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E-Autos Bill Gates schwärmt von seinem neuen Porsche - und wird von Elon Musk angeätzt

Bill Gates
Bill Gates fährt gerne Porsche
© Christian Böhmer/ / Picture Alliance
Seit Jahren investiert Bill Gates seine Milliarden in Charity-Projekte. Nun hat er sich sein erstes E-Auto gegönnt - einen Porsche. Und kassierte dafür einen sehr bösen Kommentar von Elon Musk.

Wenn mehr Milliardäre wie Bill Gates denken würden, wäre die Welt wohl eine andere. Die Stiftung, die er gemeinsam mit seiner Frau betreibt, beschäftigt sich seit Jahren damit, die großen Probleme der Menschheit zu lösen - mal mit mehr, mal mit weniger Erfolg. Im Gespräch mit Youtuber Marques Brownlee verriet Gates nun, dass er sich gerade einen neuen Porsche zugelegt hat. Elektro, versteht sich. Tesla-Chef Elon Musk gefiel das gar nicht. Auf Twitter sprach er Gates den Intellekt ab.

Der Microsoft-Gründer hatte sich mit dem erfolgreichen Tech-Youtuber Brownlee getroffen, um mit ihm über alle möglichen Themen zu sprechen - von Youtube bis zu Corona-Krise. Und auch bei Gates' Porsche Geständnis ging es eigentlich um etwas Größeres: Die Menschen seien so schwer vom Kampf gegen den Klimawandel zu überzeugen, weil sie dafür in der Regel mehr bezahlen müssten, fürchtete Gates. Man müsste ihnen daher erklären, warum der positive Effekt den Aufpreis wert ist. 

Viel Spaß mit Porsche

Brownlee nutzte die Gelegenheit, um das Gespräch auf Tesla zu lenken. Gates habe im letzten Gespräch geklagt, dass die Wagen zwar sehr gut seien - aber eben Premium-Produkte. Bestätigend lachend gab Gates sich überzeugt, dass der Aufpreis für Elektroautos bald sinken werde - und musste dann gestehen, sich mit einem Porsche Taycan selbst ein Luxusmodell zugelegt zu haben.

"Er war sehr teuer. Aber er ist sehr, sehr cool", beichtete er mit leuchtenden Augen. "Es ist mein erstes Elektroauto und ich habe viel Spaß damit." Sein einziger Kritikpunkt bei den Elektrofahrzeugen: "Die Reichweite. Wenn man lange Strecken zurücklegen will, sind die Ladesäulen zu selten, das Laden dauert im Vergleich zum klassischen Tanken zu lange. Die Menge Energie pro Minute, die man mit Benzin in einen Tank füllen kann, ist wirklich beeindruckend", erklärt Gates. 

Bis die Wagen ihren Durchbruch hätten, sieht er aber auch noch ein paar weitere Stolpersteine. So würden die Versicherungen noch etwas mehr kosten und so die Ersparnis durch die geringeren Energiekosten auffressen. Auch Reparaturen sieht Gates noch als zu teuer an. "Die Außenspiegel sind etwa sehr komplex und empfindlich. Früher kostete eine Reparatur nur Hundert Dollar - jetzt sind es 1500." Trotz all der kleinen Verbesserungsmöglichkeiten gibt er sich überzeugt: Elektrofahrzeuge seien der vielversprechendste Ansatz, als Konsument etwas zum Kampf gegen den Klimawandel beizutragen. 

Vergleichende Reklame mit fragwürdigen Testbedingungen sind in den USA nicht unüblich.

Musk setzt auf Angriff

Eine durchaus differenzierte Sicht, könnte man meinen. Doch Tesla-Chef Elon Musk sah das offenbar anders. Auf einen Tweet eines Tesla-Fans, der Unverständnis zu Gates' Analyse der Tank-Situation äußerte, antwortete Musk nur trocken: "Meine Gespräche mit Gates waren ehrlich gesagt enttäuschend". Während das auf Deutsch noch recht harmlos wirkt, wird es in den englischsprachigen Medien klar als Attacke auf Gates' Intellekt gewertet. Das von Musk genutzte englische Wort "underwhelming" verwendet man nur, wenn man sich von etwas eigentlich deutlich mehr erwartet hatte. Sagt man so etwas über einen Gesprächspartner, kann man eigentlich nur seinen Intellekt oder sein Verständnis von den besprochenen Themenkomplexen meinen.

Dass der Tweet vor allem als Angriff gesehen wird, liegt natürlich auch an Musk selbst. Der exzentrische Paypal-Gründer ist dafür berüchtigt, auch mit harter Kritik an anderen Tech-Größen nicht hinter dem Berg zu halten und ihnen die intellektuellen Fähigkeiten abzusprechen. In einer Diskussion über künstliche Intelligenz hatte er etwa Facebook-Chef Mark Zuckerberg öffentlich ein "begrenztes Verständnis" der Materie attestiert. Jeff Bezos hatte er als Nachahmer beschimpft, als Amazon wie seine Firma Space X ein Internetangebot auf Satellitenbasis aufbauen wollte.

Quellen: MKBHD (Youtube), Twitter


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