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BMW Active Hybrid 3: Europa-Legionär

BMW bringt mit dem Active Hybrid 3 das nächste Hybridmodell auf den Markt. In Diesel-Europa dürfte sich kaum jemand für den dynamischen Teilzeit-Elektriker interessieren.

Die Blicke aus den Entscheider-Etagen der Münchner Konzernzentrale gehen in Richtung USA und Asien. Der extrem leistungsstarke Achtzylinder-Turbo, der ebenso engagiert wie kurzzeitig den Hybridantrieb von BMW 7er und X6 stellte, ist Vergangenheit. Das neue Hybridmodul aus dem Hause BMW hat nur noch sechs Zylinder, 225 kW / 306 PS und einen zusätzlichen Elektromotor, der weitere 40 kW / 55 PS Elektropower leistet. Nachdem der BMW Active Hybrid 5 den Auftakt bildete, folgen nun die Hybridversionen von 3er und 7er mit dem identischen Modul. Alle Modelle bieten eine Systemleistung von 250 kW / 340 PS und 450 Nm maximalem Drehmoment ab niedrigen 1.000 U/min. Der Elektrosynchronmotor ist zwischen aufgeladenem Reihensechszylinder und der Achtgang-Automatik verbaut und stellt vom Start weg ein zusätzliches Antritts-Drehmoment von 210 Nm zur Verfügung.

Ganz nach dem Credo von BMW versucht sich der 4,62 Meter lange Hybrid-Dreier nicht durch maximale Effizienz bei fahrdynamischer Enthaltsamkeit einen Namen zu machen. Das Fahren hält, was die Leistungsdaten des aufgeladenen Dreiliter-Modells versprechen. Mit 0 auf Tempo 100 in 5,3 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h ist der Active Hybrid 3 noch besser unterwegs als der ohnehin bullig antretende BMW 335i - bei gleichzeitiger Verbrauchsreduzierung von rund 20 Prozent. Im Normverbrauch soll sich der Hybrid-Bayer mit 5,9 Litern Super zufrieden geben. "Bis zu einer Geschwindigkeit von 75 km/h kann er rein elektrisch fahren und ohne Verbrenner eine Strecke von bis zu vier Kilometern zurücklegen", erklärt der Entwicklungsverantwortliche Dr. Herbert Negele, "und bis zu Tempo 160 kann der Active Hybrid 3 segeln." Heißt, der Verbrenner wird im Schubbetrieb des Eco-Pro-Modus kaum spürbar abgekoppelt. Das spart zusätzlichen Kraftstoff.

Am Steuer des BMW Active Hybrid 3 setzt sich das Elektromodul allenfalls bei geräuschloser Schleichfahrt in Szene. Ansonsten ist der Unterschied zum gewöhnlichen 335er fast nur dann spürbar, wenn man es auch weiß. Selbst die 135 Kilogramm Mehrgewicht des Hybrid-Dreiers fallen selbst bei dynamischer Fahrweise kaum nennenswert ins Gewicht. Das Leergewicht des BMW Active Hybrid 3 erhöht sich auf über 1,7 Tonnen. Der Alltagsnutzen in Sachen Platzangebot wird beim BMW Active 3 erst auf den zweiten Blick eingeschränkt. Das üppig dimensionierte Paket der 96 Lithium-Ionen-Akkus ist kaum sichtbar unterhalb des Laderaumbodens untergebracht. Fällt daher kaum auf, dass sich der Laderaum durch den erhöhten Boden von 480 auf 390 Liter reduziert. Umlegen und Durchladen kann man trotzdem. "Der BMW Active Hybrid 3 hat keinerlei Einschränkungen im Nutzen", unterstreicht Baureihenleiter Anton Ruf, "er fährt sich wie ein ganz normaler 3er BMW. Wir setzen dabei auf Leistung und Verbrauch. Der Verbrauch wurde um bis zu 25 Prozent gesenkt. Im Normzyklus sind das 5,9 Liter."

Trotz der fahrdynamischen Qualitäten und der eindrucksvollen Effizienz dürfte sich in Europa kaum jemand für den BMW Active Hybrid 3 interessieren. Denn Hybriden stehen bei den Kunden nach wie vor kaum hoch im Kurs. Die Dieselversionen sind beim 3er BMW aktuell in einem Leistungsspektrum bis 258 PS verfügbar und gerade im Realbetrieb sind diese noch einmal nennenswert sparsamer als der Hybrid. Der BMW 330d glänzt zum Beispiel mit einem Normverbrauch von 5,1 Litern Diesel und auch die bei 5er, 7er, X5 und X6 erhältlichen Top-Diesel mit 313 und 381 PS unterbieten die entsprechenden Hybridverbräuche noch einmal nennenswert bei einem deutlich günstigeren Dieselpreis. "So wird der BMW Active Hybrid 3 in erster Linie für starke Benzinermärkte wie die USA oder Asien interessant sein", sagt Dr. Herbert Negele.

Die rund 6.500 Euro Hybridaufpreis werden den BMW Active Hybrid 3 daher in unseren Breiten nur für technikverliebte Elektrofans interessant machen. Zwar hat der BMW Active Hybrid 3 eine bessere Ausstattung als der gewöhnliche BMW 335i Automatik. Doch der spürbare Minderverbrauch fährt den Preisunterschied von 45.860 gegenüber 52.300 Euro selbst bei Intensivnutzung nicht heraus. Nicht nur für Vielfahrer gibt es daher nur die Dieselmodelle als Effizienzlösung. Doch längst kein Geheimnis mehr, dass es zukünftig bei BMW mehrere Hybridversionen auch mit weniger Leistung oder in der Symbiose mit Dieseltechnik geben wird. Die Kooperation mit Toyota hat schließlich gerade erst begonnen.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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