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Amazons künstliche Assistentin: Alexas Mutter spricht über ihr Geschöpf

Amazons sprechende Assistentin erscheint derzeit allgegenwärtig. Der stern hat mit der Managerin gesprochen, die für Alexas Persönlichkeit verantwortlich ist.

Toni Reid ist bei Amazon für Alexas Persönlichkeit verantwortlich

Toni Reid ist bei Amazon für Alexas Persönlichkeit verantwortlich

Frau Reid, es ist elf Uhr am Vormittag. Haben Sie heute schon mit Alexa gesprochen?

Klar, oft.

Über was?

Heute Morgen habe ich nach dem Wetter gefragt, dann nach der Verkehrslage und Staus auf dem Weg ins Büro. Sie hat unsere örtliche Radiostation gespielt. Und im Büro hat sie mir erst einmal einen guten Morgen gewünscht. 

Alexa wohnt im Lautsprecher Echo. Wie viele Geräte haben Sie zu Hause?

Mittlerweile mehr als 14.

Und ihre Töchter nutzen die auch?

Vor allem zum Musikhören. Oder sie lassen sich von Alexa bei den Hausaufgaben helfen. Alexa ist ein Teil unseres Alltags geworden, ein Teil unserer Familie.

Alexa ist so etwas wie ihr Baby - sie entwickeln Alexas Persönlichkeit. Woran erkennt man die Persönlichkeit einer Maschine?

An der Art, wie sie mit ihnen umgeht, aber auch an der Art ihrer Antworten. Wir haben diese Persönlichkeit immer weiter verfeinert.

Und was für ein Typ ist Alexa?

Hilfsbereit, schlau, dennoch bescheiden, manchmal witzig. Sie soll es unseren Kunden so einfach wie möglich machen, etwas zu tun. Also fragen wir uns: Was soll Alexa antworten? Wie lang dürfen die Antworten sein? Wenn man eine Antwort ein Mal oder zwei Mal hört, mag diese oder jene Länge in Ordnung sein. Aber ist sie das auch, wenn man die Antwort hundert Mal hört? Dann muss sie möglichst effizient sein.

Ändern Sie Antworten immer mal wieder?

Sicher. Wir wechseln durch. Unsere zentrale Frage lautet: Was würde ein Mensch tun? Und Menschen formulieren ihre Antworten bisweilen eben auch mal anders.

Wie machen Sie Alexa besser?

Wir stützen auf interne Daten und Rückmeldungen von Kunden, auf ihre Reaktionen. Alexa wird ständig klüger.

Im Kern bringen Sie einer Maschine menschliche Eigenschaften bei. Was war dabei die größte Herausforderung?

Wir sagen das bei Amazon oft: Es ist immer noch Tag eins. Aber gerade, wenn es um Künstliche Intelligenzen geht und die Versuche, diese Intelligenzen menschlicher wirken zu lassen, dann stimmt das. Ich finde, wir haben das bislang sehr gut gemacht. Aber wir haben auch noch eine Wegstrecke vor uns. Im zwischenmenschlichen Umgang gibt es ganz viele kleine visuelle Signale und Zeichen, aber auch Betonungen. Wir erkennen, wenn jemand nervös ist, aufgeregt oder verärgert. Das sind alles Aspekte der zwischen-menschlichen Kommunikation, die wir noch nicht abbilden. Wenn es also darum geht, echt menschlich zu wirken, muss die Künstliche Intelligenz langfristig über ein viel größeres, viel reichhaltigeres Repertoire von Verhaltensweisen verfügen. 

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Warum ist Alexa eine Alexa und kein Alexander?

Alexa ist ja keine Frau. Sie hat eine weibliche Stimme, aber sie ist immer noch ein Computersystem in der Cloud. Wir haben schlicht unterschiedliche Stimmen getestet und diese hier hat am besten abgeschnitten. Der Name nimmt Bezug auf die antike Bibliothek von Alexandria, aber auch sein Klang war uns wichtig. 

Alexa reagiert, sobald man das Aktivierungswort "Alexa" sagt. Wird man dieses Signal künftig überhaupt brauchen? Alexa wird doch irgendwann erkennen, wann sie angesprochen wird.
Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Nenne ich jedes Mal den Namen meines Ehemannes, wenn ich seine Aufmerksamkeit möchte? Die Kunden werden uns sagen, wie sie es gerne haben wollen. Vielleicht gibt es Szenarien, in denen man das Signalwort nur am Anfang sagt.


Sie haben ein künstliches Wesen erschaffen, das immer klüger wird. Macht Ihnen das keine Angst?

Nein. Das Maschinenlernen und die Spracherkennung vermindern Reibungsverluste beim Umgang mit dem Computer. Das ist alles. Und das ist nicht böse."

Mehr über Amazon und den Sprachassistenten Alexa erfahren Sie im neuen stern




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