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Apple-Event "Unleashed" Mehr Display, mehr Power und das Comeback der Anschlüsse: Das sind die neuen Macbook Pro

Die beiden neuen Macbook Pro bieten alte und neue Features - und jede Menge Leistung
Die beiden neuen Macbook Pro bieten alte und neue Features - und jede Menge Leistung
© Apple / PR
Sein zweites Herbst-Event hat Apple vor allem seinen Notebooks gewidmet. Die neuen Macbook Pro liefern dabei deutlich mehr als nur ein dickes Plus an Leistung.

Ein Jahr ist es her, dass Apple mit der Einführung seines M1-Chips den klassischen Computermarkt zum Beben brachte. Auf seinem Event unter dem Motto "Unleashed" (etwa: entfesselt) hat der Konzern nun den Nachfolger vorgestellt. Und es ist schon ziemlich beeindruckend, dass die massiv gewachsene Leistung des M1 Pro eine der weniger spannenden Neuerungen war.

Denn davon gab es bei den neuen Notebooks eine ganze Menge zu bestaunen. Die nun vorgestellten Spitzenmodelle des Macbook Pro wurden enorm aufgewertet. Waren sie letztes Jahr wohl wegen Leistungsbedenken vom Schritt auf den M1 ausgenommen worden, bekommen sie diesmal gleich ein komplettes Redesign spendiert. Und der neue Chip wird plötzlich nur zur Kirsche auf der Sahnetorte.

Zurück zum Glück

Denn: Zum ersten Mal seit Jahren holt Apple Anschlüsse zurück, statt sie zu ersetzen. Die neuen Macbook Pro setzen nicht mehr nur auf Thunderbolt, sondern bieten auch Anschlüsse für einen Monitor über HDMI und einen SD-Kartenleser. Beides war seit Jahren nur per Dongle anzuschließen. Sogar der magnetische Magsafe-Anschluss für das Ladekabel erlebt ein Comeback.

Dass die Geräte trotzdem nicht wie früher wirken, liegt am neuen Design. Die etwas kantigeren Linien orientieren sich klar an der zuerst beim iPad und mittlerweile auch beim iPhone und sogar iMac eingeführten Designlinie. Vor allem das noch schlankere Display erinnert stark an die Form des jüngsten iMacs. Dass gleichzeitig die Ränder schmaler wurden, verdankt Apple einem Trick: Wie beim iPhone brachte der Konzern die Kamera in einer Einsparung aus dem Display ("Notch") unter. Der Clou: Während das Gehäuse nur wenige Millimeter größer ist als dass des 13-Zoll-Modell konnte Apple beim neuen Modell nun ganze 14 Zoll unterbringen.

Die Displays selbst sind ebenfalls ein großer Schritt: Sie setzen erstmals auf die moderne Mini-LED-Technologie. Dadurch sind sie mehr als dreimal so hell wie die des Einsteiger-Macbook-Pro. Zudem sollen sie Farben und auch Schwarz noch intensiver darstellen können. Und: Erstmals bieten sie die von den Pro-Modellen des iPad und des iPhone 13 bekannte Pro-Motion-Technologie. Sie erlaubt es, die Bildrate je nach Inhalt anzupassen und so bis zu 120 Bilder die Sekunde zu zeigen, ohne den Akku zu sehr zu belasten.

Mehr Power. Viel mehr.

So stark diese Neuerungen sind, sollte man natürlich trotzdem den massiven Leistungssprung der neuen Prozessoren nicht vergessen. Der M1 Pro (im Macbook Pro 14 und 16) und der noch schnellere M1 Max (Nur im teuersten Modell des Macbook Pro 16 ab Werk, sonst als deutlich teurere Option) stellen selbst gegenüber dem letztes Jahr vorgestellten M1-Chip einen riesigen Schritt dar. Bis zu 70 Prozent mehr Leistung bietet der Hauptprozessor der Chips gegenüber dem M1. Und bei der Grafikleistung geht es noch einmal deutlich nach oben.

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Während selbst das stärkste Modell des M1 "nur" acht Kerne zur Grafikberechnung mitbringt, sind es im M1 Pro ganze 16 und im M1 Max sogar 32 Kerne. Dadurch wächst die Leistung der Chips bei der Berechnung von 3D-Inhalten um das Doppelte (M1 Pro), beziehungsweise sogar um das Vierfache (M1 Max). Weil die Chips vollen Zugriff auf den geteilten Arbeitsspeicher des Systems haben, statt nur auf einen eigenen Speicher wie klassische Grafikkarten, sollen sie zudem in den Spitzenmodellen die höchste Speicherausstattung für GPUs auf dem aktuellen Markt bieten, so Apple. In der Spitze sollen so etwa im Film-Programm Final Cut bis zu 30 Streams mit 4K-Videomaterial berechnen - gleichzeitig.

Um diese Datenmengen hinüber schaufeln zu können, wurde auch der Datenspeicher der Macbook Pro überarbeitet: Apple verspricht für die verbauten SSDs Leseraten von bis zu 7,4 Gigabyte die Sekunde.

Länger laufen, schneller laden

Trotz der ganzen Power handelt es sich immer noch um Notebooks. Und bei denen muss auch der Akku stimmen. Hier sollen die neuen M-Chips ebenfalls überzeugen. Apple verspricht, dass die 14-Zoll-Modelle bis zu 17 Stunden Video abspielen können, die Geräte mit 16 Zoll sollen 21 Stunden erreichen. Zum Vergleich: Das M1-Modell mit 13 Zoll bietet 20 Stunden, hat aber eben auch erheblich weniger Leistung. 

Ist der Akku mal leer, soll er aber sehr schnell wieder betankbar sein. Als erste Apple-Notebooks bieten die neuen Geräte Quickcharge, lassen sich in nur einer halben Stunde auf 50 Prozent laden. Dazu bringt Apple den beliebten Magsafe-Anschluss zurück dessen magnetischer Stecker verhindert, dass das Notebook vom Tisch fliegt, wenn man mal am Kabel hängenbleibt. Smart: Das Laden über die weiterhin verbauten Thunderbolt-Buchsen bleibt möglich. Apple bietet also nur eine Möglichkeit mehr an.

Weitere Neuerungen gibt es bei Kamera und Soundsystem. Apple verbaut in den Spitzenmodellen erstmals eine Frontkamera in 1080p, die zudem besonders gut Licht einfach soll. Angesichts der Zunahme an Videokonferenzen ist das ein lange überfälliger Schritt. Auch das Soundsystem wurde überarbeitet, Apple verspricht klarere Höhen und erheblich mehr Bass. Und: Die neuen Macbook Pro unterstützen die dreidimensionale Wiedergabe Spatial Audio - und das nur mit den Bordlautsprechern.

Das tolle Paket hat allerdings seinen Preis. Mindestens 2249 Euro kosten die neuen Modelle, beim 16-Zoll-Modell mit M1 Max werden gar atemberaubende 3849 Euro als Minimum fällig. Das sind gesalzene Preise, die von der Zielgruppe allerdings durchaus gezahlt werden dürften.

Ab heute sind die neuen Geräte vorbestellbar, geliefert werden sie ab dem 26. Oktober.

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tkr

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