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Musik-Streaming im ganzen Haus: Die volle Dröhnung für die Wohnung

Vergessen Sie Ihre alte Anlage: Die Musik der Zukunft kommt aus Streaming-Boxen. Die sind digital, vernetzt, holen ihre Songs aus dem Internet, werden per App gesteuert - und klingen auch noch gut.

Von Ulf Schönert

Eine Stereoanlage im Wohnzimmer, mit angeschlossenen Boxen, einem Verstärker, Musikplayer und Knöpfen zum Bedienen? Jahrzehntelang ging Musikhören so. Zwar wechselten die Musikmedien von Schallplatte zu Musikkassette zu CD, doch das Prinzip blieb stets gleich. Wie es aussieht, könnte sich das nun aber nachhaltig ändern. Denn das Musikhören der Zukunft, so sind sich die Experten einig, geht über Multiroom-Systeme. Dabei handelt es sich um vernetzte, schlaue Boxen, die ihre Musik drahtlos und digital empfangen und die über Tablets und Smartphones gesteuert werden.

Der Vorteil: Multiroom-Boxen sind untereinander vernetzt und können frei programmiert werden. Soll die gleiche Musik in der ganzen Wohnung laufen, in jedem einzelnen Zimmer? Oder soll in einem Zimmer Radio, in dem nächsten ein Hörspiel, im dritten Musik laufen? Mit Multiroom ist all das möglich. Und mehr noch: Die Musik wird nicht mehr über physische Medien eingelegt, sondern drahtlos zum Beispiel über Internet-Streaming-Dienste empfangen. Die kosten zwar eine Monatsgebühr (um die 10 Euro). Doch dafür stehen einem Millionen Titel aller Musikrichtungen jederzeit zum Abruf bereit - CDs kaufen entfällt anschließend.

Was kann Multiroom?

Multiroom-Anlagen bestehen aus einzelnen Lautsprechern, die miteinander vernetzt werden. Wörtlich übersetzt bedeutet Multiroom "viele Räume". Und tatsächlich kann man mit Multiroom viele Räume gleichzeitig beschallen, sofern man in jedem Raum einen Lautsprecher aufstellt. Wenn man den Raum wechselt, zum Beispiel vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer geht, hört man das Musikstück oder die Radiosendung einfach im anderen Zimmer weiter. Möglich ist aber auch, unterschiedliche Boxen unterschiedliche Musik abspielen zu lassen: Im Kinderzimmer läuft dann Kraftklub, in Mamas Büro Sting und in der Küche WDR5. Oder noch viel mehr. Denn Multiroom-Anlagen können alle Arten von Audio-Signalen abspielen: Musik, Radiosender, Hörspiele, Podcasts. Oder eben alles gleichzeitig. Bei manchen Systemen ist es sogar möglich, zwei Boxen in einem Zimmer aufzustellen und als Stereopaar (links/rechts) oder sogar als Surround-Anlage zu programmieren.

Wie bedient man Multiroom-Anlagen?

Die meisten Multiroom-Lautsprecher sind sehr schlicht gestaltet. Von Lautsprechern alter Machart kann man sie äußerlich kaum unterscheiden. Ein eigenes Display haben sie in der Regel nicht – und noch nicht einmal Knöpfe, um sie zu bedienen. Ausnahme ist hier Sonoro, die auf farbige Displays setzen. Die Lautstärkeregelung und die Musikauswahl erfolgt - weil es keine zentrale Anlage mehr gibt – über eine App auf einem Tablet oder auf einem Smartphone. Jeder Anbieter hat dafür eine eigene App entwickelt, die in aller Regel kostenlos und meist für Android- und Apple-Geräte verfügbar ist. Zum ersten Einrichten muss man alle Geräte und die App miteinander verbinden. Dazu müssen sie zunächst mit dem selben WLAN verbunden sein. Manche Systeme haben auch extra Connector-Geräte, die parallel zum WLAN ein eigenes Musik-Netz aufbauen. Das hat den Vorteil, dass die Einrichtung noch leichter geht und die Musik noch fehlerfreier übertragen wird. Ist das System einmal konfiguriert, kann es mit jedem Tablet oder Smartphone, das mit dem gleichen Netz verbunden ist, gesteuert werden.

Wie ist die Qualität?

Die meisten Multiroom-Hersteller haben Lautsprecher in verschiedenen Größen und Qualitätsklassen im Angebot, vom kleinen Brüllwürfel bis hin zum Subwoofer mit Hifi-Qualität. Ihr Sound genügt in jedem Fall normalen Alltags-Ansprüchen. Wer regelmäßig große Räume und Partys beschallen will, sollte aber nicht die billigsten Boxen nehmen. Gleiches gilt für Hifi-Freaks. Wer auf anspruchsvolle Jazz- oder Klassik-Produktionen steht, sollte ebenfalls ein wenig mehr Geld in die Hand nehmen oder sich sogar überlegen, ob Multiroom wirklich das richtige für ihn ist.

Woher kommt die Musik?

Multiroom-Systeme haben selbst keine Musik gespeichert. Sie geben stets nur das wieder, was ihnen ein Server zur Verfügung stellt. Dieser Server kann sich im eigenen Haushalt befinden: zum Beispiel in Form eines (angeschalteten) PCs, einer Netzwerk-Festplatte, eines Handys oder eines Tablets. Wer auf einem dieser Geräte eine MP3-Sammlung angelegt hat, kann sie dem Multiroom-Boxen zur Verfügung stellen. Es ist aber auch möglich, Musik von einem Internet-Server abzuspielen. Alle großen Radiosender (und viele Tausend kleine) können auf diese Weise kostenlos wiedergegeben werden. Wer will, kann auch einen Streamingdienst wie zum Beispiel Spotify, Napster oder Juke abonnieren. Gegen eine Monatsgebühr von etwa 10 Euro stellen diese Dienste Millionen Musiktitel und Hörspiele bereit, darunter Klassiker und aktuelle Hits aus allen Musikgenres. Das ist toll, weil jedes neue Album auf diese Weise sofort und in voller Länge zur Verfügung steht. Allerdings "gehört" einem die Musik nicht – kündigt man sein Abo, verfällt auch die Möglichkeit, sich die Musik weiterhin anzuhören.

Welches System ist das beste? Worauf muss man achten?

Ein Multiroom-System muss man nicht auf einmal kaufen. Möglich ist, zunächst ein oder zwei Zimmer auszustatten - und zusätzliche Boxen dann nach und nach später hinzuzufügen. Wichtig ist aber: Es ist nicht möglich, Multiroom-Boxen unterschiedlicher Hersteller in einem Netz zusammenzuschließen. Wer sich also für die Box von einem Hersteller entscheidet, muss die anderen Lautsprecher später dann auch vom gleichen Hersteller kaufen. Die meisten Multiroom-Anbieter haben aber inzwischen eine breite Palette von Boxen im Angebot, vom kleinen Einsteiger-Modell bis zum Hifi-Großlautsprecher. Dennoch gibt es tendenziell preiswertere Systeme wie Pure, Sonoro und Tivoli oder teurere wie die Soundsysteme Bose und Sonos.  Doch nicht nur der Preis sollte entscheiden. Die Qualität der dazugehörigen App bestimmt, wie leicht sich die Boxen zu Systemen zusammenschließen lassen und wie gut die Einbindung von Musikplattformen wie zum Beispiel Spotify funktioniert. 

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.