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Teurer Elektro-Spaß: Leasing-Chef zieht beim BMW i3 den Stecker

Der Chef einer großen Leasinggesellschaft rechnet mit dem BMW i3 ab: "Ich kann das Auto keinem empfehlen." Nüchtern kalkuliert, müsse der Elektrowagen 1200 Euro im Monat kosten.

Von Gernot Kramper

Der BMW i3 gilt als die Zukunft des Elektroautos: wagemutig, avantgardistisch und technisch brillant. So wird er bejubelt. Nun schüttet der Chef der Leasinggesellschaft LeaseTrend, Gerhard Fischer, im Interview mit der "Wirtschaftswoche" Wasser in den Wein. Für ihn ist der i3 - wie alle anderen Elektromobile - ein Problemkandidat. Er sagt klipp und klar: "Ich kann das Auto keinem empfehlen."

Hauptproblem ist der sogenannte Restwert, der Preis den das Auto nach dem Ende des Leasingzeitraums noch besitzt. "Selbst die Hersteller können uns nicht sagen, wie sie den Wertverzehr ihrer Elektroautos einschätzen", sagte der Manager "Wirtschaftswoche". Nach seiner Kalkulation müsste ein BMW i3 in einer typischen Businessausstattung 1200 Euro im Monat kosten. Zum gleichen Preis könnte man bei ihm auch die Familienrakete BMW M5 bekommen.

Wer trägt das Risiko?

Sollten die Akkus nach einigen Jahren in der Leistung nachlassen, wäre der Wiederverkaufswert entsprechend schlecht. Fischers Fazit: " Ich kann das Auto, so schön es ist, ehrlich keinem empfehlen, auch nicht zum Kauf: Man holt sich damit momentan ein wirtschaftliches Risiko in die Garage."

Die Worte des Leasingchefs sind bitter. Eine bessere Kalkulation ergibt sich nur, wenn der Hersteller das Restwertrisiko übernimmt, also selbst einen guten Wiederverkaufspreis garantiert. Das findet bei BMW statt. Hier geht der Hersteller ins Risiko, so wie es auch andere Anbieter machen, die die Akkus verleasen.

Aber auch bei BMW bleibt der i3 immer noch sehr teuer. Die "Süddeutsche Zeitung" hat den Reporter Michael Specht vor einigen Wochen zu einer BMW-Niederlassung geschickt, um ein Angebot für einen i3 einzuholen. Auch dort wurde nicht das Basismodell gewählt, mit der gewünschten Ausstattung betrug der Listenpreis für das Wunschmodell rund 47.000 Euro. Die Leasingrate: "875,80 Euro monatlich, bei zwei Jahren Vertragsdauer und 10.000 Kilometern jährlicher Fahrleistung."

Nur ein Spielzeug

Eine unabhängige Gesellschaft wie LeaseTrend hat anders als der Hersteller keinen Grund, das Restwert-Risiko des Elektroantriebes zu subventionieren. So erklärt sich der Unterschied in den Raten. Eine Leasingfirma hat andererseits aber auch keinen Grund, einen Autotyp schlecht zu reden. Sie selbst stellt keine Fahrzeuge her. Elektromotor, Diesel oder Benziner - das kann ihr einerlei sein.

Kleine Probleme werden in dem Interview nur gestreift. Etwa das Problem der Ladestation. Sie muss gekauft und installiert werden. In den meisten Fällen muss dazu auch der passende Stromanschluss auf dem Stellplatz verlegt werden. Fischer fragt: "Was geschieht mit der Ladestation, wenn der Leasingvertrag nach zwei oder drei Jahren ausläuft und der Kunde dann ein konventionell angetriebenes Auto möchte?"

Sollte Gerhard Fischer richtig liegen, bleiben Elektroautos auch in Zukunft entweder ein Spielzeug für Reiche oder sie dienen weiter als rollende PR-Maßnahme bei Stromkonzernen und Umweltschutzverbänden.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.