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Dokumentation zu Ashley Madison: Peinliche Bekenntnisse und zerstörte Familien - die Folgen des Fremdgeh-Leaks

Vor  aller Welt wurden die User der Datingplattform Ashley-Madison bloßgestellt. Weltweite Beziehungsdramen waren die Folge. Eine TV-Dokumentation sprach mir Betroffenen.

Ashley Madison erklärte das Fremdgehen zur normalsten Sache der Welt.

Ashley Madison erklärte das Fremdgehen zur normalsten Sache der Welt.

Im Jahr 2015 wurden die Daten von über 30 Millionen Mitgliedern der Datingplattform Ashley Madison geleakt. Das war der Mega-Gau für Fremdgeher, denn es kamen nicht nur Usernamen und Mailadressen ans Licht, sondern die tatsächlichen Namen und eine Geschichte ihrer Eskapaden im Dating-Dschungel. 

Nach der ersten Aufregung wurde es ruhiger um den Skandal, die Hacker des Impact Teams wurden nie enttarnt. Nun hat sich die britische Dokumentation "Sex, Lies and Cyber Attacks" des Senders Channel 4 mit den verheerenden Folgen des Leaks beschäftigt. Die US-Medien sprachen damals von einem "Weihnachtsfest im September für Scheidungsanwälte".

Aktive Kundin auf Ashley Madison

Tamsin S. (alle Namen in der Sendung wurden geändert) ist eine unverheiratete Marketingfrau aus Virginia. Ihr Leben hatte sie in traditionellen Beziehungen verbracht, dann entdeckte sie die "diskreten Beziehungen" der Datingsite. "Ich war verrückt nach dem Abenteuer am Nachmittag - nach der schnellen Nummer." Die offenherzige Tamsin, eine Frau in den besten Jahren, benutze die Seite intensiv. Sie wundert sich noch heute, wie schüchtern Männer sind. "Am Anfang zögern sie immer. Wenn du beginnst zu reden, wollen sie wissen, ob es dich wirklich gibt. Ob du gern in Amerika lebst." Smalltalk eben, den sie als Frau durchbrechen musste. "Wenn man dann mehr zu Sache kommt, haben sie alle das unwiderstehliche Verlangen, dir Bilder von ihrem Schwanz zu schicken. Manchmal als erstes Bild. Du weißt dann nicht mal, wie ihr Gesicht aussieht."

Tamsin erinnert sich genau an den Tag des Datenleaks. "Ich saß in einem Meeting, als plötzlich mein Handy über den Tisch tanzte. Ich schaute drauf und so viele Namen flimmerten über den Screen. Namen, von all den Männern, mit denen ich Kontakt auf Ashley Madison hatte. Ich dachte, ich falle in Ohnmacht." Selbst ungebunden, erwartete Tamsin zu Hause keinen Gefühlsturm eines eifersüchtigen Partners. "Ich musste mit einigen Männern sprechen. Ihre Frauen waren am Boden zerstört und die Männer wollten einfach reden."

Betrug mit Sex-Bots

Andere User wie Christopher R. verstehen die ganze Aufregung um Ashley Madison nicht. Christopher sagt, er sei schlicht betrogen worden. Er hat für den Chat mit über 200 Frauen bezahlt. Er ist sich aber sicher, nur mit Bots gechattet zu haben. "Vielleicht war eine einzige echte Frau dabei."

Ende einer Familie

Jim aus Idaho entdeckte dagegen, dass seine Frau Beziehungen mit mindesten sechs Männern gehabt hatte. Er selbst wollte gar nicht suchen, aber jemand Fremdes schickte ihm Videos. "Das ist  ein Zeug, das kannst du nie vergessen. Wie sie Sex auf dem Video hatte." "Ich kann mir das nur so vorstellen, das ist wie eine Droge für sie gewesen. Du willst das Adrenalin, du willst dieses Feeling." Jim und seine Frau haben fünf Kinder, verzweifelt versuchte er, seine Familie trotz des Schocks zusammenzuhalten. "Ich wollte nicht, dass meine Kinder in einem Scheidungshaushalt aufwachsen. Ich dachte, das ist alles meine Schuld." Genutzt hat es nicht, das Paar trennte sich nach ein paar Monaten.

Neben den Interviews mit den Betroffenen prangert "Sex, Lies and Cyber Attacks" vor allem das Geschäftsmodell von Ashley Madison an. Den betrügerischen Einsatz von Bots, den extremen nachlässigen Umgang mit dem Thema Datenschutz und vor allem das aggressive Promoten von Seitensprüngen. Denn erstmals in der Geschichte wurde das Betrügen des Partners mit einem millionenschweren Marketingbudget propagiert.

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