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Interview

650-PS-SUV: Lamborghini steigert Absatz um die Hälfte, aber weniger wegen der Sportwagen

Lamborghini konnte seinen Absatz um 51 Prozent steigern. Das verdankt die Marke weniger ihren Sportwagen, als einem 650-PS-Ungetüm von SUV. Der Stern sprach mit dem Lamborghini-Chef Stefano Domenicali.

Der SUV Urus beschert Lamborghini-Chef Stefano Domenicali ein sattes Plus.

Der SUV Urus beschert Lamborghini-Chef Stefano Domenicali ein sattes Plus.

Lamborghini, eine Lieblingsmarke von Fußball-Profis und anderen extrovertierten Millionären, hat im vergangenen Jahr weltweit 5750 Autos verkauft. Das entspricht einer Steigerung von 51 Prozent. Lamborghini-Chef Stefano Domenicali zu dem Verkaufserfolg  der Sportwagen-Marke, der ihr ausgerechnet von einem SUV beschert wird.

Herr Domenicali, Glückwunsch zu Ihrem Erfolg – aber wer kauft den Lamborghini Urus, ein 650-PS-SUV für mehr als 200 000 Euro?

Das ist schon ein toller Moment für uns, sowohl für das ganze Team hier bei Lamborghini in Sant' Agata Bolognese als auch für die Audi-Gruppe, zu der wir ja gehören. Wir haben in etwa zwei Jahren rund 700 neue Mitarbeiter eingestellt, für die Urus-Produktion und die neue Lackiererei, die wir demnächst in Betrieb nehmen. Was die Käufer unseres neuen SUV betrifft, waren wir natürlich schon darauf eingerichtet, dass wir Kunden von anderen Marken erobern. Wir kalkulierten mit 50 Prozent. Tatsächlich haben 70 Prozent der Leute, die einen Urus kaufen,  vorher noch nie einen Lamborghini besessen. Das ist unglaublich. Der Urus bringt Lamborghini in eine ganz andere Dimension.

Machina Nationale
Das Lamborghini SUV ist 5,11 Meter lang

Das Lamborghini SUV ist 5,11 Meter lang

Jetzt könnte man erwarten, dass die Sportwagen, Ihr bisheriges Kerngeschäft, eingebrochen sind.

Nein, im Gegenteil. Unsere Supersportwagen haben auch zugelegt. Der Huracan weltweit um 5 Prozent, der Aventador um immerhin 3 Prozent. In Deutschland beide zusammengenommen sogar um 10 Prozent. Diese Autos werden allerdings, wie Sie vielleicht wissen, vor allem bei schönem Wetter gefahren. Der Urus ist dagegen ein Auto für den täglichen Gebrauch. Das freut uns natürlich auch.

Wo verkaufen Sie die meisten Autos?

Die USA sind nach wie vor unser größter Markt. Dort haben wir 2018 insgesamt 1595 Autos verkauft, gefolgt von Großbritannien mit 636 und Japan mit 559 Autos. Deutschland liegt an vierter Stelle mit 463 Fahrzeugen.

Alle Welt redet vom Elektroantrieb. Was machen Sie mit Ihren Acht-, Zehn- und Zwölfzylindern, sterben die aus?

Auf gar keinen Fall. Wir werden schrittweise unsere klassischen Verbrenner hybridisieren, das heißt, mit einem Elektromotor kombinieren. Mit der nächsten Generation des Zwölfzylinders in unserem Spitzenmodell Aventador, der sich in seinem achten Produktionsjahr immer noch gut verkauft, fangen wir an.

Und was kommt als nächstes?

2019 gehen wir wieder von einer deutlichen Absatzsteigerung aus. Denn der Urus wurde ja erst im Juli 2018 eingeführt. Wenn wir ein ganzes Produktionsjahr zugrunde legen, müssten wir mit ihm auf knapp 8000 Autos kommen.

Dann müssen Sie aber aufpassen, dass die Marke ihre Exklusivität nicht verliert.

Keine Sorge. Viel mehr als 8000 Exemplare pro Jahr werden wir mit den drei Modellreihen nicht produzieren.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.