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Service: Fahrradtransport- so geht es mit dem Rad auf die Autobahn

Wie nimmt man das Fahrrad sicher mit in den Urlaub? Verschiedene Systeme bringen Rad und Auto zusammen. stern.de erklärt, welche Träger zu den verschiedenen Fahrzeugtypen passen, und wer mit welcher Lösung glücklich werden kann.

Der Dachträger ist eine günstige Lösung.

Der Dachträger ist eine günstige Lösung.

Getty Images

Wer im Urlaub oder einem Ausflug mit dem eigenen Rad fahren möchte, muss seinen Drahtesel mitnehmen. Für den Transport mit dem gibt es verschiedene Möglichkeiten, die alle Vor- aber auch Nachteile haben. Ein Test von ADAC und Stiftung Warentest deckte vor einigen Jahren große Sicherheitsdefizite der verschiedenen Trägersysteme auf. Bei einer Vollbremsung können sich Räder lösen, und auch von schnellen Ausweichmanövern (Elchtest) waren viele Träger überfordert.

 Sorgsamkeit bei Montage der Träger und beim Beladen ist unerlässlich, das zusätzliche Verzurren der Räder mit Spanngurten erhöht die Stabilität enorm. Wenn die Räder außerhalb des Fahrzeugs transportiert werden, müssen alle aufgesteckten Anbauteile wie Körbe oder Schutzbleche vom Rad entfernt werden.

Beim Transport mit einem Dachträger oder einem Heckträger gilt für jedes ein maximal zulässiges Gewicht. Dachlast und zulässige Stützlast auf einer Anhängerkupplung dürfen meist zwischen 50 und 100 Kilogramm liegen. Das Gewicht von Träger plus vier normalen Rädern kann schnell das Limit eines Mittelklasse-Pkw von 75 Kilogramm übersteigen.

 Bei Elektrorädern kann man den schweren Akku abnehmen und im Fahrzeug transportieren, um so die Traglast fürs Dach oder die zu verringern. 

Einfach im Auto mitnehmen

Der Transport von Fahrrädern im Wageninneren hat unbestreitbare Vorzüge: Es muss kein Träger gekauft werden, das Auto fährt wie gewohnt. Man vermeidet die beim Test aufgetretenen Sicherheitsprobleme, und es sind keine Tempobegrenzungen zu beachten.

Der Nachteil: Die Räder nehmen viel Platz im Wagen weg. Für vierköpfige Familien ist der im Auto keine Alternative. Aber auch zwei Personen benötigen einen Kombi, einen Van oder ein Nutzfahrzeug wie einen Citroën Berlingo, um die Räder unterzubringen.

Mountainbikes mit 26-Zoll-Bereifung sind wesentlich handlicher als Hollandräder mit 28-Zoll- und ausgreifenden Lenkern. Meist muss man Vorderrad und Sattel demontieren, um das Rad im Auto unterzubringen. Ohne Schnellspanner an den Rädern ist das kein Vergnügen. Soll das Rad häufiger so transportiert werden, empfehlen sich spezielle Radhalterungen für den Wagen. Eine andere Lösung sind Transportkoffer für das Rad. Sonst sollte man sein Rad in eine Plane einschlagen, denn schwarzes Kettenfett lässt sich nie wieder aus dem Dachhimmel entfernen. Weil das Gewicht des Rades im Innenraum keine Rolle spielt, lassen sich schwere Elektroräder gut im Innenraum transportieren.

Falträder oder Klappräder sind eine gute Alternative. Sie sind wesentlich kompakter als normale Räder.

Fazit: Für zwei Personen mit möglichst großem und hohem Fahrzeug

 Auf dem Autodach

Für jeden Dachgepäckträger gibt es spezielle Schienen, um Fahrräder zu befestigen. Beim Beladen muss man allerdings die zulässige Dachlast beachten. Zwei Räder sind kein Problem, bei vier Rädern – und dem Gewicht des Trägers – wird es eng. Vorteil: Der Transport auf dem Dach lässt den Innenraum frei. Weder Schmutz noch Beschädigungen drohen. Ein Dachtransport ist auch mit einer Limousine oder einem Coupé möglich, in deren Innenraum man kein Fahrzeug transportieren könnte. Das zusätzliche Gewicht auf dem Dach verändert das Fahrverhalten jedoch spürbar. Eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h wird empfohlen, ist aber nicht gesetzlich vorgeschrieben. Außerdem ist es nicht einfach, die Räder auf- und wieder abzuladen. Je größer und höher der Wagen umso schwerer wird es. Bei SUVs, Vans und Nutzfahrzeugen wie einem Fiat Doblo wird das Beladen zum akrobatischen Akt.

Tipp: Ein Tritt hilft beim Beladen, eine Decke schützt das Wagendach vor den Folgen eines Abrutschens. Fazit: Günstige Nachrüstlösung für fast jedes Fahrzeug. Dachträger kann man wegen des großen Angebots auch gebraucht kaufen. 

Heckträger auf der Anhängerkupplung

Die eleganteste Art Fahrräder zu transportieren. Sie setzt allerdings eine freie Anhängerkupplung voraus. Der Träger wird auf der Kupplung montiert, die Räder müssen also nur etwas angehoben werden, besondere körperliche Kraft ist nicht vonnöten. Für schwere Elektroräder eine gute Transportmöglichkeit. Ein Heckträger funktioniert auch bei Limousinen. Beschädigungen am Fahrzeug sind fast ausgeschlossen, eventuell muss das Pedal, das zum Auto zeigt, verpackt werden. Die Seitenwindempfindlichkeit ist nicht so hoch wie beim Dachtransport, allerdings reagiert der Wagen deutlich hecklastig. Bei Wagen mit steilem Heck geht die Hecklappe nicht mehr auf. Eventuell lässt sich der Kofferraum bei einem Stufenheck noch öffnen. Moderne Träger lassen sich wegklappen aber frei zugänglich wird die Heckklappe dennoch nicht.

Fazit: Einfacher als der Dachtransport, doch das Fahrzeug benötigt eine Kupplung.

Heckträger ohne Anhängerkupplung 

Ohne Anhängerkupplung kann man einen Heckträger an Fahrzeugen mit einer steilen Heckklappe anbringen: Kompaktwagen, Kombis, Vans oder Lieferwagen kommen in Frage. Mit einem Set von Klammern und Haken wird der Träger an der Heckklappe fixiert. Vorteil: Das Rad muss nicht auf das Dach gehoben werden. Die Auflagestellen des Trägers auf der Karosserie müssen mit Klebfolie geschützt werden, die Montage erfordert Sorgfalt und Konzentration. Für Transporter und Busse wie einen VW Multivan gibt es sehr solide Systeme. So einen Träger kann man einmal fachgerecht montieren lassen und dann auf Dauer am Fahrzeug belassen. Bei vielen Modellen lässt sich die Heckklappe mit montiertem Träger allerdings nicht mehr öffnen. Nach dem Radtransport muss der Träger also wieder abgebaut werden. Beschädigungen sind bei der aufwendigen Montage programmiert.

Fazit: Dauermontage an Lieferwagen oder Bussen – sonst nur für Fahrzeuge, wo ein Kratzer mehr nicht auffällt. 

Integrierte Radträger

Die cleverste Lösung gibt es von Opel. Das FlexFix-System muss beim Neuwagen bestellt werden, es kann nicht nachgerüstet werden. Der Heckträger ist im Fahrzeug integriert und kann hinten wie eine Schublade rausgezogen werden. Ohne großen Kraftaufwand können die Räder auf dem Träger festgemacht werden. Die Kosten sind in etwa so hoch wie bei einer Anhängerkupplung, wobei die Kupplung natürlich vielseitiger ist. Nachteil: Es finden nur zwei Räder auf dem Träger Platz. Fazit: Ideal, wenn Räder häufig transportiert werden müssen. 

Was macht welchen Aufwand?

Dach- oder Heckträger müssen aus einem Lagerraum getragen und für jeden Einsatz montiert werden. Heckträger auf einer Anhängerkupplung sind am einfachsten zu montieren.

Auch lassen sich bei ihnen die Räder am einfachsten auf- und abladen. Ein Transport auf dem Dach ist immer schwerer und komplizierter. Für Senioren ist das keine Lösung. Am einfachsten ist und bleibt der Transport im Auto – womöglich kombiniert mit einem Faltrad.

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