scheibe Ideen muss man haben


Shareware-Programmierer müssen ihre Tools, Anwendungen und Spiele einschränken, um die Testpersonen auf diese Weise zum Kauf der Vollversion zu überreden. Im einfachsten Fall weist der Nervbildschirm (Nag Screen) auf die Bestelladresse und den Preis hin.

Shareware-Programmierer müssen ihre Tools, Anwendungen und Spiele einschränken, um die Testpersonen auf diese Weise zum Kauf der Vollversion zu überreden. Im einfachsten Fall weist der Nervbildschirm (Nag Screen) auf die Bestelladresse und den Preis hin. Entwickler, die der Aufforderung zur Registrierung ein wenig mehr Nachdruck verleihen möchten, deaktivieren einzelne Menübefehle der Software, speichern nur zehn Datensätze in einer Datenbank oder klieren das fett gesetzte Wort »Shareware« auf jeden Ausdruck. Wesentlich effektiver ist es sicherlich, aus einer Shareware ein Vollprodukt zu machen, das nach 30 Tagen unabdingbar abläuft, wenn es bis dahin nicht bezahlt wird. Abgesehen von den Nag Screens, den Funktionseinschränkungen und der Laufzeitbegrenzung ist den Programmierern aber schon lange Zeit nichts Neues mehr eingefallen, um den potenziellen Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen. Wir stellen augenzwinkernd neue Ideen zur Diskussion:

1. Die Web-Attacke: Nach dem Start der Shareware öffnet sich nicht nur ein einzelner Nag Screen, sondern es werden gleich Dutzende und Aberdutzende von ihnen geladen. Diese Fensterflut, die jeder aus dem Internet kennt, raubt der Testperson den letzten Nerv, da alle Fenster mühselig von Hand geschlossen werden müssen. Sinnvoll ist es natürlich, all die vielen Fenster zu verwenden, um intensive Werbung für weitere Programme zu machen. Die gleiche Fensterflut sollte auch beim Beenden der Shareware den Desktop heimsuchen. Richtig Spaß bereitet dem Programmierer diese Art der Einschränkung, wenn bei jedem geschlossenen Nag Screen automatisch zwei neue wieder aufgemacht werden.

2. Die Bettel-Tour: Appellieren Sie an das Mitleid der Anwender. Blenden Sie Fotos der eigenen Person in das Programmfenster ein, auf denen Sie zu sehen sind, wie sie völlig abgemagert mit dem Nachbarshund um einen alten Knochen kämpfen. Sammeln Sie Kommentare der Freunde wie: »Ein genialer Kopf. Wenn er nur endlich einmal zu Geld kommen würde...«. Oder wagen Sie den Finanzvergleich: »Mein Programm kostet nicht mehr als zwei Schachteln Zigaretten. Hören Sie einen Tag mit dem Rauchen auf, dann haben Sie das Geld bereits wieder drin.«

3. Drohen muss sein: Einige Anwender brauchen es, richtig hart rangenommen zu werden, um Geld für eine Vollversion locker zu machen. Zeigen Sie ein Foto von der ortsansässigen Hells-Angels-Brigade mit dem Untertitel: »Wir machen gerne mit Ihnen einen Ausflug in den Clubkeller, wenn Sie diese Software nicht kaufen.« Oder blenden Sie ein Bild von einer Voodoo-Puppe ein mit dem Vermerk: »Mit der Installation der Shareware haben Sie sich damit einverstanden erklärt, dass eine eigene Voodoo-Puppe für Sie angefertigt wurde. Nach Ablauf der Testphase werden wir die Puppe mit Nadeln spicken, mit heißem Fritierfett übergießen und dann in den Backofen stecken. Es sei denn, Sie bezahlen.« Leitet die Shareware als Trojanisches Pferd die Kontaktdaten der Testperson per Mail weiter, hilft auch ein Telefonanruf: »Wir wissen, wo Du wohnst.«

4. Die schweinische Variante: Das Programm verschickt nach Ablauf der Testphase anonym Sexbilder an alle E-Mail-Adressen im Client. Und gibt dann bekannt: »Sollte das Programm nicht binnen X Tagen bezahlt werden, erfahren die angemailten Personen, von welchem Rechner aus die Bilder abgeschickt wurden.«

5. Werben Sie mit den guten Namen berühmter Schauspieler und Politiker. Lassen Sie Clinton die Aussage treffen: »Das Programm X ist besser als jede Zigarre.« Bitten Sie Harrison Ford zum Kommentar: »Mit dieser Software sei die Macht mit Dir.« Und lassen Sie Arnold Schwarzenegger säuseln: »I'll be back auf Deinem Rechner, wenn Du das Programm nicht kaufst.«

6. Kurze Unterbrechung: Das Shareware-Programm wird regelmäßig »eingefroren«. Um die Arbeit mit der Testversion wieder aufzunehmen, muss erst ein Freischaltwort auf der Homepage des Entwicklern erfragt werden. Das ändert sich freilich stündlich.

Wir warten gespannt darauf, ob diese oder ähnliche Vorschläge in naher Zukunft umgesetzt werden.


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