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Cars and Cofffee: Frühstücks-Treff

Jeden Samstag in der Früh treffen sich amerikanische Autofans mit ihren Schätzen auf einem öffentlichen Parkplatz in Irvine. Hybrid- und Elektroautos bleiben draußen.

Dass in Amerika alles ein wenig größer ist, bezieht sich nicht nur auf ihre Burger und Pick-Ups. Auch ein gemütliches Frühstück unter Freunden kann im sonnigen Kalifornien schon mal Messe-Format annehmen. Das gilt zumindest für das samstägliche Cars and Coffee in Irvine. Das Motto lautet: Autos, die Du die anderen sechs Wochentage nicht zu sehen bekommst. Und das ist, völlig amerikauntypisch, nicht übertrieben. Denn was sich da jeden Samstag zwischen sieben und neun Uhr morgens auf einem öffentlichen Firmenparkplatz abspielt, könnte ohne weiteres als Automobilausstellung und somit für Besucher kostenpflichtige Veranstaltung durchgehen. Aber: Hier ist das Schauen und Plaudern völlig gratis - und erwünscht.

Cars and Cofffee: Frühstücks-Treff
Ford GT40

Ford GT40

Möglich wird dieses Spektakel mit bis zu 600 Autos und über 2.000 Besuchern durch die zahlreiche Mithilfe von Freiwilligen und der örtlichen Polizei. Police Officer Hillyard erklärt: "Ich bin selbst ein Autonarr und freue mich jedes Mal auf diesen Einsatz." Das eine oder andere Ticket schreiben er und seine Kollege aber dann doch noch. "Meine Jungs warten hinter der nächsten Anhöhe und schnappen sich jeden, der meint, das friedliche und vor allem sichere Fest mit einem Ampelrennen zu beenden. Aber das kommt nur sehr selten vor. Gegen ein paar laute Gasstöße haben wir nichts. Ganz im Gegenteil", verrät der großgewachsene Polizist und schaut einem Ford GT40 beim lautstarken Abfahren zu.

Das letzte Wort in puncto Organisation und der alles entscheidenden Frage nach dem "Darf ich hier auch mein Auto hinstellen?" hat John Clinard. Wenn er nicht gerade einem fast zwei Millionen Euro teuren Bugatti Veyron oder einer ganzen Horde von Nissan GT-R-Sportwagen den Weg zu ihren Plätzen weist, verdient er sich als Western Regional Manager bei der Ford Motor Company in Irvine seine Brötchen. "Wir sind alle bekloppt hier. Aber das macht den Charme dieser Veranstaltung aus. Das Besondere ist, dass dies ein Treffen ist, das völlig frei von kommerziellen Gedanken ist." Was er damit meint ist unter anderem, dass weder ein "Zu verkaufen"-Schild noch ein spezieller, von einem Autohersteller gemieteter Platz erlaubt sind. Was aber noch viel weniger geduldet wird als diese Dinge, sind "stinknormale Autos", wie es John Clinard gern formuliert. "Vor allem Fahrzeuge von 1999 und älter, sowie Sportwagen, Hot Rods, Exoten und alles, was normalerweise nicht in Südkalifornien zu sehen ist, werden bevorzugt auf den Platz gelassen. Was gar nicht geht, sind neue Viertürer, Trucks und Vans. Das Letzte, was wir hier sehen wollen sind aber die Hybriden und die Elektroautos - egal welcher Marke!"

Da hat er allerdings die Rechnung ohne den Produktingenieur Carl Winefordner gemacht. Denn der Sportwagenfan kommt in einem solchen Elektroauto zum Cars and Coffee. Doch nicht in irgendeinem, sondern in einem umgebauten Porsche 914 von 1970. Das unscheinbare 280 PS-Geschoss schafft fast 200 Kilometer pro Stunde und hat eine Reichweite von 230 Kilometern. Den Sprint bis Tempo 100 absolviert er in knapp fünf Sekunden. Noch schneller sind die insgesamt vier Bugattis mit je über 1.000 PS, die ordentlich von der wild fotografierenden und filmenden Menge beim Einparken unterstützt werden. Direkt daneben hat sich ein auf den ersten Blick noch stärkerer Vertreter der Sportwagenfamilie gesellt - ein Porsche 917. Wenige Augenblicke später gibt sein stolzer Besitzer jedoch zu, dass es sich bei dem Schmuckstück nur um einen Nachbau mit einem 2,4 Liter großen 911er-Motor handelt. Macht aber gar nichts. Er sieht dennoch super aus.

Bei einem kalifornischen Zusammentreffen von stählernen oder auch karbonummantelten Schönheiten dürfen menschliche Superstars natürlich auch nicht fehlen. Einer von ihnen ist Magnus Walker. Der mit seinem 1977er Porsche 930 Turbo extra aus Los Angeles nach Irvine angereiste Modeunternehmer ist gern gesehener Gast bei Cars and Coffee. "Die Autos hier sind doch der Wahnsinn. Dafür lohnt sich das frühe Aufstehen immer", grinst er durch sein von Dreadlocks und einem schier unendlich langen Bart umrahmtes Gesicht. Neben den zahllosen Sportwagen à la Viper, Lamborghini, Ferrari und Co. haben sich auch echte Oldtimer unters Autovolk gemogelt. So steht ein ausschließlich mit Dampf betriebener Wagen direkt hinter einer Corvette. Nur wenige Meter weiter sind zwei weitere Meilensteine der Automobilindustrie zu sehen, ein Ford Model T und ein De Lorean. Ersteres galt noch bis 1972 als das meistverkaufte Automobil der Welt. Der De Lorean ist dank seines unvergesslichen Auftritts als fahrende Zeitmaschine in der Film-Trilogie Zurück in die Zukunft zu einem der bekanntesten Autos der Welt avanciert. Nicht vergessen: Alles gratis und alles jeden Samstag!

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.