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Microsoft gegen Google: Der Medien-Professor und seine PR-Connection

PR-Krieg zwischen Microsoft und Google: Welche Rolle spielt der deutsche Medien-Experte Jo Groebel?

Microsoft gegen Google

Der amerikanische Digitalriese Micrososft betrieb seit Ende 2012 eine weltweite Kampagne gegen den Konkurrenten Google

Egal, ob man Google benutzt oder die Suchmaschine Bing des Konkurrenten Microsoft: Gibt man den Namen Jo Groebel ein, lernt man rasch zwei Dinge. Er gilt - erstens - als der meistzitierte deutsche Medienexperte und wird gerne von der Boulevardpresse interviewt. Kaum einer sonst steht so bereitwillig zur Verfügung, um das Geschehen in Trash-Serien wie dem Dschungelcamp zu kommentieren.

Aber - das zeigt die Internetsuche ebenfalls - der 65-Jährige Professor legt auch Wert auf seinen Ruf als seriöser Wissenschaftler. So tritt er bei vielerlei Anlässen gerne als Direktor des "Deutschen Digital Instituts" (DDI) auf und thematisiert in dieser Funktion Phänomene wie die "Allmacht von Google".

Institut - das klingt in der Tat nach seriöser Wissenschaft und unabhängiger Forschung. Doch nun sind Zweifel an der Unabhängigkeit des DDI aufgetaucht. Recherchen des stern legen den Verdacht nahe, dass das Groebel-Institut ein verdecktes Anhängsel der Berliner PR- und Lobby-Agentur WMP Eurocom ist. Und zu deren Kunden zählt laut einer internen Kundenliste von WMP, die dem stern vorliegt, niemand anders als Microsoft.

Verdeckte PR zu Lasten von Google

Der amerikanische Digitalriese betrieb seit Ende 2012 eine weltweite Kampagne gegen den Konkurrenten Google, der mit seiner Suchmaschine eben sehr viel erfolgreicher war als das Pendant Bing. Groebels Warnungen vor Google müssen den Microsoft-Leuten da gut gefallen haben. Als scheinbar unabhängiger Experte plädierte der Medienexperte im vergangenen Jahr auf den Münchner Medientagen für eine staatliche "Regulierung von Suchmaschinen"; sie dürfe nicht den Anbietern überlassen werden. Zuvor war er mit der Aussage zitiert worden, die Diskussion über eine Zerschlagung von Google sei "nachvollziehbar".


Wenn man weiß, wer hinter Groebel steckt, dann wirkt das wie indirekte, verdeckte PR zu Lasten von Google. Nach den Grundsätzen des Gewerbes müssen PR-Aktivitäten eigentlich "offen" stattfinden. Wer sich dafür hinter einem vermeintlich neutralen Institut oder Thinktank verbirgt, der kassiert schon mal eine Rüge des Deutschen Rats für Public Relations. 

Doch in der Tat scheint das DDI weniger eine eigenständige Einrichtung als ein Wurmfortsatz der Agentur WMP. Gleich bei Gründung des Instituts fungierte der damalige WMP-Vorstand Bernd Schiphorst als Beiratsvorsitzender, der das Institut nach dessen Angaben auch "in Fragen des Managements und der Finanzierung" beriet. WMP ist der Domaininhaber der Website des DDI. Die Büroadresse nahe des Berliner Zoos ist bei beiden gleich; früher teilte man sich die gleiche Anschrift im Bezirk Mitte. In einem internen WMP-Telefonverzeichnis wird Groebels Institut gar in einer Reihe mit den eigenen Tochterfirmen aufgeführt - mit dem Professor selbst als einzigem Mitarbeiter. 

"Gute Beziehung zwischen WMP und DDI"

Finanziert oder bezuschusst also WMP das Institut? Weder die Agentur noch der Professor wollten diese Frage des stern beantworten. Dass es eine "gute Beziehung zwischen WMP und DDI" gebe, sei "kein Geheimnis", ließ das Beratungsunternehmen lediglich erklären. So habe sich Groebel etwa auf den Münchner Medientagen "ganz offen und öffentlich mit der Datenmacht von Google beschäftigt". Gerade darum sei aber auch der Vorwurf der "verdeckten PR" über Groebel und das Institut "haltlos".

Doch dieser Verdacht kann einem ja insbesondere wegen des Vertragsverhältnisses zwischen WMP und Microsoft kommen - und die Agentur lässt schon mal mit strafrechtlichen Schritten drohen, wenn man aus der internen Kundenliste zitiert, auf der sich der Name des US-Konzerns neben einigen anderen findet. Die Kundenliste sei nämlich "ein Geschäftsgeheimnis". 

Ebenfalls merkwürdig: Auf ihrer Website gibt die deutsche Microsoft-Filiale zwar an, mit welchen PR-Agenturen sie hierzulande zusammen arbeitet. Ausgerechnet den Namen von WMP Eurocom führt der US-Konzern dort aber nicht auf. Auf Fragen des stern reagierte Microsoft nicht. 

WMP will keine Auskunft geben

Auch WMP will über die "Inhalte des Vertragsverhältnisses" mit Microsoft keine Auskunft geben; das verbiete die "Verschwiegenheitspflicht". Groebel selbst versichert, aus keiner seiner Veröffentlichungen lasse sich eine "Contra-Google-Haltung" ableiten. 

Fragen wirft aber auch ein Buch auf, das ausgerechnet zwei damalige Mitarbeiter des WMP-Konzernverbunds im April diesen Jahres herausbrachten. Titel: "Die Akte Google - Wie der US-Konzern Daten missbraucht, die Welt manipuliert und Jobs vernichtet." 

Mit seinen Warnungen vor der großen Datenkrake Google stieß das 269-Seiten-Werk auf einigen Widerhall. Sogar eine Übersetzung ins Finnische ist bereits erschienen.

Einer der beiden Autoren betreute ausweislich einer WMP-Kundenliste noch vor einigen Monaten als Teammanager für WMP den Kunden Microsoft. WMP-Vorstand Klaus-Peter Schmidt-Deguelle bestreitet hingegen, dass der Mann Teammanager für Microsoft war: "Er war lediglich zweimal bei Besprechungen dabei und hat das Panel für die Münchner Medientage vorbereitet".

Also für genau die Veranstaltungsreihe, auf der Professor Groebel laut Angaben von WMP "die Datenmacht von Google" thematisierte.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.