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Boombox Ziegen- und Furzgeräusche als Sicherheitsrisiko: Tesla muss mehr als 500.000 Autos zurückrufen

Tesla Model X
Das Tesla Model X soll in Zukunft auf Sound-Spielereien verzichten
© David Zalubowski/AP / DPA
Tesla muss erneut Autos updaten: Diesmal geht es um das Boombox-Feature, mit dem Nutzer Musik und Geräusche abspielen können. Die Verkehrssicherheitsbehörde hat wenig Verständnis für den Spaß.

Tesla ist bekannt für seine Elektrofahrzeuge, die Autos besitzen aber auch einige Spielereien. Dazu gehört zum Beispiel die Boombox: Das Feature macht es möglich, über die Außenlautsprecher Sound abzuspielen – wie Musik, aber auch Ziegenblöken oder Furzgeräusche. Dem setzt die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA nun ein Ende. Aufgrund von Sicherheitsbedenken soll Tesla die Boombox-Funktion wieder entfernen.

Eigentlich sind die an dem Wagen angebrachten Außenlautsprecher nämlich dafür gedacht, Fußgänger mit einem Warngeräusch vor möglichen Zusammenstößen zu warnen und so Unfälle zu verhindern. Diese Funktion ist für alle Elektroautos und Hybridfahrzeuge verpflichtend. Von den Autonutzern zusätzlich abgespielter Sound könnte dazu führen, dass der Warnton schlechter zu hören ist, gibt die NHTSA zu bedenken. Tesla muss deshalb fast 580.000 Autos zurückrufen und das Feature per Software-Update wieder ausbauen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Danach soll die Boombox nur noch im Park-Modus verfügbar sein.

Tesla muss regelmäßig Modelle updaten

Konkret geht es um die Modelle S, X und Y ab dem Jahr 2020 sowie Fahrzeuge des Model 3 ab dem Baujahr 2017. Tesla-Chef Elon Musk ist mit der Maßnahme sehr unzufrieden: "Die Spaßpolizei hat uns dazu gezwungen", beschwerte er sich auf Twitter und meinte offenbar die Verkehrssicherheitsbehörde. Nach Angaben von Tesla sind keine Fälle bekannt, in denen die Ende 2020 eingeführte Boombox-Funktion zu Unfällen oder Verletzungen geführt hat. Elektrofahrzeuge müssen in den USA einen Warnton abspielen, wenn sie langsamer als 30 Kilometer pro Stunde fahren. Das liegt daran, dass sie in diesem Tempo kein gewöhnliches Motorengeräusch produzieren und somit für Fußgänger akustisch schwieriger wahrzunehmen sind.

In den USA hat Tesla in den vergangenen vier Monaten zehn Mal Autos zurückrufen müssen, davon vier Mal innerhalb der vergangenen zwei Wochen. Meist ging es dabei um Software-Probleme. Vor einer Woche erst sicherte Tesla zu, Probleme beim Sicherheitsgurt-Alarm von mehr als 800.000 Autos in den USA zu beseitigen. Kurz zuvor hatte der Hersteller eingewilligt, bei knapp 54.000 Autos in den USA eine Funktion seiner Fahrassistenz-Software "Full Self-Driving" zu deaktivieren, durch die unter bestimmten Bedingungen Stoppschilder ohne vollen Stopp passiert werden konnten.

Quellen: Reuters / NHTSA / Elon Musk auf Twitter / DPA

epp

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