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Peinlicher Fehler: Windows-10-Update zerschießt reihenweise Webcams

Mit dem Anniversary-Update hat Microsoft Windows 10 kräftig überarbeitet. Eines der neuen Features richtet bei einigen Nutzern aber nur Schaden an - und das, obwohl Microsoft schon lange gewarnt war.

Windows 10 Anniversary Update HP Spectre 13

Mit dem Anniversary-Update bekam Windows 10 viele Features - und auch ein paar Fehler

Eigentlich ist Microsoft mit Windows 10 ja ein weitgehend gelungenes Betriebssystem geglückt, auch wenn es viel Hass für die nervigen Upgrade-Erinnerungen und die fragwürdigen Privatsphäre-Einstellungen abbekam. Mit dem Anfang August erschienenen Anniversary-Update hat der Konzern noch einmal jede Menge neuer Features nachgelegt, eine Übersicht finden Sie hier. Leider kamen aber auch ein paar Fehler dazu.

Für viele Nutzer sicher das nervigste: Mit dem Superupdate zerschoss Windows 10 auf einer ganzen Reihe von Rechnern die Webcam. Videotelefonie wird so unmöglich gemacht. Schuld ist ein tiefgreifender Umbau im System, berichtet der Branchendienst Heise. Um Speicher zu sparen, wenn die Webcam von verschiedenen Programmen genutzt wird, hat Microsoft mit dem Anniversary-Update eine zentrale Anlaufstelle für Webcam-Aufnahmen eingebaut, eine sogenannte "virtuelle Kamera". Und die sorgt nun auf vielen Rechnern für Probleme.

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Das neue, bessere Startmenü

Diese Änderung springt zuerst ins Auge. Auf Wunsch vieler Nutzer hat Microsoft das Startmenü kräftig überarbeitet. Auf der linken Seite herrscht nun deutlich mehr Ordnung. Unter den meistgenutzten Apps sind nun alle Programme alphabetisch gelistet. Klickt man auf einen Buchstaben, erscheint eine Alphabets-Ansicht mit der man schnell durch die Liste springen kann.

Ganz links ist jetzt eine Spalte, die an die Charms-Bar aus Windows 8 erinnert. Dort sind besonders häufig benötigte Einträge wie die Einstellungen, der Explorer und der Ein/Aus-Schalter untergebracht.

Im Tablet-Modus geht das Start-Menü nun über den gesamten Bildschirm. Auf Wunsch lässt sich außerdem die Startleiste automatisch ausblenden, durch Wischen nach oben bekommt man sie zurück.

Windows 10 ist nicht allein Schuld

Öffnet man einen Videostream, etwa für Videotelefonie, friert das Bild augenblicklich ein oder bleibt schlicht gleich schwarz. Das Problem: Die virtuelle Kamera in Windows 10 beherrscht nur einen einzigen Videostandard, nämlich das YUV2-Format. Viele Webcams setzen aber stattdessen auf die Standards MJPEG oder H.264. Die werden nun aber nicht mehr unterstützt - obwohl Microsoft seit Juni auf die Probleme mit dem Anniversary-Update hingewiesen wurde.

Entsprechend einfach hätten die Aussetzer vermieden werden können. Aber auch die Entwickler der betroffenen Programme hätten ihren Nutzern den Ärger ersparen können: Die Einführung der virtuellen Kamera für Windows 10 war lange angekündigt, Entwickler hätten ihre Software schlicht anpassen müssen. Das hat aber sogar Microsoft selbst scheinbar verbaselt: Das von den Redmondern stammende Skype hat mit genau denselben Probleme zu kämpfen wie alle anderen auch.

Patch kommt im September

Ein Patch für den Fehler ist nun für September angekündigt. Zu früh sollten sich Betroffene aber nicht freuen: Aktuell plant Microsoft nach Angaben von Heise mit dem Update nur, eines der beiden fehlenden Formate wieder einzubauen. Streams in H.264 werden wohl auch nach dem Patch nicht unterstützt. Der Einbau gestaltet sich demnach schwieriger als gedacht. Ob und wann auch die letzten vom Anniversary-Update abgeknipsten Webcams wieder ihren Zweck erfüllen werden, steht also weiter in den Sternen.

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mma