HOME

Mini Cooper: Oxford sucht den Superstar

Der neue Mini ist da - und er ist ein Volltreffer. Deutlich sparsamer, mächtig Fahrspaß und dann noch typisch Mini. So muss es sein.

Nicht jeder will als Kleinwagen Polo, Corsa oder Fiesta fahren und der fesche Fiat 500 ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Da kommt der neue Mini gerade Recht; wird er die automobile Einstiegsklasse mehr als sein Vorgänger aufmischen. Günstig ist er nicht; aber ein cooler Flitzer, der nicht nur in dieser Klasse seinesgleichen sucht. Gab es strahlende Piloten bisher ausschließlich am Steuer von Mini Cooper S und John Cooper Works, so ist auch der 3,82 Meter lange Cooper zu einem echten Spaßmacher geworden. Der neue Dreizylinder hört sich nicht nur ordentlich an, sondern ist nach einer Anfahrschwäche so munter unterwegs, wie man es bisher sonst nur von den Sportversionen kannte. Drei Zylinder, 1,5 Liter Hubraum und 100 kW / 136 PS? Allemal genug, um ausreichend auf den Putz hauen zu können. Das dezente Dreizylinder-Nageln im Hintergrund stört allenfalls beim Anfahren und wenn der kleine Brite mit seinem maximalen Drehmoment von 220 Nm erst einmal loslegt, gibt es kein Halten mehr. 0 auf Tempo 100 in 7,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 Km/h - da gerät selbst der auf 4,5 Liter gesunkene Normverbrauch zur Nebensache.

Insbesondere, weil der 1160 Kilogramm schwere Fronttriebler deutlich souveräner um die Ecken geht, als bisher. Die Zuwächse an Länge und Breite machen sich beim Fahrverhalten überaus angenehm bemerkbar. Vorne gibt es eine Eingelenk-McPherson-Konstruktion; hinten die bewährte Mehrlenkerachse. Die Lenkung ist angenehm direkt ohne zu spitz zu werden und das Sechsgang-Schaltgetriebe passt perfekt. Kraftvoll zupackende Bremsen und ein gut abgestimmtes Fahrwerk lassen einen zumindest im Hinterkopf von alten Rallye-Erfolgen der Ur-Minis träumen. Ähnlich wie bei Plattformgeber BMW ist der Mini nun mit unterschiedlichen Fahrprogrammen zu bekommen. Die Modi Green, Mid und Sport lassen sich versteckt am unhandlichen Ring um den Schaltknüppel anwählen. So wird die Lenkung schwergängiger, das Fahrwerk straffer oder die Gasannahme direkter. Im Sport-Modus geht es selbst beim 136 PS starker Dreizylinder stramm zur Sache. Hier würde man sich allenfalls mehr Getöse vom blassen Auspuff wünschen.

Der Mini der Baureihe F56 ist erstmals auf einer BMW-Plattform unterwegs. Verwandt mit dem nächsten 1er oder dem im Sommer auf den Markt kommenden BMW 2er Active Tourer soll das im Hause BMW die Kosten senken und einfacher die Entwicklung von Derivaten ermöglichen. Viertürer und Clubman stehen bereits in den Startlöchern. Cabrio und Countryman sind für die nächsten Jahre ebenfalls als Neuauflagen gesetzt. Mal schauen, welche Modelle Mini noch im Köcher hat. Beim normalen Mini wachsen die Dimensionen trotz des Größenzuwachses nicht in den Himmel. Vorne sitzt es sich bequem und die optionalen Sportsitze bieten endlich genügend Oberschenkelauflage; hinten sollte man Personen über 1,60 Meter allenfalls kurze Strecken zumuten. Sonst ist die Freundschaft dahin. Immerhin hat sich der Laderaum auf 211 Liter vergrößert.

Was man im Mini auch einstellt oder betätigt, schaltet sich ein großer LED-Ring um das Multifunktionsdisplay ein und kommentiert Handlungen wie Temperaturänderungen oder das Ausschalten des Triebwerks mit farbenreichen Illuminationen. Eine Spielerei, die bei vielen Mini-Kunden ankommen dürfte. Das beste daran: der LED-Ring lässt sich auf Wunsch auch abschalten. Dann kommt der deutlich aufgewertete Innenraum besser zur Geltung. Die Billigheimer-Oberflächen von einst sind verschwunden; Schalter und Bedienfelder fassen sich besser an. Zentraler Punkt bleibt das große Multifunktionsdisplay in der Mitte des Armaturenbretts. Tacho und der zu kleine Drehzahlmesser sind nunmehr deutlich besser hinter dem Steuer positioniert. Endlich gibt es einen vernünftigen Lichtschalter und eine ebenfalls von BMW entliehenes Touch-Bedienmodul für Entertainment, Navigation, Fahrerassistenzsysteme und Einstellungen aller Art.

Ähnlich wie der aufgefrischte VW Polo hat Mini bei seinem Neuling technisch mächtig nachgelegt. LED-Scheinwerfer, Einparkautomatik, Abstandstempomat, Kollisionswarnung, Rückfahrkamera oder Verkehrszeichenerkennung - da bleiben wenige Wünsche offen. Das Head-Up-Display projiziert die wichtigsten Informationen zudem auf eine ausfahrbare Scheibe im Blickfeld des Fahrers. Praktische Assistenzsysteme und beliebte Komfortextras machen es einem unmöglich, unter der 20.000-Euro-Marke zu bleiben, denn der Mini Cooper startet betont nackt ausstaffiert bei 19.700 Euro. Der 116 PS starke Cooper D kostet mindestens 21.450 und der 192 PS starke Mini Cooper S, befeuert von einem aufgeladenen BMW-Zweiliter-Vierzylinder, liegt bei mindestens 23.800 Euro. Mit sinnvollen Extras wie LED-Scheinwerfern, Navigationssystem, Mini Connected und den beliebten Individualisierungspaketen sind nach oben kaum Grenzen gesetzt. Auch hier ist sich Mini treu geblieben.

Press-Inform / pressinform

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.