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Reportage Power2Drive Das große Ganze

e.Go e.wave X
e.Go e.wave X
© press-inform - das Pressebuero
Bei Power2Drive-Messe des Jahres 2022 rückt die ganzheitliche Elektromobilität in den Fokus. Neben dem Laden von Autos spielen in München die Energiespeicherung und -umwandlung eine wichtige Rolle.

Münchner Taxifahrer gehören sicher nicht zu den geduldigsten Zeitgenossen. Nur während des Oktoberfests reihen sich die Taxler freiwillig in lange Schlangen ein, um auf Fahrgäste zu warten, die in Scharen kommen. Diese eherne Regel kann jetzt gerne gestrichen werden. Vor der Münchner Messe reihte sich ein hellbeiges Gefährt an das nächste. Der Grund: Die Power2Drive Messe, bei der es um die Ladeinfrastruktur und Elektromobilität geht. Dass so gut wie keines der Taxis ein Stromer ist, stört die Fahrgäste wenig.

Das Münchner Wetter präsentiert sich von der besten Seite. Vor dem Haupteingang zur Messe wehen Fahnen, oben strahlt die Sonne vom weißblauen Himmel. Es ist ein Kommen und Gehen. Vor allen in den sechs Hallen mit dem Buchstaben nimmt das Gewusel noch zu. Überall wird diskutiert, chinesische Sprachfetzen vermischen sich mit Deutsch und Englisch. Dagegen war die IAA an gleicher Stelle vor gut einem halben Jahr eine müde Veranstaltung. Der Rucksack ist ein beliebtes Accessoire der Messebesucher und ein Stand reiht sich an den anderen, dazwischen schlängeln sich die eifrigen Messebesucher. Überall wird diskutiert. Einet lässt es sich nicht nehmen und entfernt ein schubladengroßes Bauteil aus einem BYD-Kasten und hält es einem Experten unter die Nase. Auf der Powe2Drive geht es handfest zu.

BYD ist den Meisten als Autobauer bekannt, aber Built Your Dreams agiert auch bei Batterien. Der Auftritt der Chinesen ist nicht von schlechten Eltern, aber Huawei übertrumpft die Landsleute deutlich mit einem der größten Stände der Messe. Das Motto „Building a Low Carbon Smart Society“ steht stellvertretend für ein großes Thema der Power2Drive. Es geht um einen Kosmos bestehend aus nachhaltigen Energien wie Solarenergie / Fotovoltaik, Energiespeicherung und -Management sowie deren Umwandlung. Nicht nur Hardware ist gefragt. In Konferenzen versuchen Experten, Antworten auf diese Fragen zu geben. Die Messe ist ohnehin sehr interaktiv: Manager halten Vorträge und stellen sich hinterher den Fragen der Anwesenden.

Die Messe entwickelt sich weg von einer reinen „wie komme ich von A nach B“-Messe, genauso wie sich die Elektromobilität in ein ganzheitliches Konzept mit vielen wichtigen Komponenten entwickelt. Die Energiespeicherung ist eine davon. Voltronic Power zeigt den EnerSys 123, ein 30-Kilowatt-Automobilladegerät mit 20 Kilowattstunden fest installiertem Speicher und einem 10-kW-Inverter, der die Sonnenergie nutzt. Also eine Heimtankstelle für Fotovoltaikbesitzer. Aber genau um diese Effizienz geht es. A vielen Ständen wurden Inverter, also Wechselrichter angepriesen, die Gleichspannung in Wechselspannung umwandeln.

Das Thema Energie treibt die ganze Industrie um: Angefangen Samsung SDI bis hin zu Siemens – die Big Player geben sich auf der Münchner Messe die Ehre. Ganz hinten in der Halle B6 rückt das Automobil in den Focus. Die Hauptrolle spielen die Lademöglichkeiten. Die Wallbox ist längst kein simpler Stromspender mehr, sondern eine vollvernetzte Schaltzentrale. „Die Wallbox ist kein automotiver Markt“, stellt Dr. Karl Kolmsee, Director Product Portfolio bei Webasto und spielt damit auf die Rolle der Mini-Stromtankstellen in dem großen Ökosystem Mobilität.

Nach wie vor sind die intelligenten, vernetzen Lademöglichkeiten ein wichtiges Thema. Auch das bidirektionale Laden spielt eine immer wichtigere Rolle, genauso wie Gleichstrom-Wallboxen wie das bidirektionale Heimladegerät Quasar des spanischen Unternehmens Wallbox. Ein zweiter Trend sind kleine mobile Ladegeräte, die auch an der Haushaltssteckdose genutzt werden können. Die Schüttorf Firma Kortmann Beton kümmert sich um einen anderen Sicherheitsaspekt und will mit einem Schutzwall die Stromtankstellen vor Fremdkontakten schützen.

Ganz ohne Auto geht es dann doch nicht. Skoda hat den Enyaq im Gepäck und das Aachener Start-up e.Go Mobile hat mit dem e.wave X die den Nachfolger seines seinen Kleinstwagen "Life" mit nach München gebracht. Allerdings ohne den Markenbotschafter und brasilianischen Fußballstar Neymar Jr. Was vielleicht auch ganz gut ist, denn sonst wäre der Trubel noch größer gewesen. Der kleine Crossover hat sich auch im Innenraum gemausert: Das Cockpit besteht aus einem großen 23-Zoll-Bildschirm und die Reichweite beträgt dank der 21,5- kWh-Batterie maximal 240 Kilometer. Ganz wichtig: Der e.wave X kann mit 11 Kilowatt geladen werden, bisher waren es lediglich 3,5-Kilowatt. Auch der Motor um 20 kW / 27 PS auf 80 kW / 109 PS erstarkt. Allerdings ist der Preis mit 24.990 Euro ebenso in die Höhe geschnellt. Für die Besucher der Messe gab es immerhin noch die Gelegenheit, in einem Skoda Enyaq, oder einem Polestar eine Probefahrt rings um das Messegelände hinzulegen.

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