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Riesen-Update auf Version 57: Schicker, flinker, moderner: Firefox ist zurück - und wie

Mit dem Update auf Version 57 wagt Mozilla den größten Sprung in der Geschichte des beliebten Browsers. Der Fuchs hat eine neue Optik, schützt seine Nutzer - und ist rasend schnell. Einen Haken gibt es aber auch.

Die Stern-Seite in der Mozilla Firefox 57 Nighly

Die überarbeitete Tab-Leiste mit ihren harten Kanten springt sofort ins Auge.

Deutschland war eine der letzten Hochburgen: Obwohl Google Chrome weltweit schon seit Jahren der beliebteste Browser ist, surften die Deutschen immer noch am liebsten mit dem . Seit Mai hat auch hierzulande Chrome die Nase vorn. Jetzt hat Firefox Version 57 freigegeben - und will mit seinem wohl wichtigsten Update das Comeback schaffen.

Klare Kante

Beim ersten Öffnen springt erstmal die neue Optik ins Auge. Die "Photon" getaufte neue Oberfläche wirkt dank klarer Kanten aufgeräumter, Benutzer der Smartphone-Versionen kennen sie bereits. Die runden Tabs sind eckigen gewichen, der gerade aktive Tab ist farblich hervorgehoben. Zusätzlich wurden Knöpfe neu gestaltet und teilweise auch anders platziert. will die Anordnung unter anderem mit Augen-Tracking in der Testphase optimiert haben.

Das Menü des Mozilla Firefox 57 Nighly

Das Menü des Firefox 57 (rechts) fällt deutlich sachlicher aus als die bisherige Version mit ihren verspielten Symbolen (links)

Die Menü-Buttons sind nun minimalistischer, sie bestehen nur noch aus wenigen Strichen. Auch routinierte Nutzer werden sich deswegen kurz neu eingewöhnen müssen. Weiß man aber, dass das merkwürdige Symbol mit mehreren geraden und einem schrägen Strich ein Bücherregal darstellen soll, finden sich auch die Lesezeichen schnell wieder. Insgesamt wurde die Zahl der Symbole verkleinert: Statt des aufklappenden Kachel-Menüs gibt es nun etwa wieder eine Textliste, die von wenigen Symbolen aufgelockert wird.

 

Schnell, schneller, Firefox

Die wichtigste Änderung steckt allerdings unter der Haube: Nachdem der Firefox zu Anfang vor allem mit seinem hohen Tempo punkten konnte, wurde er in den letzten Jahren merklich träger. Mit seiner neuen "Quantum"-Engine zur Seitenberechnung soll er endlich wieder ganz vorne mitlaufen, erstmals setzt der auf eine Multiprozess-Architektur. Hängt sich ein Tab auf, sind die anderen davon nicht betroffen. Chrome-Nutzer kennen das schon lange, bei Firefox wird es nun erst vollständig eingeführt. Gut: Mozilla erweitert die Funktionsweise auch auf Add-Ons. Hängt sich Flash auf, läuft alles andere wie gewohnt weiter.

Als Ziel gab Mozilla schnelles Laden, weiches Scrollen und eine ruckelfreie Videowiedergabe an. In ersten Tests soll die neue Version Seiten tatsächlich fast doppelt so schnell laden wie vorher, acuh Chrome wird demnach regelmäßig abgehängt, wenn auch mit geringerem Abstand. Ein weiteres Plus: Während berüchtigt für seinen Hunger auf Arbeitsspeicher ist, spart der neue Firefox und belegt deutlich weniger Speicher. Eine starke Leistung.

Fire Fox Logo 2017

Selbst das neue Logo (rechts) wirkt deutlich moderner

Schutz vor neugierigen Werbern

Ein nicht ganz offensichtlicher Grund für die höhere Geschwindigkeit ist der deutlich ausgebaute Schutz der Privatsphäre. Viele Seiten laden im Hintergrund Werbe- und Trackingtools, die das Nutzerverhalten auswerten. Der neue Firefox blockiert eine ganze Reihe dieser Programme. Das schützt die Nutzer vor zu großer Neugier, hat aber auch den netten Nebeneffekt, dass der Browser weniger Arbeit zu erledigen hat - und Seiten damit schneller auf den Bildschirm bringt.

Bisher konnte man die neugierigen Werbe-Tracker im Firefox nur mit speziellen Programme aussperren. Mit der Entscheidung es selbst zu übernehmen, folgt Mozilla dem Beispiel Apples. Der Konzern hatte bereits im September in seinem Browser Safari umfangreiche Maßnahmen gegen die Sammlung von Nutzerdaten ergriffen. In Chrome wird man so etwas wohl nie sehen: wertet die Daten des Browsers schließlich selbst aus, um seine Werbung effektiver verkaufen zu können.

Alte Add-Ons bleiben draußen

Leider gibt es mit dem neuen Firefox nicht nur Grund zum Jubeln. Fans älterer Add-ons dürfte das Update Kopfschmerzen bereiten. Der neue Firefox verlangt, dass sämtlich Erweiterungen auf dem Webkit-Format basieren. Haben die Entwickler ihre Add-Ons nicht rechtzeitig umgestellt, funktionieren sie mit der neuen Version nicht. Weil Mozilla die Änderung schon länger ankündigte, dürften die wichtigsten Erweiterungen allerdings bereit stehen. Nutzt man aber ältere, die nicht mehr gepflegt werden, muss man sich wohl nach Alternativen umsehen. Im Netz kursieren zwar Anleitungen, wie man ältere Erweiterungen weiter nutzen kann. Die erfordern aber spezielle Versionen des Firefox und sind daher für Normalnutzer nicht empfehlenswert.

Gelungener Neustart

Mit dem Firefox 57 ist Mozilla ein toller Neustart gelungen. Die Optik ist frisch, mit seinen rasanten Ladezeiten erinnert der Firefox nun wieder an die Anfangszeiten, wenn Konkurrent Chrome auch nicht so zersägt wird, wie Mozilla sich das wohl wünschen würde. Das Mehr an Privatsphäre dürften die meisten Nutzer zu schätzen wissen. Das Abschneiden alter Zöpfe bei den Add-Ons dürfte manchen treuen Fan ärgern, ist aber trotzdem ein konsequenter Schritt zu einem modernen Browser.

Ob es Mozilla mit den Neuerungen wieder auf den Thron schafft, wird sich zeigen müssen. Die Rückkehr zum Firefox ist aber so attraktiv wie lange nicht mehr.

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