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BMW X6 M: Fette Alleskönner

BMW präsentiert seine neuesten Schlachtschiffe X5 M und X6 M. Mit 575 PS und bekannten Offroadfähigkeiten sind sie rennstreckentauglicher als je zuvor.

Noch vor wenigen Jahren wurden Sport Utility Vehicles und deren Coupéableger auf ihre Städte- und Offroadtauglichkeit reduziert. "Wie groß ist der Kofferraum? Kann ich damit auch über Feldwege fahren? Und: Wie viel kann mein Neuer ziehen?", waren die wichtigsten Fragen potenzieller Kunden. Wer sich keinen modernen Stadt-Offroader leisten konnte oder schlicht keine Verwendung für ihn hatte, kam schnell zu der Erkenntnis, dass ein derartiges Monster zu groß und unpraktisch ist. Vor allem, wenn die eigenen Interessen mehr im Motorsport, als im Reitsport liegen, kam für diese Zielgruppe solch ein Crossover kaum in Frage. Mit dem neuen Bruderpaar X5 M und X6 M zerstört BMW diese über Jahre zurechtgelegte und gewachsene Argumentationskette. Da das Thema Spritverbrauch in dieser Liga eh keine Rolle spielt, stören die 11,1 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometern ebenso wenig wie der Realverbrauch, der sich schnell Richtung 20 Litern orientiert.

BMW X6 M: Fette Alleskönner
Ab dem 11. April ist er in Europa erhältlich.

Ab dem 11. April ist er in Europa erhältlich.

Neben eifersüchtigen Nachbarn ist dies aber der einzige Punkt, der vermögenden Unentschlossenen ab dem 11. April die Investition in Höhe von 114.300 Euro für den X5 M oder 117.700 Euro für den X6 M vermiesen könnte. Denn die beiden PS-Protze schaffen das, was niemand für möglich gehalten hätte. Sie machen auf der Rennstrecke eine ebenso gute Figur wie im Gelände oder der Großstadt. Einen großen Anteil daran hat das 4,4 Liter große Triebwerk, das akustisch keinen Hehl aus seinen 575 PS macht. Der Achtzylinder bollert auf Wunsch in einer Frequenz, die manch Elefantenbullen vor Neid die Schamesröte zwischen die Stoßzähne treiben würde. "Da geht der Puls schon mal ein wenig höher", verrät der neue BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich. Und auch Ex-Formel 1-Pilot Timo Glock kann seine anfängliche Skepsis und die spätere Erleuchtung nicht verbergen: "Als man mich gefragt hat, ob ich den X6 M in Austin auf der Rennstrecke testen mag, wusste ich auch erst nicht, was ich davon halten soll. So ein großes Fahrzeug mit solch einem hohen Schwerpunkt? Naja… Aber am Ende des Tages wurde mir klar, dass sich die Zeiten geändert haben. Respekt!"

Um zu dieser Erkenntnis zu kommen bedarf es keiner Rennfahrerausbildung. Zu auffällig ist die nahezu perfekte Kombination des um 70 Newtonmeter auf 750 Newtonmeter erstarkten Triebwerks mit dem Fahrwerk. Der 4,91 Meter lange und 2.340 Kilogramm schwere X6 M schießt in 4,2 Sekunden auf Landstraßentempo 100 und gibt sich gegen Aufpreis erst bei 280 km/h der Elektronik geschlagen. Doch eine hohe Längsbeschleunigung haben viele. Beim Münchener Riesen gesellt sich eine mehr als überraschende Fahrdynamik hinzu. Dank der elektromechanischen Zahnstangen-Servolenkung lassen sich Kurven präzise und mit wenigen Korrekturen durchpflügen. Durch die heckbetonte Grundabstimmung des XDrive Allradsystems im Zusammenspiel mit der dreistufigen dynamischen Stabilitätskontrolle lässt der Alleskönner sogar kontrollierte Drifts zu. Selten zuvor ließ sich purer Fahrspaß am eigenen Limit so gut erfahren. Selbst das von Allradfahrzeugen zu erwartende Untersteuern haben die Ingenieure aus dem Hause M eliminiert.

Hinzu kommt die Achtgang-Steptronic, die eine sehr direkte Reaktion auf Lastwechsel aufweist. Per Aluminium-Schaltpaddles lässt sich zudem die Automatik komplett entmündigen. Soll heißen, selbst im dunkelroten Bereich wird nicht einfach der nächst höhere Gang eingelegt. Damit bei solch einer fordernden Fahrweise der von gewaltigen Lufteinlässen beatmete Offroad-Sportler keinen Hitzestau bekommt, dafür sorgt ein Hochleistungs-Kühlsystem mit insgesamt zehn Kühlern. Und damit nicht schon nach der ersten S-Schikane dem Mitfahrer mehr als nur die Gedanken an sein Mittagessen durch den Kopf schießen, kommt im X6 M der Wankausgleich zum Einsatz. Dass sich das hohe Gesamtgewicht nicht verbergen lässt, bekommen auch die speziellen, auf 21 Zoll großen Felgen installierten 325er-Reifen zu spüren, die nicht sehr lange brauchen, um an ihre Belastungsgrenze zu gelangen. Gut, dass die in Dunkelblau metallic lackierten Bremssättel der Hochleistungs-Keramikbremsanlage auch nach einigen harten Einsätzen noch ordentlich zupacken.

Neben der Rennstreckentauglichkeit haben die besonders bei Reitturnieren oft gesehenen Großraum-Sportler an ihrer Alltagstauglichkeit nichts verloren. Vorausgesetzt die vermeidliche Parklücke bietet nicht nur den Ausmaßen des BMWs Platz, sondern auch noch den gewaltigen Türen. Bis zu 1.525 Liter Gepäck fasst der Kofferraum des X6 M, in den X5 M passen 345 Liter mehr hinein - Platz genug für dreckige Stiefel, Sattel und mehrere Säcke Mohrrüben. Mit der maximalen Anhängelast von knapp drei Tonnen bleibt neben dem Reiter mehr Platz im Zugfahrzeug. Die beiden Zossen kommen einfach hinten dran. Ob die Vierbeiner jedoch auch über eine so edle serienmäßige Lederausstattung in ihrem Hänger verfügen bleibt zu bezweifeln.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.