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Umfrage E-Bike-Boom – das erwarten die Käufer von einem Rad mit Elektromotor

E-Bikes boomen - in Deutschland und in ganz Europa,
E-Bikes boomen - in Deutschland und in ganz Europa,
© Getty Images
15.500 Menschen in Europa wurden zum Thema "E-Bike" befragt. Fahrspaß oder Freizeitvergnügen stehen im Inflationsjahr 2022 nicht im Fokus. Sorge um die Umwelt und die geringen Mobilitätskosten motivieren die Befragten.

Warum kaufen sich so viele Menschen E-Bikes? Diese Frage beantwortet eine Umfrage, die von Shimano in Auftrag gegeben wurde. Insgesamt wurden in Europa 15.500 Personen befragt, davon 2000 in Deutschland. Was kann jemand zum Kaufen oder Mieten eines E-Bikes bewegen? Spaß am Radfahren allein offenbar nicht. Dinge wie "Bewegung an der frischen Luft", "mehr von der Stadt sehen" oder "Fahrtwind und Sonne spüren" können sich im Ranking nicht durchsetzen.

Billiger als ein Pkw

Vor allem wollen die Käufer sparen. In Anbetracht der steigenden Lebenshaltungs- und Mobilitätskosten ist ein E-Bike günstiger als ein Auto und häufig auch billiger als die Monatskarte. Immerhin 31 Prozent votieren fürs Sparen. Danach folgt die Sorge um die Umwelt mit 27 Prozent. Knapp dahinter mit 26 Prozent rangiert die Überlegung, dass das Fahren eines E-Bikes gut für die Gesundheit sei.

So die Daten aus Deutschland. Europaweit betrachtet, werden die Lebenshaltungskosten noch wichtiger. Für 47 Prozent wären sie kaufentscheidend. Eine Stimme aus Spanien notiert lapidar: "E-Bikes sind für Leute, die zur Arbeit müssen und sich kein Auto leisten können." Finanzielle Hilfe beim Kauf des Rades würden 41 Prozent motivieren. In Deutschland können die Kunden da lange warten. Während der Kauf eines umweltpolitisch zumindest umstrittenen E-Autos mit Tausenden von Steuer-Euros versüßt wird, gibt es beim Kauf eines normalen E-Bikes nichts. Erwartungsgemäß hat die Covid-Furcht im Vergleich zum Vorjahr deutlich nachgelassen - 18 Prozent heute im Vergleich zu 39 Prozent der Befragten in Europa wollen ein E-Bike, um so der Ansteckung in Bus und Bahn zu entgehen.

Umweltfreundliche Mobilität

Sorge um die Umwelt rangierte in der Altersgruppe von 18-24 mit 37 Prozent am höchsten. Noch höher war der Prozentsatz in Italien mit 51 und Spanien mit 46 Prozent. Hitzewelle und Flächenbrände in den Ländern dürften den Wert nach oben getrieben haben. Eine Verbesserung der Infrastruktur für Radfahrer wird in Deutschland erstaunlich wenig gefordert: nur 21 Prozent finden das nötig. 49 Prozent sehen in Deutschland trotz aller Ankündigungen keine Verbesserung ihrer Radwege in den letzten 12 Monaten. Anders in Berlin, hier stellen 54 Prozent eine Verbesserung fest.

Warten die Berliner ihre Räder so gut?

Wenig erfreulich für die Hersteller ist es hingegen, dass E-Bikes das Senioren-Image nicht ablegen können. Die Frage "Wofür sind Ihrer Ansicht nach E-Bikes gut?", wird häufig mit alten Menschen beantwortet - 48 Prozent. Dahinter liegt die Umwelt mit 43 Prozent und Pendeln mit 39. Ein Viertel der Radfahrer in Deutschland plant eine Wartung des Rads innerhalb der nächsten 6 Monate (24 Prozent), in Berlin sind es dagegen 43 Prozent. Ein versteckter Hinweis auf die Tücken derartiger Umfragen. Das Ergebnis lässt sich so interpretieren, dass die Berliner ihre Räder weit besser in Schuss halten als der Rest der Deutschen. Oder man kann vermuten, dass sich hier das schlechte Gewissen meldet, eben weil man das Rad nie in die Wartung bringt und den Befragten bewusst war, dass es nun wirklich mal Zeit wird.

Quelle: Shimano State of the Nation 2022

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