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Detroit Motor Show: Das Ende der Bescheidenheit

Die Verzagtheit der Krisenjahre ist vorbei. In Detroit feiert sich die Autobranche mit PS-Monstern und Designstücken. Aber unter dem Blech hat sich einiges geändert.

Von Gernot Kramper

Die großen Drei der USA sind wieder da: General Motors, Ford und Chrysler halten Hof in Detroit. Dass die Stadt selbst pleite ist, kümmert die Autoindustrie wenig. Schon vor mehr als 50 Jahren haben die Autofabriken die City verlassen. Das noch vor wenigen Jahren beschworene Ende der US-Autoindustrie ist nicht eingetreten - im Gegenteil.

Keine Kleinwagen in Sicht

In Detroit treten die Amerikaner mit Selbstbewusstsein auf und zeigen Stärke. Wichtigstes Modell und Sinnbild der Messe ist der Pick-up Ford F-150. Bullig und mächtig wie eh und je zeigt sich die Neuausgabe des meistverkauften Autos in den USA. Klein- und Keinstwagen sucht man in der ersten Reihe vergebens. Amerikaner, die sich im Ölschock einen Mini zugelegt hatten, waren meist enttäuscht. Nutzen, Komfort und Leistung entsprachen nicht den US-Maßstäben. Welche Dimensionen in den USA als Standard gelten, zeigt der neue Mittelklassewagen Chrysler 200. Sein Einstiegsvierzylinder leistet 184 PS, der größere V6 295 PS.

Die USA im Ölrausch

Fast kann man denken, jemand hätte die Zeit zurückgedreht. So, als hätte es nie eine Diskussion um Klimawandel und das Ende der Ölzeit gegeben. Und doch täuscht dieser Eindruck. Auch die US-Industrie hat ihre Hausaufgaben gemacht. Die Wagen werden nicht mehr automatisch von Jahr zu Jahr schwerer, im Gegenteil, sie verlieren Gewicht. Beim Ford F150 sind es mehr als 300 Kilogramm. Dazu sind die Maschinen deutlich effizienter geworden. Die Zeiten der alten V8, die im Grunddesign auf 50 Jahre alte Aggregate zurückgingen, sind auch in den USA unwiderruflich vorbei. Entsprechend sinken die Verbräuche. Sicher, es gibt auch neue Achtzylinder, auf breiter Front wurden die V8 allerdings von kleineren Motoren abgelöst.

Am wichtigsten ist aber der Mentalitätswandel. Durch die Erschließung neuer Ölfelder und den Abbau von Schiefergas befinden sich die USA in einem neuen Öl-Rausch. Zwar warnen Experten vor den Umweltbelastungen der Fördermethoden, auch mehren sich Hinweise, dass die Vorkommen nicht so groß sein könnte, wie zunächst behauptet, aber die Stimmung ist gekippt: von der Öldepression direkt in die Öleuphorie.

Kunden mit Experimentierfreude

Geringer Verbrauch und ausreichende Ölreserven - diese Kombination macht es schwer für reine Elektromobile. Vor einigen Jahren noch wurde für sie in Detroit extra eine Fahrstrecke eingerichtet. Wer aber die niedlichen Jahrmarktsstraßen und die emissionsfreien Mini-Vehikel damals in Augenschein nahm, hatte Zweifel, ob sich die Mentalität der US-Kunden jemals so weit verändern könnte, um an einem ökologischen Minaturwunderland Gefallen zu finden.

Inzwischen spielen die Elektroautos in Detroit nur noch eine Statistenrolle. Das liegt auch daran, dass manche Modelle wie der E-Golf inzwischen so alltäglich daher kommen, dass sie auf einer Glitzermesse nicht die Hauptrolle spielen können. Trotzdem sind die Stromer nicht tot. Mit Autos kann man nur Geld verdienen, wenn sie Emotionen beim Kunden wecken. Dieses Gesetz gilt auch für Elektrofahrzeuge. Spartanische Verzichtsmodelle werden nur von einer kleinen Minderheit akzeptiert. Die Strome von Tesla begeistern dagegen und feiern Verkaufsrekorde. Und auch der i3 von BMW hat das Zeug zu einem Bestseller. Nur reichen eine Handvoll Modelle nicht aus, um eine feste Größe im Messekalender zu definieren.

Wegen des Hangs zu PS werden die USA getadelt, doch dort haben Elektroautos noch die besten Chancen. Und das liegt nicht allein an den Förderprogrammen, sondern an der Mentalität. Wenn das Produkt stimmt, ist der amerikanische Kunde auch zu begeistern und bereit, etwas Neues auszuprobieren. Ganz anders als in Deutschland.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.