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Kaufberatung Toyota Prius I / II Der Nussknacker

Toyota Prius Generation I
Toyota Prius Generation I
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Als der Toyota Prius in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre das automobile Licht der Welt erblickte, schauderte es die meisten echten Autofans. Doch das erste echte Ökoauto war geboren und wurde speziell in den USA und Asien ein Erfolg. Hat der Hybride auch in Europa das Zeug zum Klassiker?

Nach Ansicht von Toyota-CEO Akio Toyoda müssen Autos Spaß machen, um wirklich erfolgreich zu sein. Spaß und ein Toyota Prius - das passt erst einmal nur schwer zusammen. Das Design war gerade von den ersten beiden Generationen vorsichtig ausgedrückt polarisierend und der kleine Vierzylinder mit Elektrounterstützung nahm ihm dem Vortrieb alle Sportlichkeit. Nach seinem Marktstart in Japan 1997 ging das Hybridmodell ab 2000 auf Welttournee. Gerade in Europa rümpften nicht nur Sportwagenfahrer über den Japaner die Nase, drückte er doch mehr als jedes andere Fahrzeug der Verzicht auf Design, Dynamik, Chic und Wertigkeit aus. Und doch wurde der Toyota Prius zum Wegbereiter einer völlig neuen Fahrzeuggattung und hat allemal das Zeug zum Dauerläufer. Der ein oder andere sieht in ihm wohl auch einen zukünftigen Klassiker.

Aus den anfänglichen 43 kW / 58 PS des müden 1,5-Liter-Saugmotors nebst 30 kW / 40 PS aus dem Elektromodul wurden etwas flottere 53 kW / 72 PS und auch der Elektromotor erstarkte unmerklich auf 33 kW / 44 PS. Ob es den Ästheten gefällt oder nicht - der Toyota Prius wurde zu einer Ikone - auch wenn er in einigen europäischen Ländern wie in Deutschland wegen anhaltender Erfolglosigkeit mittlerweile eingestellt wurde. Die Übermacht der neuen Plug-In-Hybriden und Elektromodelle war einfach zu groß.

Das Angebot an gebrauchten Toyota Prius‘ - gerade der ersten Generation - ist dünner denn je. Die Preise beginnen für einen Prius I mit 120.000 bis 150.000 Kilometern bei kaum über 2.000 Euro. Die Fahrzeuge haben zumeist nur einen oder zwei Fahrzeughalter, sind oftmals scheckheftgepflegt und mit den wenig hochwertigen Kunststoffen im Innenraum muss man sich arrangieren. Dafür sind die Fahrzeuge einheitlich gut ausgestattet und in Sachen Verschleißteile ohne jeden Wertungsstau. Die Nachfrage ist jedoch ebenso klein wie das Angebot.

Etwas anders sieht es mit der zweiten Prius-Generation aus, die 2003 / 2004 mit Schrägheckdesign ihre Premiere feierte und bis 2009 gefertigt wurde. Hier ist das Angebot in Deutschland und dem angrenzenden Ausland etwas größer, aber immer noch klein. Die Preise für den 82 kW / 111 PS starken Hybriden beginnen beim unter 5.000 Euro wobei die Laufleistungen mitunter bei 200.000 Kilometern oder mehr liegen. Einige sind als Taxis gelaufen, weil der Toyota Prius in der Innenstadt besonders sparsam zu bewegen ist und kaum Verschleiß zeigt. Der Realverbrauch liegt bei kaum mehr als fünf Litern, wenn man den Toyota Prius nicht allzu sehr auf der Autobahn scheucht. Bei 170 km/h ist ohnehin Schluss. Das liegt zum einen am besonders effizienten Atkinson-Zyklus mit dem erhöhten Wirkungsgrad und dem Automatikgetriebe in Planetenbauweise, das ähnlich einem CVT-Getriebe die Leistung und Drehmoment von Verbrenner und Elektromotor überlagernd an die Vorderachse überträgt. Beim starken Beschleunigen heult der Prius auf, ohne dass sich der 1,4 Tonnen schwere Japaner besonders schnell auf die schmalen Socken macht. Doch sparsam - das kann er wirklich.

Auch beim Toyota Prius II ist der Pflegezustand meist ebenso auf der Höhe wie die Technik; die Fahrzeuge wurden zumeist vorbildlich gewartet und haben ein prall gefülltes Scheckheft. Die Vorteile des Prius sind jedoch nicht allein der niedrige Verbrauch, nebst Verschleißteilen und entsprechender Unterhaltskosten. Der Öko-Japaner hat eine gutes Platzangebot vorne und insbesondere im Fond. Die Ausstattung ist abgesehen von den wenig begehrten Basisversionen Sol und Travel recht ordentlich. Der rund 400 Liter große Laderaum lässt sich durch Umlegen der Rücksitze deutlich vergrößern. Bei Fahrwerk und Ausstattung sind die Prius-Modelle ab dem Modelljahr 2006 etwas besser, weil bei Fahrwerk und Lenkung sowie Innenraumdetails nachgearbeitet wurde. Die Topversionen bieten unter anderem Navigation, Ledersitze und besseres Licht.

Bleibt bei beiden Modellen die Frage nach den Akkus, denn die mittlerweile betagte Nickel-Metallhydrid-Technik kann nach ein paar Jahren schon einmal schwächeln. Die Garantie ist nach acht Jahren oder 160.000 Kilometern beendet. Doch ein nachlassender Akku unter dem Boden des Laderaums fällt bei den seriellen Hybriden jedoch nicht derart ins Gewicht wie bei Elektroautos oder Plug-In-Hybriden, da der Prius rein elektrisch allenfalls ein oder zwei Kilometer zurücklegen kann. Doch gerade bei älteren Modellen der ersten Generation und frühen Modellen der Prius II ist das Akkupaket langfristig ein Schwachpunkt, denn ein Austausch des Akkus käme einem wirtschaftlichen Totalschaden gleich. Unter 3.000 bis 3.500 Euro ist da nichts zu machen.

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