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Jeep Grand Cherokee CRD: Liebe auf den zweiten Blick

Der Jeep Grand Cherokee hat zwei Gesichter. Was er auf der Straße an Komfort vermissen lässt, macht er im Gelände mehr als wieder wett.

Es gibt Geländewagen und es gibt SUV. Denkste. Denn der Jeep Grand Cherokee ist ein SUV, der dank seiner Geländetauglichkeit jedoch beim Kraftfahrt-Bundesamt als Geländewagen aufgeführt wird. Und, ohne es wahrscheinlich zu wissen, liegt das KBA mit dieser Einstufung auch goldrichtig. Denn wenn der Besitzer des in der Summit-Ausstattung 69.900 Euro teuren 3.0 V6 Multijet es drauf anlegt, kann kaum ein Terrain ihn aufhalten. Und das Beste: dann spielen seine Schwächen, die er sich auf der Straße erlaubt, kaum noch eine Rolle. Schwächen, die allerdings für defensive Autofahrer auf Autobahnen oder kurvenlosen Landstraßen sowieso kaum ins Gewicht fallen dürften.

Jeep Grand Cherokee CRD: Liebe auf den zweiten Blick
Rad in der Luft? Kein Problem.

Rad in der Luft? Kein Problem.

Sollte doch mal eine Kurve durchfahren oder einem Hindernis schnell ausgewichen werden müssen, werden alle bis zu fünf Insassen ordentlich durchgeschüttelt. Das starke Wanken erinnert zuweilen an ein havariertes Kreuzfahrtschiff. Im besten Falle haben die beiden äußeren, bis maximal 1,90 Meter großen Fondpassagiere aber so sehr auf die beiden clever installierten und auch wieder verstaubaren Bildschirme vor sich geschaut, dass sie davon nichts mitbekommen haben. Die sehr schwammige und indirekte Lenkung rundet die insgesamt sehr auf Komfort ausgelegte Fahrzeugkonfiguration ab. Leider nicht sehr komfortabel ist hingegen der Einstieg in den Fond, der insgesamt als sehr eng zu bezeichnen ist.

Bei der Beschleunigung liegt eine weitere Schwäche des 2,5 Tonnen schweren Jeeps. Muss der Fahrer spontan an einem Trecker oder LKW vorbeiziehen, sind dem 202 Kilometer pro Stunde schnellen Grand Cherokee seine Kilos deutlich im Wege. Was nicht heißt, dass sein hohes Gewicht nur von Nachteil ist. Ganz im Gegenteil, verhilft es ihm gleichzeitig zu einer maximalen Anhängelast von drei Tonnen - in seinem Kundenkreis nicht ganz unwichtig. Wer eine halbe Tonne mehr an den Haken nehmen möchte, muss sich entweder für die Limited oder die Overland-Variante entscheiden. Wo andere SUV-Hersteller sehr unpraktisch an Gewicht einsparen, lässt sich Jeep nicht lumpen. So passen in seinen Treibstofftank immer noch satte 93,5 Liter Diesel hinein. Bei einem normierten 7,5 Liter-Verbrauch erreicht er so theoretisch weit über 1.000 Kilometer mit nur einer Tankfüllung. Dass die Reichweite in der Realität nur selten einen vierstelligen Wert erreicht, steht auf einem anderen Blatt.

Vor allem, wenn der Jeep Grand Cherokee die Gelegenheit bekommt, seine Stärken so richtig auszuspielen. Ok, gefühlt 0,3 Prozent aller Besitzer eines solchen Vehikels werden jemals in solche Situationen geraten, doch es ist doch immer gut zu wissen, was der eigene Wagen so alles könnte - am Stammtisch sicherlich nicht ganz unwichtig. Und so kommt es, dass der 250 PS und 570 Newtonmeter starke Geländewagen sich unaufhaltsam seinen Weg über Baumstämme, durch 50,8 Zentimeter tiefe Flussläufe oder auch durch gewaltige Schlaglöcher bahnt. Letztere können mitunter so tief sein, dass der eigene Nachwuchs dort bis zum Haaransatz drin verschwinden könnte. Wenn ab und an mal ein oder zwei Räder komplett den Kontakt zum Boden verlieren, macht das auch nichts. Denn dank der Einzelradführung an Mehrlenkerachsen, Luftfedern und Zweirohrstoßdämpfern sowie Querstabilisatoren in Kombination mit dem permanenten Vierradantrieb mit Geländeuntersetzung und variabler Drehmomentverteilung ist das kein Problem. Ob der 3,0 Liter große V6-Dieselmotor sich selbst und alles was an ihm dranhängt in 8,2 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen kann oder nicht, spielt in solchen Situationen natürlich überhaupt keine Rolle.

Durchaus eine Rolle spielt der Einsatz des Acht-Stufen-Automatikgetriebes. Denn das funktioniert tadellos. Die Gangwechsel sind kaum spürbar und auf Wunsch lässt es sich teilweise per Schaltwippen entmündigen. Teilweise deshalb, da die Elektronik ab einer gewissen Drehzahl von selbst den nächst höheren Gang einlegt. Ebenfalls wie von selbst, zumindest in den meisten Rubriken, erklärt sich der große Touchscreen im edel ausgeschmückten Innenraum. Noch größer ist der Kofferraum des 4,88 Meter langen Jeeps. Zwischen 782 und 1.554 Liter Gepäck kann der SUV-Geländewagen in sich aufnehmen. Ein Grund, warum der Grand Cherokee in den USA gern als Mietwagen genommen wird. Das Gepäck für eine vierköpfige Familie passt hier ganz locker hinein.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.