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Reportage Neue Wege

Tesla kommt nach Europa
Tesla kommt nach Europa
© press-inform - das Pressebuero
Tesla öffnet sich zunehmend auch für andere Elektrokunden und baut sein Ladenetz gerade in Europa immer weiter aus. Doch bei der weltweiten Expansion hakt es bisweilen, denn nicht nur freie Stellen bei Tesla gingen stark zurück, sondern zehn Prozent der Mitarbeiter sollen ihren Job verlieren.

Das Angebot an Elektroautos wächst beinahe monatlich und so kommt der Ladeinfrastruktur eine immer größer werdende Bedeutung zu. Vorbei sind die Zeiten, als es zumindest in den Morgenstunden noch freie Cityladeplätze gab. Keine großen Probleme mit der Ladeinfrastruktur hatten bisher die meisten Tesla-Kunden – zumindest in Europa. Während es an den Tesla Superchargern in den USA besonders an Wochenenden und rund um Großveranstaltungen regelmäßig eng wird, sieht das in Europa noch anders aus. Die Fahrer von Model 3, X, Y oder S haben nicht nur das eigene Ladenetz, sondern auch lokale Anbieter, EnBW oder Ionity. Zudem wird das Tesla-Netz an Superchargern sukzessive ausgebaut. Durch die jüngste Eröffnung des Superchargers im französischen Avignon stieg die Zahl an Tesla Ladestandorten auf dem Kontinent auf 800 – bei knapp 9.000 Supercharger-Schnellladeplätzen. Auch im Hinblick auf die geographische Erschließung der europäischen Länder geht es aufwärts – mit einem ersten Standort in Lettland Anfang Juni ist der amerikanische Autobauer nunmehr in 30 europäischen Ländern verfügbar.

Der 800. Standort in Avignon, gelegen an der französischen Hauptverkehrsroute auf dem Weg nach Marseille und an die Côte d'Azur, umfasst stattliche 28 Schnellladeplätze. Der größte europäische Supercharger-Standort liegt jedoch auch weiterhin im norwegischen Nebbenes mit 44 Schnellladeplätzen. Mittlerweile liegt der Durchschnitt pro Standort bei etwas mehr als 11 Superchargern. Verbesserte Batterie- und Ladetechnologien ermöglichen dabei eine steigende Ladegeschwindigkeit. An den neuen V3-Superchargern erreichen Modelle wie das Tesla Model 3 und Model Y mit der größeren Batterievariante Spitzenraten von bis zu 250 Kilowatt und liegen damit beinahe auf dem Niveau von Audi E-Tron GT und Porsche Taycan, die mit bis zu 270 Kilowatt nachtanken können. Das ermöglicht 80 bis 100 Kilometer elektrischer Reichweite in fünf Minuten.

Mittlerweile öffnet sich das Tesla-Ladenetz auch für andere Marken. Aktuell haben Fremdmarken in 13 Märkten Zugang zu rund 250 Supercharger-Standorten und damit 3.600 Schnellladeplätzen. Damit betreibt Tesla das größte öffentliche Schnellladenetz Europas ab 150 Kilowatt Ladeleistung. In Deutschland betreibt Tesla aktuell 128 Supercharger Standorte mit über 1.600 Schnellladeplätzen.

In Sachen Expansion treten die umtriebigen Amerikaner langsam auf die Bremse. Nach Berechnungen der Analysten von Global Data gingen die weltweiten Stellenausschreibungen in der Region Asien-Pazifik im Jahresvergleich um 87 Prozent zurück. Im Juni hatte der US-Autobauer, der mittlerweile auch südlich von Berlin Fahrzeuge fertigt, Pläne zur Entlassung von 3,5 Prozent seiner Belegschaft bekannt gegeben. Darüber hinaus will Tesla in den nächsten drei Monaten die Zahl seiner Angestellten um ein Zehntel reduzieren und die Zahl seiner Mitarbeiter auf Stundenbasis erhöhen. „Elon Musks Diskussionen über die Rezession und deren Risiko für die Wirtschaft machen in den Medien die Runde“, so Sherla Sriprada, Analyst bei Global Data, „der Rückgang der Stellenausschreibungen bei Tesla im Juni 2022 deutet darauf hin, dass sich die Neueinstellungen auch in der APAC-Region verlangsamen, nicht nur in den USA. Unterbrechungen der Lieferkette, Transportkosten und erhöhte Rohstoff- und Arbeitskosten aufgrund der COVID-19-Pandemie belasten Tesla weiterhin.“ Damit geht es Tesla trotz der geplanten Expansionen nicht besser als den internationalen Wettbewerbern.

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