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Neuer US-Crashtest: Tödliche Kleinwagen

Kleinwagen verkaufen sich nicht gut in den USA, weil sie als unsicher gelten. Ein Crashtest mit verheerenden Ergebnissen bestätigt die Bedenken. Viele Modelle sind auch in Deutschland erhältlich.

Von Gernot Kramper

Das amerikanische IIHS (Insurance Institut for Highway Securtity) ist der Spielverderber unter den Institutionen, die die Sicherheit von Autos testen. Weil das Institut von den Kfz-Versicherungen finanziert wird, ist es weitgehend von der Autoindustrie unabhängig. In den Labors des Instituts werden Szenarien nachgestellt, auch wenn sie nicht im gesetzlichen Crashtest vorgesehen sind aber realistisch sind. Neue Testszenarien werden nicht Jahre vorher mit den Autoherstellern abgesprochen, so dass diese sich entsprechend vorbereiten können. Nun wurde ein Frontaufprall mit geringer Überlappung geprüft. So etwas kommt in der Praxis vor, wenn ein Pkw nicht gegen eine breite Wand stößt, sondern gegen einen Baum oder einen Mast prallt.

Durchweg zeigten sich die Autos dem Aufprall nicht gewachsen. Sechs Modelle fielen komplett durch, vier zeigten schwache Leistungen und nur der Chevrolet Spark erreichte einen befriedigenden Schutz. Die meisten der untersuchten Kleinwagen sind in ähnlicher Ausführung auch in Europa erhältlich, die Ergebnisse sind daher übertragbar. Bei den Minis war die sogenannte Sicherheitszelle nicht stark genug für den Aufprall mit einer Geschwindigkeit von etwa 65 km/h. Durch die Verformungen drohten den Insassen schwere Verletzungen. Das liegt daran, dass die Sicherheitssysteme wie Airbag oder Gurte in dem zusammenbrechenden Fahrzeug nicht mehr optimal schützen konnten. Airbags verfehlten den Kopf, den sie eigentlich aufhalten sollten, und Sicherheitsgurte konnten den Dummy nicht mehr im Sitz fixieren.

"Kleine, leichte Fahrzeuge haben leider ein eingebautes Sicherheitshandicap", sagt Joe Nolan, Vizeprädsident des IIHS. "Darum ist es besonders wichtig, das Modell mit dem besten Schutz auszuwählen. Unglücklicherweise schneiden die Minis aber als Gruppe bei diesem Test deutlich schlechter ab als andere Fahrzeugklassen."

Offenbar zählt die reine Größe. Noch am besten schnitten Kleinwagen ab, die ein paar Zentimeter länger als die anderen waren. Eine geringfügige Schutzwirkung erreichten immerhin noch Mazda2, Kia Rio, Toyota Yaris und Ford Fiesta. Durchgefallen sind dagegen Mitsubishi Mirage, Nissan Versa Sedan, Toyota Prius C, Hyundai Accent, Fiat 500 und Honda Jazz (US-Name: Fit). Beim Fiat und beim Honda bewegte sich sogar die Lenksäule auf den Fahrer zu.

Einen ähnlichen Test führte das IIHS schon im Jahr 2012 mit Mittelklassewagen durch. Auch dort waren die Ergebnisse nicht befriedigend, aber wesentlich besser als jetzt bei den Kleinstwagen. Amerikanischen Fahrern gibt Vizepräsident Joe Nolan einen klaren Rat für den Autokauf: "Wählen sie ein größeres Auto mit einem Hybridantrieb, dann haben sie auch einen niedrigen Benzinverbrauch und erzielen einen deutlichen Gewinn bei der Sicherheit."

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.