nennt sich Open Automotive Alliance. Ein System, dass allen Interessierten offensteht. Google zieht damit jetzt mit Apple gleich. Apple hat sein iOS in the Car von einem halben Jahr vorgestellt. Dort gehören BMW, Daimler und wiederum Audi zu den Partnern.

Vertraute Oberfläche auch im Auto

Jetzt soll es schnell gehen: Die ersten Fahrzeuge mit Android-Integration werden Ende des Jahres erhältlich sein. Zunächst geht es darum, mobile Technologien in den Wagen zu bringen. Ein Umdenken des Fahrers ist nicht notwendig, er trifft auch im Auto auf sein vertrautes Betriebssystems. In kommenden Audis wird zum Beispiel Googles Sprachsuche verfügbar sein. Auch das neue "Smart Display" hat typische Elemente der Android-Bedienung integriert.

Für die Autohersteller bedeuten die neuen Bündnisse den Abschied von einer Ära. Bislang haben es die Autohersteller mit eigenen Lösungen probiert. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen, solange es noch keine Smartphones gab. Aber heute werden Bedienbarkeit, Aussehen und Funktionaliät der Autoelektronik direkt mit dem Telefon verglichen, und dann sieht das Ergebnis meist bescheiden aus. Selbst die teuersten Autos können nicht mit dem Möglichkeiten eines mittelprächtigen Smartphones mithalten. Bei Fahrzeugen, die ein paar Jahre alt sind, wirkt die sündhaft teure Elektronik meist wie aus der Computersteinzeit.

Googles Rolle soll kleingehalten werden

Weitergehende Visionen verpaste Audi-Chef Rupert Stadler in Las Vegas einen Dämpfer. Er sagte, die Rolle von Android bei Audi beschränke sich auf Kommunikation und Vernetzung. "Wenn ein PC mal schwach auf der Brust ist, machen Sie einen Neustart. Wenn Sie im Auto unterwegs sind, geht es um Sicherheitsanforderungen und Produkthaftung, da kann man nicht jeden herumfuhrwerken lassen." Deshalb gebe es klare Vorgaben, dass es keine Eingriffe zum Beispiel in Steuer- oder Bremssysteme geben dürfe.

Soweit die Vorstellung des Audi-Chefs. Es ist aber kein Geheimnis, dass die Ziele von Google weiter reichen, als nur eine schöne Oberfläche für Mail-, Internet- und Telefondiensten ins Auto zu bringen. Google gilt als Pionier in Sachen Roboterfahrzeug und besitzt weltweit die größte Erfahrung, was die Verarbeitung großer Datenmengen angeht. Selbstständig fahrende Autos und die intelligente Vernetzung der Fahrzeuge untereinander, verbunden mit dem Austausch gigantischer Datenmenge, gehören zu den künftigen Kernaufgaben der Autoindustrie.

Partner oder Konkurrent

Noch versuchen Autohersteller wie Audi hier das Heft in der Hand zu behalten. Erfolg werden sie nur haben, wenn sie den Technologiegiganten Google auf Distanz halten können. Tatsächlich ist der neue Partner der größte Konkurrent. Gerade Premiumhersteller können ihren Kunden keine schlechteren Lösungen anbieten, als sie Google in einem offenen System offeriert. Je leistungsfähiger Google im Autobereich wird, umso so schwieriger dürfte es sein, einen Vorsprung zu erreichen.

Für kleinere Hersteller oder Autofirmen in finanziellen Schwierigkeiten wird die Versuchung sowieso groß sein, auf teure eigene Entwicklungen zu verzichten und stattdessen die offene Plattform von Google zu nutzen.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.