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EM 2021 Telekom überträgt zum ersten Mal exklusiv ein EM-Spiel – und zeigt nur Fehlermeldungen

MagentaTV im Studio: Davon bekamen Kunden nichts zu sehen
MagentaTV im Studio: Davon bekamen Kunden nichts zu sehen
© Thomas Vonier / Imago Images
Was für ein Ärgernis für Fußball-Fans: Zum ersten Mal in Deutschland wird ein EM-Spiel ausschließlich im Paid-TV übertragen – aber selbst die zahlenden Kunden sehen in die Röhre, weil die Telekom mit Magenta TV nur Fehler liefert.

Für viele Fußball-Fans stand schon vor dem Anpfiff beim Spiel Wales gegen die Schweiz fest: Dass EM-Spiele nur im Bezahlfernsehen übertragen werden, geht gar nicht. Zumindest aber hatten sie von der Telekom als Telekommunikations-Riesen einen problemlos funktionierenden Service erwartet – auch das klappte nicht. 

Sowohl beim Versuch, ein Abo zu buchen, als auch beim Abspielen des Programms zeigte die Telekom über ihr Magenta TV bei vielen Nutzern nur Fehler statt des versprochenen Spiels. Ein Ausweichen auf andere Sender kam nicht in Frage, da die Telekom für das Spiel die exklusiven Übertragungsrechte hat. Kunden, die ein Abo buchen wollten, bekamen auf der Website der Telekom beispielsweise nur diese Fehlermeldung zu sehen:

Eine ganze Reihe von Nutzern bekam zwar immerhin die Website zu sehen, allerdings fehlten dort die Inhalte. Weitere Telekom-Kunden bekamen nur den wiederholten Hinweis, es "später zu versuchen".

Auch Nicht-Fußball-Kunden betroffen

Damit nicht genug: Durch die Probleme war nicht nur das Spiel von Wales gegen die Schweiz eingeschränkt ansehbar. Auch andere Filme und Serien auf Magenta TV konnten von Kunden nicht angesehen werden. Beim Online-Dienst allestoerungen.de, der Fehlermeldungen von Kunden sammelt, kamen so in kürzester Zeit über 1.600 Fehlermeldungen zusammen sowie Kommentare, in denen sich Nutzer beschwerten und über die Probleme mit dem Dienst austauschten.

Für die Telekom sind die Ausfälle bei Magenta TV besonders blamabel, da der Anbieter seit Wochen für seinen Service auf allen Kanälen getrommelt hatte. So wurden beispielsweise kostspielige Werbespots mit Christian Ulmen und Fahri Yardim gezeigt, später kamen als Testimonials noch Spieler der deutschen Nationalmannschaft hinzu. Claim der Werbefilme: "Mehr EM geht nicht!" Jetzt muss man wohl sagen: weniger auch nicht.


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