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Enttäuschung bei den Kunden Apple schickt das iPad Pro teils verbogen an Kunden - und sieht das nicht als Defekt

Enttäuschung bei den Kunden: Das neue iPad Pro ist mit seiner kantigen Bauweise noch dünner geworden als die Vorgänger
Das neue iPad Pro ist mit seiner kantigen Bauweise noch dünner geworden als die Vorgänger
© stern-online
Wer ein Tablet für über 800 Euro kauft, erwartet eine entsprechend gute Verarbeitung. Erst recht, wenn das Gerät von Apple kommt. Einige Kunden berichten nun, dass ihre neuen iPad Pro schon verbogen bei ihnen ankamen. Apple bestätigt das - und sieht es nicht als Problem.

Als Apple das neue iPad Pro vorstellte, staunte die Tech-Szene. Apple hatte die Ränder des Tablets deutlich eingedampft, um dem Display mehr Raum zu geben. Trotzdem war es dem Konzern gelungen, das Tablet noch dünner zu machen. Mit Ausnahme eines iPod-Touch-Modells ist es das dünnste Gerät, dass Apple je gebaut hat. Jetzt zeigt sich eine Schattenseite des Designs: Das iPad Pro verbiegt sich leicht. 

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Die ersten Meldungen von in der Tasche verbogenen iPad Pro gab es schon im November, wie beim iPhone 6 zeigte sich erst nach einer Weile, wie viele Nutzer wirklich betroffen waren. Wegen des sehr gradlinigen Designs fallen selbst leichte Beugungen sofort auf. Vor kurzem erreichten die Meldungen aber eine neue Qualität: Die Geräte sollen sich selbst bei pfleglichem Umgang von selbst verbiegen oder gar schon leicht verbogen in der Verpackung gelegen haben, das berichten enttäuschte Kunden etwa im Forum der Tech-Seite "Macrumours". Nun hat Apple reagiert - aber wohl anders, als die Betroffenen sich das erhofft hatten.  

Biegung noch in der Fabrik

Die Krümmung sei eine Folge des Fertigungsprozesses und würde beim Abkühlen der benutzten Plastik- und Metallkomponenten auftreten, erklärte Apple dem Tech-Blog "The Verge" auf Anfrage. Apple würde sie deswegen nicht als Defekt betrachten. Viele Kunden dürften das als Schlag ins Gesicht empfinden. Die aktuellen iPads kosten selbst von Drittanbietern mindestens 830 Euro, für das Spitzenmodell mit 1 TB Speicher und LTE-Verbindung werden im Apple Store gar 2100 Euro fällig.

Das Apple das Verbiegen nicht als Defekt betrachtet, hat für die Kunden klare Folgen: Sie können nicht mit Ersatz rechnen, höchstens auf Kulanz hoffen. Einige Nutzer bei "Macrumours" berichten zwar, im Laden ein neues iPad bekommen zu haben, bei anderen wurde das aber abgelehnt - weil die Mitarbeiter nicht glauben wollten, dass die Geräte schon so beim Kunden angekommen waren. Deutsche Kunden, die ihr iPad online gekauft haben, kommt immerhin die EU-Rückgaberegelung zugute: Sie können eine verbogene Neulieferung innerhalb von 14 Tagen zurücksenden und ein weiteres Gerät ordern - das dann hoffentlich nicht verbogen ist.

Ob Apple das Problem auf Dauer so behandeln kann, wird sich zeigen müssen. Beim iPhone 6 häuften sich im Laufe der Zeit die Beschwerden. Reagiert wurde aber erst mit dem iPhone 6s: Dank eines deutlich robusteren Gehäuses ließ es sich deutlich schwerer verbiegen. Den betroffen Käufern half das freilich nicht.


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