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Samsung, LG und Co. Stiftung Warentest kritisiert Spitzel-TVs

Moderne Smart TVs schicken mehr Daten weiter, als manchem Nutzer lieb ist
Moderne Smart TVs schicken mehr Daten weiter, als manchem Nutzer lieb ist
© Samsung
Smart TVs sind praktisch, senden aber mehr Daten, als viele Fernsehzuschauer denken. Das zeigt eine neue Untersuchung der Stiftung Warentest.

Smarte Fernseher sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Hierzulande hat knapp jedes zweite TV-Modell Zugriff auf Streamingdienste wie Netflix, die Mediatheken der Sender oder Videoportale wie Youtube. Das ist ungemein praktisch, birgt aber auch Sicherheitsrisiken. Schon im Jahr 2014 stellten die Experten von Stiftung Warentest fest, dass viele Geräte wahre Datenschnüffler sind. Ob Samsung, Sony, Philips oder LG - selbst große Marken machten keine gute Figur.

Besonders in der Kritik stand die HbbTV-Funktion, die einen einfachen Zugriff auf die Mediatheken der Sender bietet. Manche Sender informierten beim Programmwechsel etwa Google, einige Marken - etwa Samsung und Sony - schickten sogar die Gerätekennung des Fernsehers mit. Der Bericht sorgte damals für viel Aufsehen. Nun, zwei Jahre später, hat Stiftung Warentest noch einmal überprüft, ob sich etwas gebessert hat. Das Ergebnis ist ernüchternd.

Google weiß Bescheid

Der aktuelle Test zeigt, dass sowohl LG, Samsung, Sony als auch Philips bereits bei der Ersteinrichtung Daten an Google senden, Panasonic funkt wiederum an Microsoft. Nutzt man auf einem Gerät einen Google-Dienst wie Gmail, könnte der Suchmaschinenriese die vom Fernseher gesendeten Daten auf den gesamten Haushalt übertragen und die gewonnen Informationen konkreten Personen zuordnen. Ein Datenschutz-Alptraum.

Besonders pikant: Der Nutzer bekommt davon überhaupt nichts mit und kann den Datenverkehr kaum unterbinden, ohne die Funktionen des Fernsehgeräts massiv einzuschränken. Die Daten seien sehr gut verschlüsselt, allerdings konnte Stiftung Warentest Verbindungen nachweisen vom Fernsehgerät zu den Servern von

  • TV-Herstellern
  • Cloudanbietern wie Amazon
  • diversen Diensten von Google

Die Datenschutzerklärungen der Anbieter sind den Experten zufolge intransparent, "insbesondere bei Samsung".

Sprachsteuerung nur mit Internetverbindung

Die Sprachsteuerung funktioniert wie bei den meisten Geräten nur mit aktiver Internetverbindung, weil die Sprachbefehle erst zu einem Internetserver gesendet und dort verarbeitet werden müssen. "Bleibt nur die Hoff­nung, dass Sprach­erkennungs­server gut vor Kriminellen geschützt sind", schreibt Warentest.


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