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Citroëns China-Strategie: Luxuslabel für die Aufholjagd

Von Chinas Lust auf Luxusautos profitieren deutsche Autobauer seit Jahren. Jetzt will sich auch Citroën mit einer neuen Luxusmarke auf dem weltgrößten Automarkt als Premiumhersteller positionieren.

Elegant und windschnittig, dynamisch aber nicht aggressiv - Citroëns Studie "Numéro 9" ist ein echter Hingucker auf der Autoshow in Peking und hebt sich deutlich ab von dem, was die Wettbewerber aus Europa und den USA an ihren Ständen präsentieren. Die Limousine mit der breiten Front und der knackigen, coupé-artigen Heckpartie lässt allerdings noch wenige Rückschlüsse auf das kommende Serienmodell zu, erklärt Citroëns Marketing-Direktor Xavier Duechemin. "Nummer 9 ist vielmehr ein Teaser, der einen Vorgeschmack auf die markantesten Designmerkmale unserer neuen, weiterentwickelten DS-Linie gibt." Ab 2014 wollen die Franzosen ihre DS-Familie ausbauen und drei weitere Modelle ins Rennen um die Premium-Kundschaft schicken. Mittelklasse-Limousine, SUV und ein Vertreter der automobilen Oberklasse sollen dann an den Start gehen. "Das wirklich neue daran ist, dass wir mit diesen Modellen erstmals Autos speziell für den chinesischen Markt entwickeln. Erst im zweiten Schritt werden wir diese dann für Europa adaptieren", so Thomas d’Haussy, der in der Pariser Konzernzentrale für die Entwicklung der Citroën-Produktpalette verantwortlich ist.

In China werden die Franzosen die exklusiven DS-Fahrzeuge über ihre 360 Citroën-Händlern vertreiben. Unter dem Label "DS Spirit" wollen sie vielmehr eine neue Premiummarke auf dem inzwischen wichtigsten Automarkt der Welt bringen. Im frühen Sommer werden 24 exklusive DS-Niederlassungen in 21 chinesischen Städten ihre Türen öffnen und der Kundschaft zunächst DS 4 und DS 5 offerieren. Mit diesem strategischen Schritt wollen die Franzosen ihr Image aufwerten und sich in China im Feld der Luxusanbieter etablieren, wo sich Wettbewerber wie Audi und BMW seit Jahren so erfolgreich tummeln. "In der Vergangenheit haben wir im Hinblick auf China Fehler gemacht. Wir haben hier einfach zu wenige Modelle angeboten", räumt Marketing-Mann Duechemin ein.

Dabei hatten sich die Franzosen schon frühzeitig in China in Stellung gebracht, lange bevor das kommunistisch regierte Land die Welt mit rasantem Wirtschaftswachstum zum Staunen brachte und zum weltweit interessantesten Tummelplatz für die internationale Autobauerriege wurde. Das Joint Venture zwischen dem PSA-Konzern, unter dessen Dach die Marken Peugeot und Citroën rangieren, und dem chinesischen Autobauer Dongfeng wurde schon 1992 gegründet. In den 90er Jahren lag der China-Marktanteil der Franzosen zwischen acht und zehn Prozent. Inzwischen hat Multi-Marken-Konzern Volkswagen PSA gnadenlos abgehängt. Während die Wolfsburger im vergangenen Jahr erstmals mehr als zwei Millionen Autos auf chinesische Straßen brachten, konnten die Franzosen nur 400.000 Fahrzeuge an die Kundschaft bringen.

Jetzt also will man die französische Trumpfkarte ausspielen, die eigenen Stärken werbewirksam ins Rampenlicht rücken. Während Audi mit Technologievorsprung für sich wirbt und Mercedes-Chef Dieter Zetsche vor Chinas Fachpublikum die reiche Erfahrung der Stuttgarter Autoschmiede betont, empfehlen sich die Citroën-Macher mit Raffinesse und Esprit, mit ihrem Händchen für Stilempfinden und Extravaganz. "Paris ist seit Jahrhunderten die Kapitale der Mode und des Luxus", macht Xu Liuping, Vorstandschef der Changan Automobile Company, dem zweiten chinesischen Partnerunternehmen der Franzosen, der heimischen Presse bei der Präsentation von "Numero 9" deutlich. Der gebildeten und gut verdienenden Klientel, auf die man mit den DS-Edelgewächsen zielt, sind Frankreiche Haute Couture- und Juwelier-Labels sowie die berühmte Lebensart "à la française" durchaus ein Begriff, ist sich Marketing-Direktor Duechemin sicher.

Die Autos, die man für China baut, werden daher auch ganz französisch sein. Details aber werden dem chinesischen Geschmack angepasst. "Der Innenraum zum Beispiel muss bei allem Luxus sehr klar und übersichtlich sein", erklärt Marc Pinson vom Citroën-Designstudio in Shanghai. Zudem seien selbst Käufer von Luxusautos viel konservativer als in Europa. "Mit dem Auto will man zwar Eindruck machen, andererseits wollen Chinesen aber auch nicht zu sehr aus der Reihe tanzen und keine Produkte haben, die zu sehr vom Geschmack der Masse abweichen."

Auch in anderer Hinsicht werden es die chinesischen DS-Händler mit einer anderen Klientel zu tun haben, als die Citroën-Händler in Europa. Im Durchschnitt seien Neuwagenkunden in China zehn bis 15 Jahre jünger als in Europa, so Duechemin. Im Reich der Mitte werden vor allem die 30 bis 38jährigen in die von Pariser Innenraumdesignern durchgestylten Showrooms kommen. Am Autokauf ist dann aber die ganze Familie beteiligt. Auch Eltern und Großeltern muss das Modell überzeugen, schließlich steuert die Verwandtschaft oft kräftig zur Anschaffung des automobilen Prestigeobjektes bei.

Spätestens ab 2015 sollen die Edel-Autos für den chinesischen Markt lokal produziert werden. Dazu hat sich PSA mit der China Changan Automobile zum Joint-Venture namens CAPSA zusammengetan. Das Werk in Yancheng in der chinesischen Provinz Jiangsu ist dann "die erste Fabrik, in der wir ausschließlich Luxusautos bauen", betont der französische Markekting-Chef. Konkrete Absatzzahlen für die DS-Modelle in China nennt er nicht. Zunächst sollen es "pro Jahr ein paar Tausend Stück" sein.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.