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Terrorschutz offenbar an Wochenenden schlechter


Der deutsche Terrorschutz ist an Wochenenden schlechter als an Werktagen. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, finden Lagebesprechungen im Terrorabwehrzentrum in Berlin nur an Wochentagen statt.

Die deutschen Sicherheitsbehörden können offenbar an Wochenenden schlechter auf Anschlagsdrohungen reagieren als an Werktagen. Regelmäßige Lagebesprechungen im Gemeinsamen Terrorabwehrzentrum (GTAZ) von Bund und Ländern in Berlin fänden nur an Werktagen statt, berichtete der "Kölner Stadt-Anzeiger". Falls an Wochenenden akute Hinweise auf mögliche Anschläge eingingen, müssten die Beamten im Bereitschaftsdienst zunächst einzeln angerufen werden.

"Erhebliche Probleme" bei Anschlagswarnungen

Zuletzt waren dem Bericht zufolge bei den Anschlagswarnungen in Braunschweig und Bremen "erhebliche Probleme beim Informationsaustausch" aufgetreten. Hinweise auf mögliche Gewalttaten von Islamisten hatten in Bremen Ende Februar einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. In Braunschweig war zuvor der traditionelle Karnevalszug wegen Hinweisen auf einen möglichen Anschlag von Islamisten kurzfristig abgesagt worden.

Informationsaustausch an Wochenenden

"Es muss die Möglichkeit der gemeinsamen Bewertung von Sicherheitslagen geben. Da sind an Wochenenden Probleme aufgetreten. Hier herrscht Optimierungsbedarf", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), dem "Kölner Stadt-Anzeiger". Der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, mahnte: "Wir brauchen Kommunikationswege für einen Informationsaustausch an Wochenenden und eine gemeinsame Gefährdungsanalyse."

lib/AFP AFP

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