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Edelmetalle: Neue Diebstahl-Masche: Kurz an der Pommesbude angestellt und schon wurde der Katalysator abgeschraubt

Im Katalysator stecken teure Edelmetalle, die Diebe bei skrupellosen Schrotthändlern verticken. In Windeseile bauen sie das Teil ab – besonders gefragt sind Hybrid-Autos.

Bei diesem Diebstahl in London haben die die Diebe einen Wagenheber mitgebracht. 

Bei diesem Diebstahl in London haben die die Diebe einen Wagenheber mitgebracht. 

Commons

In  Großbritannien gehen besonders dreiste Diebe auf Tour. Schlimm hat es den Londoner Shashi F. erwischt, berichtet die "Daily Mail". Er fährt einen Toyota Prius – der Umwelt zuliebe. In nur zwei Wochen wurden nacheinander zwei Katalysatoren gestohlen. Beim ersten Mal stand der Wagen in der Einfahrt und Shashi F. schlief während des Diebstahls. Das zweite Mal waren die Diebe frecher: Shashi F. wurde mitten am Tag beklaut, als er den Prius abstellte, um in einem Imbiss anzustehen. "Als ich aus der Pommesbude kam, den Motor startete und er auf diese verräterische Weise losbrüllte, wusste ich sofort, was passiert war."

Ich dachte nur: "Nicht schon wieder! Ich konnte es nicht glauben."

Besonders gefährdet sind Hybridautos wie der Toyota Prius, weil ihre Katalysatoren einen hohen Gehalt an Edelmetallen haben. Der Diebstahl von Autoteilen ist nicht neu. Regelmäßig werden Fahrzeuge aufgebrochen, um das Lenkrad, die Airbags oder die Entertainment-Konsole zu entwenden. Der Diebstahl des Katalysators hat einen einzigartigen Vorteil für die Diebe: Sie müssen nicht Türen und Alarmanlage überlisten, um ins Innere des Autos zu gelangen, der Kat befindet sich meist im Freien unterhalb des Autos.

In London explodiert die Zahl der Diebstähle. Dort wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres etwa 3000 Katalysatordiebstähle gemeldet. 2017 waren es im ganzen Jahr nur 170. Gerechnet auf ein ganzes Jahr ist das ein Zuwachs um 3500 Prozent oder um das 35-Fache. Der Grund für den Diebstahl-Boom: Im Kat befinden sich Platin, Palladium und Rhodium - und die werden immer mehr wert. Professionelle Diebe haben sich in den USA und in Großbritannien daher neue Absatzwege erschlossen. Die ausgebauten Katalysatoren werden an Schrotthändler verkauft – die zahlen 200 bis 300 Euro pro Stück. Der Preis als Ersatzteil ist weit höher, doch hier besteht immer die Gefahr, erwischt zu werden, wenn die Polizei verdächtige Verkäufe nachverfolgt.

Zornige Besitzer

 Das Parken an einer beleuchteten Stelle schreckt die Diebe jedenfalls nicht ab. Krankenpflegerin Nikki H. sagte der "Daily Mail", dass ihr Kat in der Einfahrt ihrer Eltern abgeflext wurde. Für das alte Auto war das ein wirtschaftlicher Totalschaden. Beim Start brüllte der kleine Motor los, die Diebe hatten den Kat und ein etwa ein Meter langes Stück der Auspuffanlage herausgeschnitten.

Der Fahrer des Ford Mustang macht ganz schön auf dicke Hose

"Das Auto war nur 600 Pfund wert und dafür konnte man es nicht reparieren." Geld für ein neues Auto hat Nikki H. auch nicht. Sie klagt: " Diese Drecksäcke interessieren sich nicht für das Leid und den Stress, den sie verursachen. Das ist ekelhaft."

Quelle: "Daily Mail"

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