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Bekannte Software Apple hat iTunes getötet – das bedeutet das Aus für die Nutzer

Apple präsentiert bei der hauseigenen Messe "WWDC" die Zukunft von iPhone und iPad mit iOS 13. Die sieben wichtigsten Neurungen der Software:


Mehr Performance
Apple verspricht, dass Face ID das Gerät 30 Prozent schneller entsperren und Apps sogar doppelt so schnell starten. Zugleich werden App-Updates bis zu 60 Prozent kleiner.


Dark Mode
Der neue Dunkel-Modus ist die größte optische Veränderung seit iOS 7. Alle Apple-Apps werden zum Start unterstützt. Externe App-Anbieter müssen ihn jedoch händisch einbauen. Der Modus lässt sich so einstellen, dass er bei Sonnenuntergang oder zu einem bestimmten Zeitpunkt automatisch aktiviert wird.


Neue Tastatur
Die iPhone-Tastatur unterstützt nun Wischgesten. Auf diese Weise kann man schneller tippen. Android-Nutzer kennen diese Funktion bereits von SwiftKey, Skype oder dem Gboard.


Mehr Privatsphäre
Neugierigen Apps kann man in iOS 13 nun besser den Riegel vorschieben. So kann man Standort-Daten nur ein einziges Mal freigeben, sodass Nutzer nicht die ganze Zeit ihre Ortsdaten teilen.


Sign in with Apple
Attacke auf Google und Facebook: Apple startet den “Mit Apple einloggen”-Service. Auf diese Weise soll man sich in Apps und Anwendungen mit Hilfe seiner Apple ID anmelden können, ohne persönliche Daten preiszugeben.


Erinnerungen
Mit iOS 13 wird die Erinerungen-App von Grund auf überarbeitet. Neben einem neuen Look gibt es nun vier verschiedene Kategorien. Das war längst überfällig!


Externe Speichermedien
Mit iOS 13 können iPhones endlich auf Dateien von SD-Karten und USB-Sticks zugreifen. Allerdings benötigt man dafür einen Adapter.


iOS 13 erscheint im Herbst, eine öffentliche Vorabversion kann ab Juli ausprobiert werden.
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Es ist eine Zäsur in Apples Geschichte: Nach 18 Jahren stellt der Konzern iTunes ein. Die Software machte einst den iPod groß, zuletzt war sie nur noch unnötiger Ballast. Für die Nutzer stellen sich nach dem iTunes-Aus Fragen.

Wohl jeder von uns kennt dieses Gefühl. Man liebt etwas oder jemanden, womöglich hat man sogar schon sein halbes Leben miteinander verbracht. Doch irgendwann hat man sich auseinandergelebt und beide Seiten wissen, dass sie ohneeinander eigentlich besser dran wären. In solchen Situationen hilft am besten ein schneller Schlussstrich. Doch in der Regel verpasst man den richtigen Augenblick, schiebt die Entscheidung auf, und für Außenstehende wird die Szenerie zunehmend merkwürdiger.

So ging es Apple jahrelang mit der Software iTunes.

Als Apple iTunes im Jahr 2001 vorstellte, war es eine Software zur Musikverwaltung des damals brandneuen iPod. Sie war zugleich eine Revolution, wurde der Kauf von Musik einfach wie nie zuvor. Über die Jahre wurde die Software stetig erweitert, Hörbücher und Podcasts kamen hinzu, Filme und Serien. Dann kam irgendwann das iPhone, das über iTunes synchronisiert wurde. Man sicherte damit seine E-Books und Kontakte, übertrug Klingeltöne und Fotos auf sein Telefon. iTunes wurde zu einer Art Frankensteins Monster der Software-Welt. Es konnte alles, aber nichts wirklich gut. Und in den vergangenen Jahren fühlten sich immer mehr Nutzer davon genervt.

Auf der WWDC zog Apple nun den längst überfälligen Schlussstrich und kündigte das Aus von iTunes an. Apple war sich offenbar selbst bewusst, dass man den richtige Moment längst verpasst hatte,  und so geriet die Ankündigung zur Klamauknummer. Charmant machte sich Apples Software-Chef Craig Federighi über die eigene Plattform lustig, nur um dann anzukündigen, dass sie ab Herbst filetiert und in drei Apps für Musik, Video-Inhalte und Podcasts zerlegt wird. Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines auf Services fokussierten Unternehmens, das Apple in Zukunft stärker sein möchte.

iPhone-Backups direkt auf dem Mac

Für die Nutzer ergeben sich nun einige offene Fragen. Die wohl drängendste: Wo legt man nun Backups seines iPhones an? Lokale iOS-Backups sollen fortan direkt in macOS integriert werden. Nutzer können sie nun über den Finder anlegen und verwalten. Schließt man ein iPhone, iPod oder iPad an den Mac an, erscheint in der Seitenleiste des Finders ein Eintrag wie bei einem eingesteckten USB-Stick. Mit einem Klick darauf öffnet sich ein Interface, das an das bisherige iTunes erinnert.

Gute Nachrichten gibt es auch für all jene, die viel Zeit in ihre Musik-Bibliothek investiert haben: Alle Songs und Listen sollen erhalten bleiben, verspricht Apple. Sogar Songs, die von CDs gerippt oder als MP3 eingefügt wurden, werden aus iTunes in die neue Musik-App integriert. Die Funktion, die Nicht-iTunes-Dateien in die Cloud synchronisiert hat, wird weiterhin funktionieren. Wer will, kann Songs auch zukünftig bei Apple kaufen. Apple Music wird also keine Streaming-Only-Lösung.

Auf Macs, die mit macOS Mojave oder ältere Systeme laufen lassen, wird iTunes wohl noch einige Jahre überdauern. Und was ist mit Windows-PCs? Dem Portal “Ars Technica” zufolge soll iTunes für Windows weiter wie gehabt funktionieren. Wie es mit zukünftigem Support aussieht, ist aber nicht klar.Derzeit gebe es keine Pläne, iTunes für Windows einzustellen. Genaue Details werden vermutlich im Herbst folgen, wenn das neue Mac-Betriebssystem Catalina zum Download bereitgestellt wird.

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