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Autarker Campingstrom Jackery Powerboxen im Test – der mobile Strom für Abenteurer

Die größere Box sollte mit zwei 100-Watt-Panels betrieben werden.
Die größere Box sollte mit zwei 100-Watt-Panels betrieben werden.
© stern
Es gibt Powerboxen, die man kaum hochheben kann, die Explorer 1000 und 500 von Jackery sind primär für Camping und Outdoor-Abenteuer gedacht. Am besten sie werden mit der passenden Solartasche kombiniert.

Powerbox, die dritte. In diesem Jahr haben wir uns mobile Stromversorger angesehen. Ein Monstergerät, das für Handwerker geeignet ist und im Cluster mehrerer Module auch ein Haus versorgen kann. Eine Box der 2000-Watt-Klasse, die man mit ihren 27 Kilogramm so eben noch als mobil bezeichnen kann. Vielen Camping-Fans dürften diese Boxen allerdings zu sperrig, zu schwer und auch zu teuer sein. Für ein Fahrzeug der VW-Bus-Größe sind sie tatsächlich zu groß.

Kleiner und mobiler

Für Camper gibt es die kleineren Boxen von Jackery – wir haben die Explorer 1000 und Explorer 500 ausprobiert. Schon an der Form mit einem integrierten Tragegriff sieht man, dass die Explorer wirklich für den mobilen Einsatz gedacht sind. Sie können am Henkel locker überallhin mitgenommen und nicht nur mit einem Kraftakt "verlagert" werden. Dazu gibt es bei jeder Box eine LED-Lampe.

Die 1000er wiegt 10 Kilogramm, die 500er 6,4 Kilogramm. Die Namensgebung hält sich an die üblichen Spielregeln: 1000 bedeutet, dass 1000 Watt Dauerleistung abgegeben werden können und die maximale Speichermenge in etwa eine Kilowattstunde beträgt. Bei der 500er ist es dann die Hälfte. Für den Freizeiteinsatz passt das auffällige Orange. Das Gehäuse wirkt stabil und wertig. Die Öffnungen sind geschützt – aber wie bei allen Geräten dieser Art, würden wir sie nicht im Regen stehen lassen.

Standardanschlüsse

Der Stromexport funktioniert über die üblichen Standards: 230 Volt, USB und 12 Volt Kfz-Anschluss. Aufgeladen werden die Geräte entweder solar oder über den Kfz-Anschluss, mit einem separaten Ladegerät geht es auch am Netz. Bei der kleinen Box wird die Solartasche über den Jackery-Klinkenstecker eingestöpselt. Die 1000er kann zwei Panels anschließen, das geschieht über einen Adapter, der dann mit einem klassischen Anderson-Anschluss in die Box geht.

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Autark mit solar

Beide Boxen können mit den Solartaschen von Jackery betrieben werden – Leistung 100 Watt, Wandlungsgrad 23 Prozent. Es können aber auch Panels anderer Hersteller verwendet werden. Die Taschen selbst und die Panels machen einen sehr guten Eindruck und sind zudem nicht übertrieben teuer. Man kann also guten Gewissens das "Orginal" benutzen. Spürbar billiger sind nur echte Preiskracher mit eher abschreckenden Kundenbewertungen. Nettes Feature: Von den Taschen kann ein Gerät mittels USB-Kabel auch direkt aufgeladen werden. Steckt man sie in den Explorer, empfiehlt sich folgendes Set-up: Die kleine 500er kommt gut mit einem Panel aus. Bei der größeren Box sollten es zwei sein, ein Panel ist aber auch möglich. Mit zweien kann man an einem Sonnentag mehr als eine Füllung produzieren, man kann also tagsüber Strom verbrauchen und die Box komplett laden. Die angegebenen Werte von jeweils 100 Watt pro Panel lassen sich erreichen, das dann aber nur an einem Sommertag voller Sonne und ohne Wolken. Unter optimalen Bedingungen liegt die Ausbeute sogar über den angegebenen 100 Watt. Im Nebel-Herbst schrumpft die Stromernte natürlich massiv.

Auch die größere Box lässt sich leicht on the road aufladen. Morgens und abends ein paar Stunden und zwischendurch im Auto über die Lichtmaschine. Zwingend notwendig wird die Solartasche, wenn das Kfz ein paar Tage nur steht, dann dürften zwei Module die Box aber locker füllen. Auch hier muss man bedenken: Größer ist nicht unbedingt besser. Eine Box der 2000er oder gar 4000er Klasse bekommt man mit dem Kfz-Kabel auf der Fahrt nicht gefüllt. Und um 2000 oder gar 4000 Wattstunden in annehmbarer Zeit mit der Sonne zu tanken, benötigt es einen ganzen Schwarm an Panels. Zu dem Platzbedarf der größeren Box müssen dann auch noch die Solartaschen verstaut werden.

Taschen sind mobiler

Wie immer hat das Taschensystem Vor- und Nachteile. Nachteilig ist, dass man die Taschen nicht fest auf dem Camper- oder Hüttendach montieren sollte – sie laden also nicht automatisch, sie müssen jeweils aufgestellt werden. Gut ist, dass das System flexibel bleibt und nicht an das Fahrzeug gebunden ist. Praktisch auch, dass man die Panels in die pralle Sonne stellen kann, und der Camper im Schatten bleiben kann. Die direkte Ausrichtung in die Sonne steigert die Ausbeute massiv im Vergleich zur flachen Montage auf einem Dach. Für jemand, der mit einem Zelt und nicht mit einem Camper unterwegs ist, sind die Taschen ohnehin alternativlos.

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Wofür sind die Boxen gut? Bei einer Box mit maximaler Stromabgabe von 500 Watt sollte einem klar sein, dass sie nicht primär dafür gebaut wurde, "normale" 230-Volt-Geräte zu betreiben. Dafür reichen weder Abgabe noch Speicherfähigkeit. Mit so einer Box kann man für LED-Licht sorgen, Musik hören, Smartphone und Laptop betreiben – das dann auch den ganzen Tag. Und mit einer Solartasche zum Stromtanken kann man tagelang "autark" bleiben. 230-Volt-Geräte müssen sorgsam ausgesucht werden und wenn können sie nur kurze Zeit betrieben werden. Das passt also für das Nötigste und das Entertainment beim Campen.

Die Explorer 1000 erweitert die Nutzung deutlich. Licht, Phone und Musik und Streaming auf dem Pad funktionieren endlos. Beim Campen kann man dazu eine Kühlbox betreiben und in einem Camper noch die obligatorische Wasserpumpe, ohne dass der Box schnell der Saft ausgeht. Wer mag, kann auch gelegentlich ein 230-Volt-Gerät anschließen. Wenn man auf die Wattzahl achtet, funktionieren sogar ein Föhn oder eine Kaffeemaschine. Für einen kleinen Camper ist das ganz beachtlich. Die vergleichsweise kleine Kapazität beider Boxen führt auch dazu, dass sie beim Fahren durch den Kfz-Anschluss relativ zügig aufgeladen werden. Auch ist es einfacher, so eine kleine Box mitzunehmen, um sie an einer Steckdose aufzuladen, als würde man einen Kasten von 30 oder 50 Kilogramm bewegen müssen. Stärkere Stromverbraucher kann man nicht den ganzen Tag betreiben. Doch im Hobbybereich gibt es viele Werkzeuge, die sich mit der 1000er doch unabhängig vom Stromnetz betreiben lassen. Etwa Stichsägen, Bohrmaschinen, Schleifer und Ähnliches. Bei einer großen Tischkreissäge wird es vermutlich eng.

Stromerzeugung leicht gemacht

Wir hatten viel Spaß mit den Boxen. Der Einstieg in die "Solar-Technik" gelingt kinderleicht, anstatt komplizierter Abstimmung muss das Panel nur in die Box gesteckt werden und fertig ist die Solaranlage. Sicher, größere Boxen können immer mehr - aber für viele Zwecke sind sie zu groß und sind natürlich auch teuer. Eine Box für fast 4000 Euro ist schlicht zu teuer, um gelegentlich für etwas Entertainment am Strand zu sorgen. Die Explorer sind dagegen wirklich mobil – sie lassen sich leicht und einfach überall hin mitnehmen und sind dann sofort einsatzbereit.

Preise sind heute im stetigen Fluss. Die Explorer 500 kostet derzeit etwa 650 Euro, die 1000er das Doppelte. Die Solartaschen mit 100 Watt liegen bei etwa 330 Euro. Das ist aber nur ein Anhaltspunkt – in Bundle-Kombinationen reduziert sich der Gesamtpreis deutlich. Bei Jackery sollte man zudem beachten, dass beim Kauf im eigenen Shop die Garantie verlängert wird.

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