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Surface Pro 3 im Test: Viel Laptop, wenig Tablet

Riesenbildschirm, viel Rechenpower und ein stolzer Preis: Microsoft bringt mit dem Surface Pro 3 am 28. August die dritte Tablet-Generation heraus Doch wie schlägt sich der Windows-Flachmann im Test?

Von Christoph Fröhlich

Mit der "Get a Mac"-Kampagne versuchte Apple in den Jahren 2006 bis 2009, Windows-Nutzer zum Umstieg auf Apple-Computer zu bewegen. In diesem Jahr dreht Microsoft den Spieß um: In einem aktuellen Werbespot lassen die Redmonder das Surface Pro 3 mit einem Augenzwinkern gegen das Macbook Air antreten. Damit ist die Messlatte klar - das Surface Pro 3 versteht sich eher als Laptop-Herausforderer denn als iPad-Pendant. Doch was taugt der neue Microsoft-Flachmann? Wir haben ihn getestet.

Leichter, dünner, größer

Mit seinen Windows-Tablets hatte Microsoft bislang wenig Glück, der Marktanteil dümpelt nach zwei Surface-Generationen bei mickrigen drei Prozent herum. Mit dem Surface Pro 3 positioniert sich Microsoft neu. Schon beim Auspacken fällt auf: Das Tablet ist deutlich größer geworden. Der riesige Bildschirm misst nun zwölf Zoll (30,5 Zentimeter), der Vorgänger hatte ein 10,6-Zoll-Display.

Zudem hat das Surface deutlich abgespeckt. Es ist nun 9,1 Millimeter dünn (vorher 13,5) und bringt 795 Gramm auf die Waage (zuvor 920). Das schlankste Tablet ist es damit immer noch nicht, das Galaxy Note 12.2 von Samsung ist trotz des größeren Displays fast 50 Gramm leichter. Doch in puncto Mobilität ist das Microsoft-Tabet nun auf Augenhöhe mit der Konkurrenz.

Das Display war schon beim Vorgänger beeindruckend, beim Surface Pro 3 legt Microsoft noch eine Schippe drauf: Die Auflösung beträgt 2160 x 1440 Pixel - das ist mehr als bei einem Full-HD-Fernseher. Die Kontraste sind knackscharf und die Farben satt, allerdings könnte das Display noch etwas heller sein und weniger spiegeln. Vor allem im direkten Sonnenlicht ist es schwer ablesbar. Der Bildschirm hat nicht das übliche 16:9-Bildformat, sondern 3:2. Dieses Format ähnelt DIN A4, womit es gut für das produktive Arbeiten geeignet ist.

USB 3 und Stift dabei

Wie auch die Vorgänger hat das Surface Pro 3 einen ausklappbaren Standfuß auf der Rückseite, der nun stufenlos zwischen 22 und 150 Grad verstellbar ist - somit steht das Tablet in fast jeder Situation stabil. Bei den Anschlüssen hat sich nichts geändert, es gibt einen USB-3.0-, einen microSD- und einen Mini-Displayport-Anschluss. Die Front- und Rückkamera knipst mit jeweils mit fünf Megapixeln, die Bildqualität ist nur Durchschnitt.

Das Highlight ist der mitgelieferte Stift (Surface Pen): Er hat 256 Druckstufen und erkennt feine Druckunterschiede - so kann man mit der Hand schnell Notizen oder Zeichnungen anfertigen. Drückt man auf den Knopf am Stift, öffnet sich die Notizerfassungssoftware OneNote. Mit einem weiteren Druck wird die Skizze oder Notiz in der Cloud gespeichert - praktisch. Für Vielschreiber lohnt sich die anschließbare Tastatur mit Touchpad, die zugleich als Displayschutz dient. Allerdings kostet sie 130 Euro extra.

800 bis 1950 Euro

Als Betriebssystem läuft Windows 8.1 und nicht die beschnittene Tablet-Version Windows RT. Das Betriebssystem läuft flüssig, allerdings fordert die hohe Auflösung viel Rechenleistung, sodass aufwendige 3D-Games leicht ins Stottern kommen. Der Akku hält etwa sechs Stunden durch. Mobiles Internet via LTE gibt es leider nicht.

Das Surface Pro 3 gibt es in fünf Konfigurationen: Das Einsteigermodell hat einen i3-Prozessor von Intel, vier Gigabyte Arbeitsspeicher, eine 64 GByte große SSD und kostet 800 Euro.

Die schnellere Variante mit i5-Prozessor gibt es entweder mit vier Gigabyte Arbeitsspeicher und 128 Gigabyte Speicher für 1000 Euro oder mit acht Gigabyte Ram und 256 Gigabyte SSD für 1.300 Euro.

Die Premiummodelle mit i7-Prozessor und acht Gigabyte Arbeitsspeicher kosten 1550 Euro (256 GB) und 1950 Euro (512 GB).

Fazit

Ist das Surface Pro 3 nun das bessere Macbook Air? Nein. Zwar ersetzt es in den meisten Fällen ein Notebook, dank der ansteckbaren Tastatur und des flexiblen Standfußes kann man prima unterwegs arbeiten. Wer Bilder bearbeiten oder Notizen anfertigen will, dürfte sich zudem über den mitgelieferten Stift freuen.

Doch als reines Tablet ist es zu groß und schwer, als Laptop wiederum zu teuer. Außerdem sieht der Akku im Vergleich zu aktuellen Ultrabooks alt aus. Das Surface Pro 3 lohnt sich vor allem für Menschen, die viel unterwegs sind, Wert auf Design legen und auf Windows angewiesen sind. Vor allem für Geschäftskunden könnte das Microsoft-Tablet eine echte Alternative zum iPad oder Laptop sein.