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Kampagne aus Iran Hunderte Fake-Accounts gelöscht: Facebook und Twitter stoppen "Irreführung von Menschen"

Facebook-Logo auf Smartphone - Netzwerk löscht Fake-Accounts und stoppt politische Kampagne
Facebook hat wie Twitter und Microsoft Hunderte Accounts identifiziert, die zu einer politischen Manipulationskampagne zählen. Die Fake-Profile wurden jetzt gelöscht.
© Dominic Lipinski/PA Wire / DPA
Facebook-Chef Mark Zuckerberg nennt es ein "Netzwerk zur Irreführung von Menschen". Hunderte Fake-Accounts hat die Social-Media-Plattform gelöscht, um die Kampagne zu stoppen. Auch Twitter hat aufgeräumt.

Nach einem entschiedenen Vorgehen von Microsoft gegen Hacker sind jetzt auch Facebook und Twitter gegen Beeinflussung von außen vorgegangen. Facebook hat nach Darstellung seines Chefs Mark Zuckerberg den nächsten Versuch aufgedeckt, Propaganda mit Hilfe hunderter gefälschter Profile zu verbreiten. Das soziale Netzwerk löschte 652 Accounts, Seiten und Gruppen, die aus dem Iran und mutmaßlich vom Umfeld des russischen Militärgeheimdiensts betrieben worden seien. Es habe sich um koordinierte Aktionen mit verknüpften Accounts gehandelt, sagte Zuckerberg in einer Telefonkonferenz mit Journalisten in der Nacht zum Mittwoch. Auch Twitter ging gegen die Kampagne vor.

Hunderttausende haben Abo von mindestens einem gefälschten Account

Das aktuelle Vorgehen von Facebook sei das Ergebnis von vier
getrennten Untersuchungen gewesen, erklärte Zuckerberg. "Wir ermitteln immer noch und es gibt eine Menge, was wir noch nicht wissen." Die Verbindungen der iranischen Accounts zu staatlichen Medien des Landes hätten zum Teil über öffentlich zugängliche Registrierungsinformationen nachgewiesen werden können.

Hunderttausende Nutzer hätten mindestens einen dieser gefälschten Accounts abonniert. Die Zuordnung von Aktivität zu russischen Geheimdienstkreisen beruhe hingegen auf Erkenntnissen amerikanischer Sicherheitsbehörden, hieß es. Diese Accounts hätten sich vor allem auf Syrien und die Ukraine fokussiert und diesmal die USA nicht im Visier gehabt.

Facebook: Weitere Untersuchungen im Gange

Facebook hatte zuletzt Ende Juli einen Versuch gemeldet, mit einem Netzwerk gefälschter Profile die öffentliche Meinung in den USA zu manipulieren. Facebook war hart dafür kritisiert worden, dass auf der Plattform vor allem im US-Präsidentschaftswahlkampf 2016 gefälschte Accounts in großem Stil Falschinformationen verbreiten konnten. 

Als Folge verschärfte das Online-Netzwerk im vergangenen Jahr massiv die Sicherheitsvorkehrungen. Aktuell liefen noch mehrere weitere ähnliche Untersuchungen, sagte Zuckerberg. In den USA will man vor allem Manipulationen der öffentlichen Meinung vor den Kongresswahlen im November verhindern.

Die Aktivität russischer Hacker ist in den USA ein brisantes Thema. Größte Aufmerksamkeit haben die Untersuchungen des Sonderermittlers Robert Mueller zur Einmischung Russlands in die Präsidentenwahl 2016, die von Trump als "Hexenjagd" abgetan werden.

Twitter richtet Vorwürfe ebenfalls gegen Iran

Die Sicherheitsabteilung des Kurznachrichtendienstes Twitter meldete ebenfalls ein Vorgehen gegen Accounts, die einer Manipulationskampagne zugeordnet werden können. Knapp 300 Profile wurden von der Plattform entfernt, auch diese hätten, so die Mitteilung von Twitter mit dem Iran in Verbindung gestanden. Twitter betont, dass man mit den Behörden und anderen Unternehmen zusammenarbeiten wolle, um die Manipulationsvorwüfe zu stoppen.

Microsoft enttarnt Hackergruppe, die auch Bundestag angegriffen hat

Am Vortag hatte Microsoft die Kontrolle über sechs täuschend echt aussehende Webdomains übernommen, auf die Computernutzer gelockt werden könnten, um ihre Geräte mit Schadsoftware zu infizieren. Auf ähnliche Weise war vermutlich dieselbe Hackergruppe im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf 2016 in Computersysteme der demokratischen Partei eingebrochen und hatte in großem Stil Daten entwendet. Nach Ansicht von Microsoft seien Cyberattacken auf den US-Senat und konservative Denkfabriken mit Blick auf die nächste große Wahlrunde in den USA im November, den sogenannten Midterms, vorbereitet worden.

Die Domains erweckten zum Teil den Eindruck, mit Microsoft-Diensten verbunden zu sein. Sie seien von einer Hacker-Gruppe registriert worden, die im Westen unter den Namen APT28, "Fancy Bear", "Strontium" oder "Sofacy" bekannt ist, erklärte Microsoft. Sie wird unter anderem auch hinter dem Hackerangriff auf den Bundestag 2015 vermutet. Nach Einschätzung westlicher Experten stehen hinter der Gruppe russische Geheimdienste. Der Kreml wies alle Anschuldigungen umgehend zurück.

Mark Zuckerberg von Facebook vor dem US-Senat
dho DPA AFP

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