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Genfer Salon 2014 Kleine Welt - ganz groß


In Genf ist vieles ein bisschen kleiner - und exklusiver. Der dortige Autosalon ist eine der schillerndsten Automessen der Welt - und eine der kleinen Leistungsschauen zudem. Das Spektrum könnte bei der 84. Auflage größer nicht sein. Dieses Jahr sind Kleinwagen und Luxusmobile die Stars am Lac Leman.

Gut, dass die Schweizer bei ausländischen Autos freizügiger sind, als beim Zuzug von Ausländern, der jüngst eingeschränkt wurde. Auf dem Genfer Salon ist die multikulturelle Autoszene überaus herzlich willkommen. VDA-Präsident Matthias Wissmann: "Der westeuropäische Pkw-Markt fasst nach einer langen Durststrecke wieder Tritt. Im Januar legte der Pkw-Neuwagenabsatz in Westeuropa um knapp fünf Prozent auf gut 897.000 Einheiten zu, was der fünfte Monat in Folge mit einem Pluszeichen ist."

Selten gab es auf einer Automesse in den vergangenen Jahren derart viele Kleinwagen zu bestaunen, wie auf dem Messegelände Palexpo. In Wurfweite zu Flughafen und der französischen Landesgrenze sind Winzlinge wie die ungleichen Interkontinental-Drillinge Toyota Aygo, Citroen C1 und Peugeot 108, Suzuki Celerio, der visionäre Mazda Hazumi oder der coole Renault Twingo die echten Stars. "Der neue Twingo ist nicht nur vom Ur-Twingo inspiriert, sondern auch vom Renault 5", unterstreicht Renault-Chefdesigner Laurens van den Acker zu seinem 3,50 Meter langen Spaßmacher, "er ist die moderne Interpretation eines City Cars mit dem Schwerpunkt auf modernen Linien und moderner Architektur." Der Opel Adam bekommt neben neuen Dreizylindern eine 150 PS starke Vitaminspritze, die vom 231 PS starken Audi S1 jedoch leistungsstark getoppt wird. Fehlt an sich nur einer: der neue Smart. Doch den frischen Deutsch-Franzosen, gemeinsam mit dem Renault Twingo entwickelt, gibt es erst im Sommer zu sehen. Die Messepremiere folgt im herbstlichen Paris. Dann wird der überarbeitete VW Polo als Genf-Neuling mit Hightech-Sicherheitsausstattung bereits auf dem Markt sein.

Klein und SUV geht auch. Jeep zeigt am Genfer See erstmals seinen Renegade und will damit endlich auch in Europa auf den Erfolgszug aufspringen. Das Design erinnert stark an bunte Playmobil-Kraxler aus den Kindertagen; doch der 4,18 Meter lange Allradler dürfte beim Publikum ankommen. Das Portfolio ist mit 16 Motor- und Getriebevarianten gigantisch. Wer mehr Platz, Dynamik und Image will, gönnt sich den aufgefrischten BMW X3, den Mercedes GLA oder den Porsche Macan.

Auch wenn die Kleinwagen in Genf mächtig trommeln, kommt die Automesse am luxuriösen Genfer See nicht ohne echte Luxusmodelle aus. Die lümmeln sich auffällig lasziv im Coupé-Segment herum, das mit zwei, vier und fünf Türen offenherziger denn je unterwegs ist. Da gibt es famose Luxusmodelle wie den Bentley Continental GT Speed, das beeindruckend dynamisch gezeichnete Mercedes S-Klasse Coupé mit Scheinwerfern im Diamanten-Look, das S-Klasse-Doppel aus S600 und S 65 AMG oder zwei Nummern kleiner den schicken BMW 4er Gran Turismo, der der sehenswerten Studie des Skoda Vision C den Vorteil der frühen Geburt entgegensetzen kann.

Wer es sportlicher will, schlendert durch die viel zu engen Palexpo-Gänge und genießt das visuelle Zusammenspiel aus attraktiven Messehostessen und leistungsstarken Kraftprotzen wie Lamborghini Huracan, dem 420 PS starken Audi TT Quattro Sport, McLaren 650 S, Ferrari California T oder man erhebt sich mit dem spektakulären Rembrandt Bugatti per Türöffnung in den Adelsstand. Kosten: 2,18 Millionen für jedes der nur drei erhältlichen Fahrzeuge. Das ist sogar exklusiver als der Koenigsegg Agera One. Und auch der aufgefrischte Rolls-Royce Ghost Serie II bleibt bei so viel Exklusivität nur das erlauchte Nachsehen. Der Maserati-Dreizack beschenkt sich auf dem Genfer Salon mit der Studie des Alfieri selbst zum 100. Geburtstag. So emotional dürfte sich der neue GranSport präsentieren.

Mehr als in den Jahren zuvor bietet die Automobilmesse in dem Bergstaat echte Volumenmodelle. Familien können sich freuen, denn der fahrbare Untersatz für die Rasselbande ist mit Modellen wie dem VW Golf Sportsvan, dem BMW 2er Active Tourer oder dem Ausblick auf den Mini Clubman sehenswerter denn je. MINI-Designchef Anders Warming: "Mit dem Clubman Concept zeigen wir ein Fahrzeug mit Raum, Flair und Style in einem Segment, das seinen Fokus vor allem auf Funktion und Nutzen richtet." Ebenfalls schick, wenn auch innen recht preiswert: der pfiffige Citroen C4 Cactus. Und wenn das alles zu außergewöhnlich sein sollte, gibt es immer noch schmackhafte Massenware wie den überarbeiteten Ford Focus (auch als Turnier) oder einen Peugeot 308 SW. Schade, dass es das lässige Volvo Concept Estate nicht in die Serie schaffen wird. Sein Innenraum gibt nur einen Ausblick auf die nächste Generation des XC90.

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