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Oldtimer: Klein, süß und bescheiden – der Fiat 500 ist Kult

Der Fiat 500 – die Knutschkugel – mobilisierte einst Italien und verkörpert das Dolce-Vita-Gefühl der Epoche.

In den 50er Jahren sah Europa noch anders aus.

In den 50er Jahren sah Europa noch anders aus.

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Der Käfer von Volkswagen, die Ente von Citroen und der 500er von Fiat – von diesem Auto-Trio der Nachkriegszeit war der 500 das kleinste Vehikel. Passend zur italienischen Wirtschaftskraft mass der 500 keine drei Meter. 

Der kleine Viersitzer machte Italien von der Nachkriegszeit bis in die 70er Jahre mobil – es gab zwar einen Vorgänger, den Topolino, aber die Massen bewegte ab 1957 der Nuova 500. Heute wirkt das Vehikel – in das tatsächlich vier Personen passen – vor allem liebenswert. Aber seinen Erfolg verdankte der 500er seinem Kampfpreis. 1958 kostete er in Deutschland 2990 D-Mark.  Das waren etwa 1000 Mark weniger als der Preis, den Volkswagen für einen Käfer verlangte. Einen nennenswerten Kofferraum besaß das 2,97 Meter kurze Wägelchen allerdings nicht. Ganz nebenher machte der Fiat 500 den "Dachgarten" populär. Das war eine Art von flachem Metallkorb, der auf dem Fahrzeugdach montiert wurde und auf dem man dann die Koffer verzurrte.

Fiat 500 Abarth: Das kleine Tuningwunder für wilde Jungs

Nicht nur mit Gepäck und vier Insassen hat der 13,5-PS-Motor seine liebe Not mit dem Wagen. Da nutzten auch 500 Kilogramm Leergewicht wenig. Top-Speed lag bei 85 km/h – voll besetzt konnte man bei Steigungen quasi nebenher laufen. Später folgten stärkere Motoren von 16 und sagenhaften 21 PS. Die Abarth-Versionen feierten sogar Erfolge im Rennsport. Vom Nuova 500 produzierte Fiat bis 1977 mehr als 3,7 Millionen Exemplaren. 1992 versucht Fiat mit Cinquecento an den Erfolg anzuknüpfen. Die Nachfrage war gering, nach nur sechs Jahren wurde der Cinquecento eingestellt.

2007 startete der neue Fiat 500 und der hat es äußerst erfolgreich in die Riege der besonders angesagten Lifestyle-Wagen gebracht. Es gibt nicht nur ein Cabrio, Leistungs- und Luxusversionen – aus dem 500 hat Fiat eine ganze Fahrzeugfamilie gemacht. Die wuchtigen Modelle 500L und 500X haben mit dem Original allerdings schon optisch nichts mehr gemein. 

Der Fiat 500 Anniversario beschwörte 2017 mir den historisch angehauchten Farben Riviera Grün und Sicilia Orange das Lebensgefühl der 1950er Jahre. Dazu kommen klassische Chrom-Elemente auf der Motorhaube, verchromte Abdeckkappen der Außenspiegel und historische Fiat-Logos.

Mit MID

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.