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Elektronik Infineon: Chipfertigung in Europa «fast verlorene Industrie»

Chiphersteller Infineon
Das Logo von Infineon ist auf der Platine eines Mikrocontroller-Kits zu sehen. Foto: Matthias Balk/dpa/Archivbild
© dpa-infocom GmbH
Nicht nur PCs, auch die Unterhaltungselektronik und vor allem die Autoindustrie ist von den kleinen Bauteilen zunehmend abhängig. Europa müsse in der Chipfertigung autonom werden, fordert ein Experte.

Der Vorstandschef des Halbleiter-Herstellers Infineon, Reinhard Ploss, hat die Wettbewerbspolitik der EU kritisiert.

Europa sei bei Chips von Importen aus Asien abhängig, müsse aber autonom werden und eine «fast schon verlorene Industrie» wiedergewinnen, forderte Ploss am Freitag im Deutschlandfunk. Ohne diese Kompetenz würden nicht nur Autobauer und Industrie, sondern auch Umwelt- und Kllimaschutz geschwächt. «Aber derzeit verteilen wir sehr, sehr viele Stoppschilder in Europa», sagte Ploss.

Die Ungleichheit der Wettbewerbsbedingungen nehme zu. Während China, Japan, Korea und die USA ihre Digitalindustrie förderten und Zusammenarbeit sogar gestalteten, werde in der EU gebremst. Europa und Deutschland sollten die Zusammenarbeit zwischen Mittelstand und Großindustrie gestalten und unterstützen: Das «könnte unserer Differenzierungfaktor sein», sagte Ploss.

Auch der Datenschutz müsse pragmatischer gehandhabt werden. Den technischen Rückstand bei Mikrochips aufzuholen, sei eine sehr große Herausforderung. «Wer sich nur hinten reinstellt, der wird wahrscheinlich nicht der Sieger des nächsten Matches sein», sagte Ploss. In der deutschen Autoindustrie gibt es seit Monaten Kurzarbeit wegen fehlender Chip-Lieferungen.

dpa

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