HOME

McLaren 600LT: Baby-Senna

Der McLaren 600LT ist 328 km/h schnell und feuert in 2,9 Sekunden auf Tempo 100. Doch die am meisten begeistert die Agilität, die sogar den 675 LT in den Schatten stellt.

Das Fahrverhalten bleibt auch in schnellen Kurven berechenbar

Das Fahrverhalten bleibt auch in schnellen Kurven berechenbar

McLarens Produktionsprinzip eigentlich simpel: Man nehme ein Chassis mit Carbon Monocoque, hänge einen Achtzylinder-Biturbo dran, maßschneidere die Aerodynamik und garniere das Ganze mit Elementen aus dem Technikarsenal. Der McLaren 600LT folgt diesem Grundsatz, ist daher ein Derivat des 570S. Doch der Name Long Tail (Langheck) zeigt schon einen maßgeblichen Unterschied. Der McLaren 600LT ist 4,60 Meter lang und übertrifft den 570S um 74 Millimeter, rund 23 Prozent der Teile sind verändert. Die stammen unter anderem vom 720S, gewürzt mit einer Prise des beeindruckenden Senna-Modells und heben den neuesten Langheck- auf ein Niveau mit dem 675 LT. Bei der Agilität und der Rundenzeit soll der Neuling dem alteingesessenen Modell sogar die Rücklichter zeigen.

Baby-Senna
Das Fahrverhalten bleibt auch in schnellen Kurven berechenbar

Das Fahrverhalten bleibt auch in schnellen Kurven berechenbar

Aber bei dem McLaren geht es nicht nur um den Sprint, das Handling steht noch mehr im Fokus der Entwickler. Auf einer technischen und im Infield sehr anspruchsvollen Rennstrecke wie dem Hungaroring wird der Fortschritt, den der McLaren 600LT gegenüber dem 570S darstellt, offensichtlich. Das gilt vor allem für das Fahrwerk: Die Langheckvariante reagiert noch spitzer, noch exakter und noch unmittelbarer auf die Lenkbefehle des Piloten, den geschmiedeten Aluminium-Doppelquerlenker und den steiferen Stabilisatoren sei Dank. Zudem fliegt die Karosserie des McLaren 600LT um acht Millimeter tiefer über den Asphalt, als die den 570S.

Die Verbesserungen schlagen voll ein: Wo der 570S noch leicht nervös tänzelte, klebt der 600LT fast stoisch auf der Bahn, der Vorderwagen lenkt willig ein und das Hinterteil unterstützt die Kurvenfahrten. Selbst bei Lastwechselreaktionen bleibt der Mittelmotorsportwagen lange stoisch, ehe das muntere Heck höflich zu erkennen gibt, dass man sich dem Grenzbereich nähert. Die Leichtfüßigkeit kommt ebenfalls nicht von ungefähr: Der neueste McLaren wiegt 1.247 Kilogramm und ist damit um 100 Kilogramm leichter als der Bruder. Alleine durch die Leichtbausitze werden 21 Kilogramm eingespart, die Felgen und Reifen bringen minus 17 Kilogramm und das Fahrwerk 10,6 Kilogramm. Wie der Name verrät, geht der jüngste Spross der McLaren-Familie mit 441 kW / 600 PS auf Bestzeitenjagd, die aus dem bekannten 3.8 Liter V8-Biturbo-Motor der ein maximales Drehmoment von 620 Newtonmeter schafft, geschöpft werden. Das führt zu Fahrleistungen, die Platzhirsche wie den Ferrari 488 oder den Lamborghini Huracán Performante waidwund schießen: Nach 2,9 Sekunden erreicht der Emporkömmling aus Großbritannien die 100 km/h-Marke, nach 8,2 Sekunden sind es 200 km/h und die Spitzengeschwindigkeit beträgt 328 km/h.

Zudem generiert die optimierte Aerodynamik bei einer Geschwindigkeit von 250 km/h immerhin 100 Kilogramm Abtrieb. Die Lenkung ist präzise und gibt pflichtschuldigst Rückmeldung, wie sich das Zusammenspiel der Walzen mit dem Untergrund gestaltet. Kurz: Der Fahrer lenkt und das Auto setzt diese Idee perfekt um. Das Fahren in dem McLaren 600LT ist ein Erlebnis für alle Sinne. Während das Zusammenspiel zwischen Lenkung und Fahrwerk harmonisch von statten geht, tobt im Heck des Fahrers der Achtzylinder-Biturbo. Die Auspuffrohre treten nach oben aus, das verringert den Gegendruck und steigert die Leistung. Dabei trompetet der potente Achtender die Lust am Arbeiten bei jeder Umdrehung der Kurbelwelle lustvoll aus den Tiefen des Hubraums heraus. Die Fahrmodi passen sich dem der turbulenten Veranstaltung an: Während die Fahrstufenwechsel des Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe im Sport-Programm eher hart sind, laufen sie im Track-Modus sogar geschmeidiger ab. Aber: Beim Schalten wird das Drehmoment kurz erhöht und katapultiert das Fahrzeug so gar etwas nach vorne. "Dadurch sind wir sogar schneller", erklärt Chefingenieur Paul Burnham und ergänzt: "Wir haben alles verändert, was man anfasst. Zum Beispiel die Lenkung und die Bremse."

Die hat einen Brake Booster, dessen Konzept vom McLaren Senna übernommen ist. Das bedeutet: Aus einer Geschwindigkeit von 200 km/h steht der McLaren 600LT nach 117 Metern - das ist nur ein Meter länger als der Hypersportler McLaren P1 braucht. So imposant sich das auch liest, beeindruckend ist die Dosierbarkeit des Pedals durch das lineare Bremsgefühlt. Man fühlt also immer ganz genau, wie hart man den Anker wirft. Die Bremsanlage mit den Karbon-Keramik Scheiben ist auch standfest: Auch nach mehreren knackigen Runden, bei den der 600LT nicht geschont wurde, verrichten sie klaglos den Dienst. Wer einen McLaren 600 LT sein Eigen nennen will, muss sich beeilen. Die Produktion beginnt im Oktober und endet nach einem Jahr. Ach ja, da war ja noch was: Der Preis beträgt 230.000 Euro.

pressinform
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.